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Der Israelit · 1911-12-21 · Heft 51 (21.12.1911) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 51 (21.12.1911)
Date
1911-12-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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21 Dezember 1911. Als man in Freitag-Sttmmung erwacht! Wie waren sie noch in den Morgenstunden > Durch fröhliche Arbeit doppelt verbunden! Wie trippelten Beide so sauber und lecker, Händchen in Händchen zum Kuchenbäcker! — Aber-dann kam der Vater nachhaus', — Packte ein glitzerndes Etwas aus: Ein Leuchter wars, was da blinkte und blitze, Grad so einer, wie ihn Vater benützte, Wenn er alljährlich acht Abende lang Die schönen Chanukoh-Berse sang. Das wußten sie gleich die beiden Kleinen, Wir sindreineDummchenS, das will ich wohlmeinen- Zwar ist dieser nur klein und von zierlichem Maß» Als sei er bestimmt nur zu Spiel und zu Spatz- Ganz sicher hat Vater dies, gebet nur acht. Seinen beiden Kleinen zum Spielen gebracht.- -Ein Irrtum wars, fürs Bübchen allein Sollte der niedliche Leuchter sein. Und was zuvor noch niemals geschehn, DaS Schwefterlein mußte zurücke stehn, Was halfs, daß der Vater sie tröstet: „mein Gretel, Bist halt nur ein kleines Mädel, Und nur für die Jungens besteht die Pflicht Zu entzünden alljährlich das Chamrkah-Licht!" Ja, ja. ich muß es gestehen leider, Gretelchen grämt sich im Stillen noch weiter, Und als Benno sieghaft die Brochoh sang, Die sie selbst mitgeprobt hatte Tage lang, Hielt sies für ein Unglück ganz offenbar, Daß sie nur eben ein Mädelchen war. So saß sie am Tisch und härmt sich gar sehr. Da wurden die kleinen Aeugelein schwer, Und Gretel mit samt ihrem Kummer schlief ein - Da erlebt sie ein wundersam Träumelein: Sieh da, die zierliche, kleine Frau, Sieht aus wie Gretel ganz genau, Hat nur noch ein Häubchen aus den Löckchen kraus, Zu possierlich und niedlich nimmt sich das aus. Auf gcht dann die Tür: ihm Zylinderhut, Tritt Benno herein, wie steht im das gut; Wie so ein richtiger kleiner Mann Guckt er vergnüglich das Frauchen an, Und Arm in Arm stehen Mädel und Bube In der friedlichen Freitag-Abend-Stube, Wo auf dem Tischchen abseits getrennt Vaters und Bennos Lichtchen brennt, Und wo gerad überm gedeckten Tisch Erstrahlet Mütterchen Schabbos-Licht. — Sieh da, was trippelt vom Tischchen herab, Der Chanakah-Leuchter, er setzt sich in Trab, Nein, hat man so was wohl je schon gesehn, Der kleine Leuchter kann wirklich gehn, Die neue kleine Menauroh, seht, Mit einem Knix vor den Kindern steht. Und schon begibt sich ein'neues Wunder, Dte Schabbos-Lamp' kommt von der Decke herunter, Als hätt' sie das täglich bisher getan, Kommt trippelnd sie bei den Kleinen an. Heut' scheinen ja lauter Wunder zu walten, Der Leuchter will gar eine Rede hatten, Doch sagt er, es falle ihm gerade noch ein, Die Schabbos-Lamp' müsse die Erste sein, „Nach Ihnen, Frau Lampe, Sie sind älter wie ich Auch find Sie hier öfter wie ich zu Tisch." Da verbeugt sich die Lampe vor dem kleinen Frauchen, Und während die Kinder staunen und lauschen, Sagt sie, sie wolle vor allen Dingen Gretelchen heut' eine Huldigung bringen, Denn sie sei bestimmt ja, in künftigen Tagen Die Lichter zum Sabbath zu entfachen. Die schönen Flammen so klar und rein, Die sollten dereinst ja ihr Erbteil sein, Drum hätt' sie auch gar keinen Gruno zum Klagen Das wolle sie ihr nur in Güte sagen, Ja freuen müßte sie sich, die Gretel, Daß eben sie ein kleines Mädel. Sie hätte hoch oben sich fast geschämt, Daß Gretelchen sich so gegrämt, Und fast gebühr' ihr drum ein Tadel. — Sie sei ja doch vom ältstem Adel Und sei allwöchentlich zu Gast, So oft die Menschen hielten Rast Von Arbeit, Sorg und Wochenpfiicht, Und wundettätig sei ihr Licht. Be« Nsvttltt. Da fiel der Leuchter ihr ins Wort, Hier sei zum Streiten zwar kein Ort, Doch wenn von Wundern sei die Sprache, Hätt' er den Vorrang ohne Frage. Denn stets von neuem künde immer Der kleinen Lichtchen Freudenschimmer, Wie wundervoll geführt zum Ziele Gott einst die Wenigen gegen Viele, Und eö erzähl' der Lichtchen Reihe Von Kampfesend' und Tempelwethe. Undulegs den Knaben schon ans Herz, Aufrecht zu stehen allerwärtS, Und freudig sie bekennen sollten. Daß sie Mackabtm werden wollen.