Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 60 (29.7.1897)
- Date
- 1897-07-29
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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j L; ..*.' "'l'1'77 lf MT Ml/ ..' .. i ) F,. . r^* > 7-5' Xm ill Jahrgang. Zweite Beilage zu M 60 des „Asraeiit". Lilerarfchcr Wericht. P L. Mschmann und M. Liebermann: Kofo (bajo. .^becö Hebraiiliie U1u8tl66 suivante la metliode de prononeiation basee sur le son des lettres poiir ecole et maison. mrD* xipD D>rtr*",-ir-;-:X “cDD lec n * r n s tr rrrerr r-ivx cs? rvTrxrrrctr«"^ ncy-nsrr. Riga 1897. Ernst Platüs editeur. 8° 79 p. Hier in Palästina, wo Der einzige gute Unterricht in jstDischen Schulen *) in hebräischer Sprache statlsindet, wo man täglich Beispiele vor Augen tiat, wie die Kinder anders reden wie Die Eltern, in hebräischer Sprache denken und reden, must man jede neue Erscheinung ans dem Gebiete hebräischer Schnlliteratur mit reger Aufmerksamkeit, mit lebhastem Interesse unD untersuchenDer Kritik verfolgen. In Diesem Sinne miisten wir auch die oben genannte neue hebräische Schrcib-Lcse-Fwel von d>'M Standpunkte der Brauchbarkeit für eine Schule betrachten, wo das Hebräische als Muttersprache gelehrt wird. Ein Theil der Kinder, wenn auch bisher noch ein geringer, spricht und versteht ja, wenn er m der Schule eintritt, überhaupt nur hebräisch, und auch die andern hören bald aut, in der Schule und im Umgaoge einer andern als der hebräischen Sprache sich zu b.diencn. Die einzigen Schwierigkeiten, die sich Der Neucinsührnng der hebräischen Sprache als Unterrichts- und Lebens spräche noch entgegenstellen, sind Der Mangel an gewissen Lehrbüchern, Der Mangel an GelD für Die Schulen unD endlich Der Widerstand Des zeitweiligen Sekretärs der Alliance Jsraelite Universelle, der manche Male den Jrrtyum begeht zu glauben, Dast die Alliance eine französische, keine israelitische Institution ist. Dieser letztere Widerstand ist der gröstte, und selbst der bisherige Geldmangel für spezifischhebräische Schulen ist nicht so schwerwiegend, um ausschlaggebend zu sein. Der Mangel an Schulbüchern enDlich ist der geringste Fehler, weil ihm durch Das Erscheinen immer meor neuer guter Werke mehr und me'ar Genüge geleistet wird. Bon unserem so gekennzeichneten Standpunkte als praktische Arbeiter, bzw. als interesstrte Zuschauer aus Diesem Gebiete begrüßen wir Das neue Büchlein der Herren Fischman und Llebermann, das zwar schon Vorgänger aus seinem Gebiete auszuweisen hat, Das aber bei dem billigen Preise von 80 Kopeken das Beste leistet, was man für Diesen Preis verlangen dürfte. Die Abbildungen sind klar, deutlich und dem Verständnißkreise, wie dem Interesse des Kindes enb *) Abgesehen von Facbscbuün. nommen, und der begleitende Text methodisch geordnet. Nur hätte man nicht v und x als die ersten Buchstaben nehmen sollen. Da Diese zwar nicht dem sephardischen, wohl aber dem aschkenasischen Kinde lautliche Schwierigkeiten bereiten. Dagegen muß hervorgehoben werden, dast der große deutliche Druck, in Dem Die ganze Schönheit Der hebräischen Quadratschrist zur Geltung kommt, nichts zu wünschen übrig läßt. Auch Der zweite Theil, der ein Elementarlesebuch ist, entspricht ganz Dein Verständnisse des Kindes und dürste seine Aufmerksamkeit in hohem Maße fesseln. Nur hätten wir gern für unser Land lieber ein Gebet für Se. Maj. den Sultan Abdul-Hamid als für den russischen Kaiser dort gesehen. Freilich haben die Verfasser wobl nicht in erster Linie an Palästinische Kinder gedacht. Aus Diesem Grunde ist wohl auch nur Die aschkenastsche (Aussprache unD) Kursivschrift und nicht auch Die sephardische berücksichtigt worden. Ebenso erklärt es sich auch aus Diese Weise daß Die Bilder, soweit sie Gesichter geben, nichtseniitische Typen Darstellen. Doch glauben imr dem Buche kein besteres Zengniß ausstellen zu können, als dast wir nur solche Kleinigkeiten auszusetzen fanden. Wir müssen unbedingt einrüumen, daß das neue Buch in pädagogischen, wie in sprachlicher Beziehung durchaus sachenlsprecheno uno vorzüglich ist, und daß wir diese Fibel nicht nur dir hiesige sondern auch für jüdische Schulen in Europa m jeder Weise empfehlen inüssen. Freilich ist es charak.eristisch und bedauerlich zugleich, daß em so vorzügliches Lehrbuch für jüdische Kinder in einem mchtjüdischen Verlage erscheinen mußte. — Jaffa (Palästina), den 18. DaniuS Dr. . . . Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. öcite v r. - llnga r. Mo u archi e. Wien, 19. Juli (Der Sturm auf die Aerztekammer — abgeschlagen.) Wir haben vor Kurzem über den von den Antisemiten umernonimenen Versuch, die Wiener Aerztekammer in ihre Gewalt zu bekommen, berichtet. Dr. Räder entdeckte, daß vierhundertfüns nach Ungarn zuständige Aerzte derselben angehören und stellte sich darüber sittlich entrüstet, daß diese bei den Wahlen in die Aerztekammer das aktive und passive Wahlrecht ausüben. Der Magistrat beeilte sich, bei der Anlegung der Listen für die demnächst stattfindende Neuwahl allen diesen, ihre Beiträge zahlenden und in Wien ansässigen ordentlichen Mitgliedern das Wahlrecht für die Aerzte-