Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1897)
- Date
- 1897-04-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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f ■»W-W. |t,,f J,.!lrJ'-JF.'J-V 4 JlkXXYin, Jahrgang. Zweite Beilage;u M 28 des „Israelit“. ZeitungAnachrichten u»rd (Korrespondenzen Deutschland. Eft. Berlin, 4. Anril. Die Trauerfeier für Juftizrath Makower hat soeben unter Betbeiligung hervorragender Juristen und angesehener Mitbürger hiesiger Stadt im Trauerhause stattgefunden. Auch der greise Professor Theodor Mommsen war erschienen. Nach Absingung eines Liedes ergriff Herr Rabbiner Maybaum das Wort und schilderte in ergreifenden Zügen die Verdienste des Dahingeschiedenen. Nach ihm sprach der Vertreter der hiesigen Anwaltskammer, alsdann erfolgte der Schlußgesang. München, 2. April, p; rr-y. Ein edler Mann, ein guter Jehudi, ist uns durch den Tod entrissen worden. Herr Bernhard Frankel beendete sein frommes Leben am vergangenen Mittwoch und kam heilte — p“tn? — zur rvrzp. Der Verstorbene kam vor mehr als 50 Jahren in den bescheidensten Verhältnissen hierher und brachte es durch Fleiß und unermüdliche Thätigkeit zu einem wohlhabenden Manne; Biederkeit und redlicher Sinn haben ihn auf allen seinen Lebenswegen begleitet, rwena p* xe*;. Der Verewigte hielt fest an den Grundsätzen unserer Religion, die Ausübung der rraia befolgte er gewissenhaft, der war ihm heilig, die rme jra» war nicht gering in seinen Augen, er beschäftigte sich mit dem Lesen heiliger Bücher, der allsabbatlichen Sidra und einer Reihe von nwe ’ibd. Um die Thorajünger zu unterstützen, gründete er vor einigen Jahren eine Talmud-Thora-Stiftung, leider war es ihn: nicht lange vergönnt, die Früchte dieser guten That genießen zu sehen. — Und wie er religiös war, so erzog er auch seine Kinder religiös und ermahnte sie, fest darin zu verharren. Im Wohlthun war er unermüdlich, er wußte, daß er von den ihm beschiedenen irdischen Gütern den Armen geben mußte, und er that es gern, mit offenen Händen. Nicht nur allein die, welche zu ihm kamen, wurden von ihm reichlich beschenkt, er suchte auch die Armen auf, er sandte hinaus in die weite Ferne seine Gaben; auch was sonst den Armen so wohl thut, gab er schöne Worte, spendete Trost in ihrem Elend, trocknete viele bittere Thränen, linderte viel Noth, stand ihnen mit Rath und Thal bei. Der Verblichene war ein Biedermann, bei Jedem beliebt und Jedem Freund. — Möge ihm die Erde leicht sein. Traun. Schweinsurt, im April. Bei Abbruch eines alten Gebäudes dahier, und den Erdarbeiten zu einem neuen, wurden in den letzten Wochen zahlreiche Leichenreste gesunden, betreffs deren alsbald die Vermuthung entstand, daß sic von einem jüdischen Friedhof herrühren könnten. Anlaß zu dieser Vermuthung gaben verschiedene Umstände, unter anderem auch ein gut erhaltener Grabstein aus dem Jahr 1441, der schon vor längerer Zeit in der Nähe jenes Gebäudes aus der Stadtmauer gebrochen worden war. Die Vermuthung fand durch Chronik-Berichte direkte Bestätigung und wurde durch Anlage und religiöse Observanzeri des aufgedeckten Friedhofs zur vollen Gewißheit. Daraufhin wurde ein Polizeirefkript erwirkt, das die Sammlung der Leichenreste anordnete, wofür die hiesige israelitische Kultusgemeinde in pietätvoller Weise Sorge trug. Die gesammelten Ueberreste wurden auf Anordnung des Rabbinats auf dem Friedhof 31t Euerbach beigesetzt, im Beisein des Rabbiners und des Vorstandes der hiesigen Chebrah Kaddischah. Bei diesen: Anlaß sei bemerkt, daß hier von 1368 bis 1636 Juden wohnten, deren Geschichte, die viele kaiserliche Privilegien aufweist, demnächst eine Bearbeitung erfahren wird. Literarische Notiz. Fürth, 2. Nisan. Nachdem in der jüngsten Nummer des „Israelit" Herr Dr. Wolf sich für Beibehaltung des -<27! bei der Ankündigung des n"~i ausgesprochen, selbst wenn zwei Tage n"2 kommen, möchte ich doch auch meine Ansicht weiteren Kreisen ossenbaren. ^chon längst habe ich es ausgesprochen und von anerkennenden Autoritäten bestätigen hören, daß man bei Verkündigung von zwei Tagen iT'-i das betreffende Wort D’jon sagen müsse. Es wundert mich um so mehr, daß Herr Dr. Wolf für das N2H plädiert, da cs sich doch selbst nach seiner Auseinandersetzung nicht rechtfertigen läßt. Allerdings kann mau >''P271 von!2“2 ebensowohl sagen, wie von jeder anderen Zeit und sogar von einer Mehrzahl von Tagen mit ton, wenn die Mehrzahl durch direkte Aufeinanderfolge eine Einheit bildet. Nur paßt das X271 nicht in dem fraglichen Falle. Der Satz ">21 'VT ’JtPE 7i"-> ist ein Ausruf, der eigentlich mit dem 'UZv DV2 'VT oder — nv2' — Di’2 vollständig seinen Absch uß erlangt hat. Daß nachher noch >"p27! kommt, hat seinen Grund darin, daß wir bei jeder zu erwartenden Zeit uns dieser oder ähnlichen Wunschformel bedienen. Wie kann aber der Relativsatz 7"p27I sich aus rri beziehen, da nachher noch ein anderes Hauptwort, nämlich □!’ kommt und das spätere 8"p27> doch unmöglich eine Erweiterung des ersten Ausrufs''71'TT 2 sein kann? In letzterem Falle mußte cs entweder iT7p N2'i oder U’Py joi beißen. Herr Dr. Wolf fühlt das und sucht sich durch eine eigene Construktion zu helfen. Diese Eonstruktion ist aber unmöglich; denn wie kann man einen Relativsatz nach einem 'pätern Hauptworte mit einem am Anfänge des Satzes sich befindenden Subjekt, das durch Prädikat vervollständigt worden, in Verbindung bringen? Der Beweis von itiehtt ist hinfällig, da mit diesem Worte ein ganz neuer Satz be>