- Hier erwachte die Kleine und rieb sich die Augen, Verschwunden die Lampe, der Leuchter, daS Frauchen, Und Benno fitzt ohne Zylinder Und reicht ihr das Händchen: Komm, sei wieder gut! Der Vater aber meint: „Das ist doch schade, Während Du schliefst am Tisch hier gerade, Hab' ich Menauroh und Lampe verglichen,"- „2Id/, sagt Gretel, „das Hab' ich inzwischen Alles im Schlafe gehört, und gesehn, Die Beiden können ja sprechen und gehn.". Sie kcguckt sich Menauroh und Lamp' in der Näh' Wie selten. die find so schweigsam wie je; Sie sucht auf den Löckchen mach ihrer Mütze Und greift nur in Haare, verschwunden die Spitze. Das sind doch zu unbegreifliche Sachen! Und sie lacht ihr fröhlichstes Kinderlachen — Und reicht dem Brüderchen lustig die Hände. „Ist Euer Streit nun glücklich zu Ende?" Spricht Mütterchen, „na, dann ist's ja gut, Wenn anders nie Ihr hadern tut, Das schafft kein großes Herzeleid, Wo nur um Pflichten geht der Streit." —-Und die noch Stühle vorhin trennten, Die wandern nun mit verschlungenen Händen, Gar würdig hinter den Eltern her, In Chanukah-Stimmung sie und er, Und freudig singen er wie sie Das „Moans zur jeschnosi“. Nie sah die Freitag-Abend-Stube So froh und herzig Mädel und Bube, Die kleinen Herzen so voll Freude, Weil eben Schabbos und Chanukoh heute! B. 0. Ro. 81 Gelte 11 Denn seine Hilfe Ist stets bereit. Die Eltern ehre. Folg' ihrem Gebot lind hilf dem Armen, Brich ihm Dein Brot! Getreu den Lehren, Tie Er gegeben So richckc ein Tein ganzes Leben! 9ftt de» VUHfttttettteti ist die «edektto» »icht dee««t worttichr insbesondere ist es ««sschkießflich ch»che der Leser, die im «etterneteil e»t-»tte»e» Gmpfe-l»»ge» ritueller «»re» oder sonstige A«s«be» rrli«io»d<esetzlicheu «hurukters «»f ihre ZuverlSsstekett z» prstfru. M> . . -Undeshater . W Leinen-* und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld KilirigL, QrosshetzogL o. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., UptzmBm H-L CrSssh Aaurall dbf Wischeartikel fir 4m lanMut Mrim wm taMnw. Preisliste alt ibbUtuiti tiwft lestiiaatthUn sa Mastn. cißßtf) Maschinenstrickerei Selma Voges Frankfurt am Main ♦ Hochstrasse 23. 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Mein liebes Kind, as die Lichtlein lehren So ernst, so lind: Auf Gott vertrau Zu jeder Zeit, terfelct mufi man schneidern lernen lerfekt Wird bei uns sebneid. gelehrt Perfekt nicht mit anderenUnter nehmen za verwechseln. erfekt schneidern lemt man innerhalb 2—3 Monaten. Mftfiiges Honorar. .er Anaabms v. Schülerinnen — tigllch — Frankfurt a. E, Unterweg 8 Halberstadt Der Wirt des jüdischen Kasinos in Hatberstadt, Herr Gotdschmidt, hatte bekanntlich in diesem Sommer im Harzer Höhenlustkurort .Schierke eine Speisewirtschast errichtet, die unter Aufsicht des Herrn Rabbiner Dr. Auerbach, Hatberstadt, stand. Di: Behörde hatte die Erteilung der Konzession zur Verabreichung von Getränken verweigert. Wie wir nun erfahren, wird Herr Goldschmidt im kommenden Jahre in Sctierke ein größeres, mobeme§ Hotel eröffnen. Inzwischen aber soll die Speisewirtschast in dem herrlich gelegenen, hochmodern eingerichteten Cafe Waldpark auch während einiger Wintermonate von Herrn Golds chmidt weitergeführt werden» und der Wirt des Cafes, der volle Konzession besitzt, wird alle &eJ tränke in streng ritueller Weise verabfolgen. Schon im vergangenen Sommer hatte die jüdische Speisewirtschast trotz der mangelnden Konzession :ine sehr hohe Frequenz zu verzeichnen, und es steht zu erwarten, daß auch der im Harz so herrliche Winter sehr viele Gäste nach Schierke führen wird. Der ganze Betrieb der Speisewirtschaft steht auch fernerhin unter Aufsicht des Herrn Rabbiner Dr. Auerbach in Halberstadt.

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