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Der Israelit · 1896-08-06 · Heft 63 (6.8.1896) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 63 (6.8.1896)
Date
1896-08-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXX VII. Jahrgang. Jmnlt Beilage m M 63 -es ^AsrueliN. ÄLerarisches- Emvfehlenswerth sind die „Tabellen zur Geschichte der Juden uud U) rer Sit eratur" von Dr. M. Stern (Kiel 1896. Ficeche.) Herr Dr. Stern hat als Historiker sich schon einen Namen von so gutem Klang erworben, daß ein Werk aus seiner Hano nicht erst besonderer Empfehlung bedarf. Dirne Tabellen kommen in der That einem Bedürtniß entgegen, ne ermöglichen es auch dem unbeniittelten Schüler sich ein Buch anzuschaffen, das für das Festhalten des in der Stunde Gehörten von äußerster Wichtigkeit ist. Ich nehme nämlich an, im Gegensätze zum Vers., der sich in einer kleinen Vorbemerkung darüber ausläßt, daß während der Unterrichtsstunde weder Schüler noch Lehrer ein Buch vor sich haben. Der lebendige Vortrag ist der beste Lehrmeister und häufiges Abfragen nach kurzem Vortrag muß dienen, das Gehörte zu befestigen. Diese Tabellen können nun zu Hause als Erinnerungsmittel für das in der Stunde Gelehrte gut nützen. Daß nicht alle Zahlen gelernt werden sollen, verlangt der Vers, selbst nicht, aber diese Zahlen sind ein gutes Drientirungsmittel. Der Preis beträgt, stark earton. 70 Pfg., brosch. 60 Pfg. Schulen, Lehrern und Vereinen wird ein entsprechender Rabbat bewilligt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, ätt. Juli. (Aus den Erinnerungen eines alten Kastellans). Herr A. Littauer, der seit mehr als 4<» Jahren im Dienste der Berliner israelitischen Hauptgemeinde thätig ist, feierte in dieser Woche sein 3"jähriges Jubiläum als Kastellan der Neuen Synagoge, die im September des Jahres 1866 eingeweiht wurde. Es ist nicht ohne Interesse, in den aktenmäßig von dem jetzt 80jährigen Kastellan geführten Listen der Besucher des Gotteshauses so manchen bekannten Namen zu sehen. Am 5. September 1866 war Fürst Bismarck in der Neuen Synagoge, am 7. September Moltke. Der nachmalige Kaiser Friedrich war als Kronprinz mehr als 20mal dort. Der jetzige Kaiser wohnte als Prinz Wilhelm mit dem Prinzen Heinrich am 1. April 1874 dem Gottesdienst bis zum Schlüsse bei, ebenso am 27. April 1677 Prinzessin Charlotte. Nachdem im Februar des Jahres 1870 das Gotteshaus infolge eines Brandes in Gefahr gerathen war, erschien der Kronprinz mit dem Prinzen Karl dort, um sich nach der Ursache des Brandes zu erkundigen. Der künstlerische Werth des Baues in der Orauienburgerstraße ist weithiu bekannt, am 18. Oktober 1866 waren Architekten zur Besichtigung erschienen. lischt nur sämnitliche regierenden Fürsten Europas, sondern auch die chinesischen, japanischen marokkanischen Gesandtschaften finden wir in der Chronik der Besucher. Interessant sind die Aufzeichnungen des Kastellans über den am 3. ^uni 16? 3 erfolgten Besuch des Schab von Persien. Nassredin sprach den Wunsch auo, die heilige Lade zu sehen. Alodieselbe geöffnet witrde, verneigte sich der Schab, während die achtzehn Herren seines Gefolges 'ich zit Boden warfen. R u ß l a n d. (~) Derbend am Kaspisee, im Juli. Die jüdischen Gemeinden am westlichen User des Kaspisees — das östliche Ufer dieses See'o ist, da es eine Wüste bildet, noch immer unbewohnt — die theils zu Nußland, theils zu Persien geboren, fteheil schon seit Jahrhunderten als Ufcrnachbarn in einem innigen Verkehr miteinander, und es ist gar nichts Seltenes, daß jüdische Eltern in einer solchen persischen Hafenstadt ihre Kinder zu einer befreundeten jüdischen Familie in einer solchen russischen Hafenstadt in die Kost geben, damit sie dorr Russisch erlernen und so auch vke versa. Auch durch zahlreiche Heirathen sind die Juden in diesen Hafenstädten enge mit einander verbunden. Da aber an biejem See das Russische immer mehr an Ausdehnung uttd Bedeutung gewinnt, so hat jetzt die jüdische Gemeinde in der persischen Hafenstadt Kescht eigens einen russischen Lehrer bestellt, damit er ihre Jugend in der russischen Sprache unterrichte. Sehr erfreulich ist es auch zu sehen, daß die persischen Juden eifrig russische Bücher einkausen, um sie ihren Kindern zum Lesen und zu ihrer Ausbildung zu übergeben. Dermischtes. Paris. Das c'omils de la Bienfaisance Israelite in Paris hat eine Einnahme von 437,639 Frc. und eine Ausgabe von 433,639 Frc. während des verflossenen Jahres gehabt. Man kann sich nach diesen Summen denken, wie viel Noth durch die Thätigkeit dieses Komites gelindert wurde, aber auch wie viel zu lindern war. Taganrog. Die hiesige offizielle Zeitung bringt die folgende Schilderung des Lebenslaufes eines jüdischen Braven. Ehaim Zaitschikoff wurde mit 19 Jahren den Eltern entrissen und in die Soldatenschule gesteckt. 6 Jahr später wurde er dem Regimente Brodino inkorpirirt, welches den Dienst in den inneren Gemächern des Kaisers Nicolaus zu versehen halt«-. Zaitschikoff hatte wiederholentlich die Nachtwache bei diesem Zaren und wurde mehrmals von demselben seiner guten Haltung halber ausgezeichnet. Er besitzt folgende Orden: Für 20 Jahre tadelfreier Dienstzeit den St. Annen-

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