Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 88 (8.11.1897)
- Date
- 1897-11-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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1685 Schmüike dich selbst. „Mir ist es ganz gleich, wie Du Dich anziehst, solche Schneiderrechnung geht ja Mer alle Begriffe - daran gehen wir zu Grunde — ia wenn ich das gewußt hätte, was Dein', Kleider kosten — eine Frau ernähren kann ich wohl — auch ein Dutzend Kinder, aber die Kleider, die Kleider —" „Lieb Männchen, sei doch ocrnünstig," sucht eine einschmeichelnde Frauenstimme den aufgeregten Eheherrn zu beruhigen. Hilst keine Zärtlichkeit, so kommt vielleicht ein bischen Schmollen, oder als schweres Geschütz müssen Thräncn den Mann zur Nachgiebigkeit zwingen. Wie oft wiederholt sich der Meinungsaustausch im Ehcleben, die Frau braucht immer unnützes Geld für ihre Kleider -- nach der Ansicht des Mannes. „Und mir ist cs ganz gleich, wie Tu Dich anziehst," versicherte er zum tausendsten Male. Aber wehe, wenn die Frau sich häßlich kleidet, wenn die Freundinnen und Bekannten flott, modern und geschmackvoll aussehen — dann schaut der Mann diesen Damen gar leicht zu ties in die Augen, sie gefallen — ohne daß er sich des Grundes recht bewußt wurde, besser, als das angetraute Eheweib. Man sagt, die Liebe des Mannes geht durch den Magen, und die Treue, möchten wir sagen, kann leicht aus Abwege gerathen, wenn die Frau durch ihr Acußeres dem Manne keinen anziehenden, angenehmen Anblick bietet. Es ist nicht Laune, Eitelkeit, Putzsucht, wenn eine Frau oder ein Mädchen ans ihre äußere Erscheinung Werth legt, es ist ihr Selbsterhaltungstrieb, cs ist ihre Pflicht Wenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Garten, eine Frau, die auf Schönheit und Gemüthlichkeit im Hause hält, wird auch stets auf ihre eigene Toilette pflichtschuldigst Werth legen. Die sonst so logischen Männer zeigen in der Fraucnfrage, soll heißen in der Klcidersrage der Frauen, wenig Verstänvniß. Sic verlangen, ihre Frau soll sich elegant, modern kleiden, aber es soll nichts kosten. Da haben die Frauen oft schwer zu kämpfen, nur den sich widerstreitenden Ansprüchen gerecht zu werden, es gilt zu prüfen, zu wählen. Wenn man durch die Straßen einer Großstadt wandelt, so fällt aus, wie die Damen allzu gern gerade vor den Schaufenstern der Konfektionsgeschäfte stehen bleiben, um zu prüfen. Und in den Läden sitzen sie oft stundenlang und lassen sich ost Probe auf Probe vorlegen, bis sie Geeignetes gesunden — oder unbefriedigt von dannen ziehen, um anderswo ihr Heil zu versuchen. Gewiß haben es die Kleinstädter, die Frauen auf dem Lande nicht so bequem mit der Wahl. Mustersendungen macht ja jedes bessere Geschäft, aber die Mustersendungen lassen nur zu oft gerade das Gewüiffchte vermissen Ein Haus, das, soweit unsere gerade nicht geringen Erfahrungen reichen, wohl die größten Mustersendungen macht in Deutschland, ist Oettinger u. 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