Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 56 (15.7.1897)
- Date
- 1897-07-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XOTm Jahrgang. Weite Beilage M M SR ürs „IsraeUt". Literarische Hlotiz. Branveis' ittustvirter israelitischer Volkskalender ist im Verlag der Buchhandlung Jacob B. Brandeis in Prag für das Jahr der Welt 5658 (1897/98) erschienen und bietet auch in diesem Jahrgange übersichtlich geordnet ein reichhaltiges Material für den Synagogen- und Geschäftsgebrauch nebst gewählten Beiträgen zur Unterhaltung und Belehrung. An das Kalendarium schließen sich die wichtigsten Gebetordnungen u. Synagogenvorschriften, die Eintheilnng der israel. Fest- und Fasttage mit den für dieselben giltigen rituellen Vorschriften und eine deutsche Uebertragung des Synagogen-Ritus „Minhagim" von Marcus Redisch. Dann folgt die meterologische Abtheilung mit der muthmaßlichen Witterung, den Jahreszeiten und Finsternissen und den Beschluß bildet der GeschäftStheil mit dem Verzeichniß der Jahrmärkte in Böhmen, Mähren, Schlesien, Oesterreich und den Alpenländern, Galizien und Bukowina, Siebenbürgen und Ungarn, Auszügen aus den Stempel-, Post-, Telegraphen- und Telephon-Bestimmungen, Münzumrechnungstabelle 2C. Der „Salon für Unterhaltendes und Belehrendes" enthält eine spannende Erzählung „Die Brüder" von Dr. Max Grünseld, ein Gedicht von der Gräfin Josevhine zu Leiningen-Westerburg, Biographien mit Porträts des Lord-Mayors von London und des Hofrathes Prof. Dr. Pribram, einen kurzgefaßten Leitfaden zur Matrikenführung u. A. Zeitungsnachrichten und «Korrespondenzen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Ung. Brod. Seit circa 27 Jahren besteht dahier eine orthodoxe Privatbetversammlung, welche abgetrennt von der Hauptgemeinde auf eigene Kosten sich erhalten hat. In Folge des neuen Gesetzes vom 21. März 1890 wollte der Cultusvorstand unsere Betversammlung auflösen, es wurde uns bei Androhung von 14 Tagen Arrest oder st. 100 Geldstrafe, verboten die Versammlung abzuhalten, und in das Statur der Eultusgemeinde wurden solche Bestimmungen ausgenommen, welche unsere Belversammlung unmöglich nrachen sollten und den Cultusvorsteher selbst in religiösen Fragen über den Rabbiner setzten. Alle gütlichen Anstrengungen waren vergebens. Da langte eine Verordnung vom Ministerium für Cultus und Unterricht vom 18. März 1897 Z. 3000 ein, mit einer Belehrung der löbl. k. k. Bezirkshauptmannschaft vom 20. Juni 1897 Z. 5172, wonach auf die Toleranz des citirten Gesetzes, auf die irrthümliche Auffassung des der Eultusgemeinde zustehenoen Aufsichtsrechtes aufmerksam gemacht wurde, mit dem Passus, daß da, wo zu besorgen ist, daß der freie Bethätigung die religiösen Ueberzeugung beeinträchtigt ist, dem Prinzips des §. 25 volle Geltung zu verschaffen ist und muß hiebei stets darauf Bedacht genommen werden, daß durch die Statutenbestimmung etwaige Minoritäten in der Eultusgemeinde in ihrer Gewissensfreiheit nicht beengt werden. England.? London. Sehr trübe Nachrichten kommen aus Persien. In Teheran hat die mohamedanische Geistlichkeit neue Hetzen gegen die Juden eingeleilet. Sie droht alle Juden, die nicht den Islam bekennen wollen, aus dem Lande zu treiben, und ihr Rädelsführer der Mostahid Sayid Rahan Allah hat die Oberrabbiner zu sich beschieden und hat ihnen diese Alternative gestellt. Gleichzeitig ist das aufgehetzte Volk über die Juden hergefallen, hat ihr Quartier geplündert und mehrere mißhandelt und gemartert, so daß sogar einige, darunter der Sohn des Chacham Neyovray dem jüdischen Glauben untreu geworden sind. Die Regierung ist freilich eingeschritten und hat Soldaten abgesandt, welche das jüdische Quartier bewachen sollen, doch scheint es, als wenn der Schah selbst und sein Ministerium, das allgemein als judenfeindlich galt, der allgemeinen antisemitischen Strömung nicht gebieten könnte. Denn auch die Behörden sind schärfer als je gegen die Israeliten, haben wieder das Tragen des Judenabzeichens verlangt und auch sonst die alten beschränkenden Vorschriften erneuert und neue hinzugefügt. Wie es heißt hat die Alliance Jsraelite Universelle bereits die Hilfe der französischen Regierung erbeten, während die Anglo Jewish Association und die Board of Deputier gemeinsam bei der englischen Regierung vorstellig geworden sind, um ihre Hilfe für die armen verfolgten Juden Persiens zu erbitten. Palästina. <0 Jossa, den 15. Siwan. Am 16. Mat gingen von hier in Begleitung des Herrn N. G l ü ckmann aus Ekron 24 Bäume aus den jüdischen Dörfern Rischon-l'Zion und Ekron ab. Leider ist bei der Verladung der 25. Baum, eine prächtige Olive, in's Meer gestürzt. Die Bäume, die für die Hamburger Allgemeine Gartenbauausstellung bestimmt sind, gingen zuerst nach Alexandrien, wo sie einige Zeit stehen blieben, um am 4. Juni von dort mit dem Dampfer „Rhodes" nach Hamburg weiterzugehen. Als sie in Alexandrien waren, fand täglich dort eine