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Der Israelit · 1896-10-01 · Heft 78-79 (1.10.1896) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 78-79 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Neuerer Zeit der Versuch gemacht worden, diese stummen und doch so beredten Zeugen als Geschichtsquelle zu verwerthen. Auch das vorliegende Werk verdankt diesem Bestreben seine Entstehung. Buber hat sich aber nicht darauf beschränkt Grabsteimnschrfften zu kopiren; mit stauneuswerther Belesenheit hat er aus zahlreichen Werken Data gesammelt und Notizen zusammengetragen, so daß er von vielen Berühmtheiten eine kurze und, soweit möilich, auch erschöpfende Biographie geben konnte. Wer da weiß welche Rolle die Lemberger Gemeinde und deren oyi»u in dem Geistesleben der polnischen und zumeist auch der aschkenasischen Juden gespielt haben und daß diese Gemeinde von jeher ein berühmter Sainmel- und Brennpunkt talmudischer Gelehrsamkeit gewesen, der wird nicht erstaunt sein, hier einer großen Zahl von Berühmtheiten zu begegnen, die durch ihre Gelehrsamkeit einen Weltruf erlangt haben. Das Werk, das 250 Seiten Großoklav hat, enthält in alfabetischer Reihenfolge 564 Namen, darunter solche von bestem Klange, wie z. B. den berühinten Verfasser des am *tkd, 'esc can wirr u. A. m. Zum Schlüsse bringt der Verfasser noch einige Auszüge aus dem opx der Lemberger Gemeinde, die auch kulturhistorisch von großem Interesse sind. Der unermüdliche, trotz des schweren Schicksalsschlages, der ihn durch den Tod seines Sohnes betroffen, noch immer arbeitssrohe Verfasser, ist gegenwärtig mit der Herausgabe eines ähnliches Werkes über die Berühmtheiten der Soikiewer Gemeinde beschäftigt. Den Ertrag des vorliegendes Werkes hat er einem edlen pietätvollen Zwecke geweihr: der Aufrichtung und Renovirung der alten riM aus dem Lemberger w'nn jra. Wer das Werk erwirbt hat Theil an diesem in jeder Beziehung verdienstlichen Unternehmen. Der Preis, Mk. 2.5Ö, ist so niedrig gestellt, daß es sicherlich dem Werke an zahlreichen Käufern nicht fehlen wird. Dasselbe ist durch den Verfasser, Salomon Buber in Lemberg, zu beziehen. — n — Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen Deutschland. Ans Bayern, 20. Sept. In Ergänzung Ihrer Mittheilung über den Schwindler Schapiro theile ich Ihnen mit, daß derselbe trotz aller Warnungen schon viele Jahre hindurch sein schändliches Gewerbe in Deutschland ausübt. Vor einigen Jahren kam derselbe nach dem im Rabbinatsbezirke Schweinfurt gelegenen Orte Schonungen und suchte nach Arbeit. Man war bereit, demselben einige n"D zum Ausbessern zu geben, doch verlangte man vorher seine Ermächtigungsschriften zu sehen. Auf Befragen darnach gab der Schwindler an, er habe die bezüglichen Papiere, weit hebräisch abgefaßt, dem Distriktsrabbiner von Burgpreppach zugesandt, damit er sie autoritativ übersetzt erhalte und infolge hievon in Untersranken leichter Arbeit finde. Eine Anfrage bei Herrn Dr. Deutsch, damaligem Rabbiner zu Burgpreppach, ergab das Lügenhafte dieser Angaben, worauf der Schwindler beschämt abziehen mußte. Möchte dem Elenden sein verbrecherisches Handwerk bald gelegt werden. Bom Main, 25 Sept. Aus dem diesjährigen Verbandstag der freien religiösen Gemeinden Süddeutschlanvs gelangte folgende Erklärung zur einstimmigen Annahme: „Der 14. ordentliche Verbandstag der freien religiösen Gemeinden Süddeutschlands verurtheilt es auf das Entschiedenste, daß in verschiedenen deutschen Bundesstaaten der Austrittt aus den Landeskirchen mit einer mehr oder minder großen Steuer (Stempelgebühr) belegt und dadurch zu einem Vorrechte der Besitzenden gemacht wird. Er verlangt auf Grund der in allen deutschen Staaten garantirten Glaubens- und Gewiffensfreiheit, daß die Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellfchaft oöcr Kirche fürderhin nicht mehr durch derartige, für Viele unerschwingliche Gebühren zu einer Sache des Zwanges gemacht werde. Er verlangt dies im Jntereffe aller Religionsgesellschaften selber, denen doch nichts daran liegen kann, die ihnen innerlich Entfremdeten durch ein derartiges Zwangsverfahren ferner an sich zu fesseln. Kissittgen, im Sept. Während man in allen namhaften Städten und insbesondere in den Badeorten mit Recht bestrebt ist, etwa noch bestehende Mißstände in Bezug auf Salubrität und sanitäre Verhältniffe zu beseitigen, trägt man sich hier, in dem bekanntesten und besuchtesten Bade Bayerns, mit der Idee, das alte Schlachthaus, das allen hygienischen Anforderungen zum Trotz im Innern der Stadt in einem Gewinkel von Gäßchen liegt, auch noch zu erweitern. Statt es aus diesem ältesten und in sänitärer Hinsicht jedenfalls am übelsten bestellten Bezirke zu entfernen und außerhalb der Stadt zu verlegen, sollen die seither schon oft beklagten Mißstände noch vermehrt werden, trotz der wiederholten Abweisung durch das kgl. Bezirksamt, trotz des vernichtenden Urtheils des kgl. Bezirksarztes, trotz der dringlichsten Einsprache der israelitischen Kultusgemeinde und fämmtlicher Adjacenten. Kaum glaublich, aber wahr! Die Stadt, die bei einer Musterkanalisation keine Opfer scheute, soll nun gegen den Willen aller vernünftig Denkenden vor angeblich zu hohen Kosten bewahrt werden, während der Umbau und die Vergrößerung, die sich ja doch schon in absehbarer Zeit ungenügend erweisen werden, kaum wesentliche Ecsparniffe gegenüber einer vollständigen Verlegung ergeben. Es würden dadurch nicht nur

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