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Der Israelit · 1897-08-05 · Heft 62 (5.8.1897) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 62 (5.8.1897)
Date
1897-08-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XA.XVIII Jahrgang. 3\mti Beilage }\\ M 62 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D c u i i 4> I fl n b. Mainz, 1. Ang. Mil Bezug auf die Widerlegungen, welche der von uns in Nr. 54 veröffentlichte Artikel über die bayerischen Rabbinerkonferenzen in Nr. 58 des „Israelit" gefunden hat, ging uns ein längerer Aufsatz zu, in welchem die Ansichten unseres ersten Korrespondenten vertheidigt unv die ihn betreffenden Unterstellungen und Vermuthungen als haltlos und irrig zurückgewiesen werden. Nachdem mir unfern Standpunkt über den Nutzen oder das Bedenkliche solcher Verbandsgründung^n bereits wiederholt in früheren Aufsätzen (Israelit 1892 Nr. 60; 1804 Nr. 47) klargetegt haben, halten wir zur Zeit eine weitere Veröffentlichung zur Sache für überflüssig und inopportun, und bemerken nur, daß für die Thalfache, daß der Aufsatz in Nr. 54 nur in der redlichsten Absicht, der Sache des wahren Judenthums zu nutzen, geschrieben worden ist, nicht der geringste Zweifel zulässig ist für den, der die Person des Autors wirklich kennt und hierin nicht auf leere Vermutbungen angewiesen ist. ** Memel Die Ausweisung ausländischer Juden aus unserer Stadt dauert noch immer fort. In voriger Woche wurde wieder ein alter Jude in Haft genommen, weil derselbe der Zwangsverfügung, das diesseitige Staatsgebiet bis zu einem gewissen Termine zu verlassen, nicht nachgekommen war. Derselbe hat sich hier vor einige'' Jahren niedergelassen, nachdem er vorher in Amerika sich das dortige Bürgerrecht nebst einigem Vermögen erworben haben soll. Hier gründete er sich ein kleines Gewerbe, das er bisher ungestört fortgeführt hat. Wie sehr übrigens diese Leute sich hier eingelebt haben und wie verbängnißvoll und entscheidend diese Maßregel für deren Lebensstellung sein muß, das beweist so recht die Ausdauer, mit welcher dieselben die von den Behörden verhängten Strafen über sich ergehen laffen, sowie ferner deren unausgesetzte Bemühung, durch mancherlei Eingaben und Bittschriften das weitere AufenthaltsrechtS in hiesiger Stadt zu bewirken. — So soll ein anderer mit Ausweisung bedrohter Jude dieserhalb schon zum „sechsten" Male Haftstrafe verbüßt haben. Was aus diesen Leuten nun werden wird? Hoffen wir, daß es recht bald eine für die Betreffenden günstige Wendung nimmt. Aus Bayern. In Nr. 50 des „Israelit" befindet sich eine Mittheilung aus der „Münchener medicinischen Wochenschrift", die mehrfache Unrichtigkeiten enthalt. Zunächst ist Joma 83 a — diese Stelle bat der Artikelschreiber im Auge — gar nicht vom Bcrsöhmmgstage die Rede, sondern davon, ob man überhaupt ein derartiges Heilmittel, weil von einem unreinen Thiere stammend, gebrauchen darf; vcrgt. Raschi daselbst **c*k *8 rrn*?. Ferner handelt es sich don nicht um die Leber, sondern um -7327- -un d. i. das Zwerchfell. Und endlich kann inan nicht sagen, daß die Rabbincn des Talmud erlaubt haben am Versöhnungstage dergleichen zu essen, nachdem die Mischna im Gegemheil lehrt: prsc “n man darf ihm nichts davon geben, nicht einmal an gewöhnlichen Tagen, weil es nicht als probates Heilmittel anerkannt wird. Nur ein einziger Lehrer irr p xvc “ ist der Ansicht, daß es zu gestatten sei, diese Anfickü wird jedoch von der Halacha nicht aeeeptirr. Wenn cs in dem bei reffenden Artikel ferner öeißt, in der bezüglichen Diskussion im Talmud wird betom „das; der Ausbruch der Hundswuth bei dem gebissenen Menschen um so leichter verhütet werden kann, je eher mau bei diesem die erwähnte Maßregel anwendet" so beruht das auf einem Jrrthum; im Talmud finde; fick) dergleichen nicht. X. P o r l u g a l. "' Lissabon, i V a s e o d e G a m a n n d seine jüdischen Genossen.) Am 8. Juli beging das Königreich Portugal und mit ihm die ganze gebildete Welt die 4<><fiährige Erinnerungsfeier der Auffindung des Seeweges nach Ostindien durch Vaseo de Gama. Bei dieser Gelegenheit geziemt es sich, auch desjenigen Mannes zu gedenken, der, obwohl sein 'Name in der Geschichte nicht gefeiert ist, doch die spanischen und portugiesischen Entdeckungen wesentlich gefördert, ja, wie man vielleicht behaupten darf, den Ausschlag für die Unternehmung de Gama's gegeben hat. Es war dies der jüdische Mathematiker und Astronom Abraham Zacuto, ein persönlicher Freund sowohl von Columbus, wie von Vaseo de Gama. Geboren zu Salamanca, wohin sein Großvater aus Südfrankreich eingewandert war, hatte er durch die Vermittelung des dortigen Bischofs an der alten spanischen Hochschule sich den Wissenschaften hingeben dürfen und war dann Proseffor an derselben geworden, bis ihn später der portugiesische König Don Manuel zu seinem Mathematiker und Astrologen am Hose zu Liffabon machte. Zacuto war Verfasser eines Almanac-h perpetuum mit Sonnen-, Mond- und Sternentafeln; diese Tafeln hatte Columbus auf allen seinen Fahrten mit sich, aus denen sie ihm außerordentliche Dienste leisteten. Das besondere Verdienst aber, welches Za-

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