Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 40-41 (21.5.1896)
- Date
- 1896-05-21
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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786 Garlenhofe des ehemaligen städtischen Kinderasyls in der Maria-Theresiastraße in Anwesenheit des Magistratsraths Kumlik abgehaltene Millenniumbaumpflanzung, verbunden mit einem Festbankett der Pfleglinge. In dem mit Reisig und Fahnen dekorirten Hausgarten hatte sich um 5 llhr Nachmittag die aus zirka 30<> Güsten (Damen und Herren) bestehende Gönnerschaft dieser jüngsten Preßburger Wohlthätigkeitsanstalt eingefunden. Nachdem Oberkantor Schwartz das Abendgebet verrichtet hatte, begrüßte Primarius Dr. I. Fischer als Präses des Verwaltungsausschusses die Erschienenen in schwungvoller, mit patriotischer Wärme vorgetragener, erst ungarischer, dann deutscher Ansprache, in welcher er die hohe Bedeutung der Millennarfeier für jebeu einzelnen Bürger des Vaterlandes betonend, die im Altenheim untcrgebrachten Greise glücklich pries, daß es ihnen gegönnt war, dies seltene Fest zu erleben, mit dem sie sich ebenso wie die mitten im Kampfe des Lebens stehende patriotische Jugend freuen sollen. Stürmischer Beifall lohnte den Redner. Die Pfleglinge (13 an der Zahl, Frauen und Männer) wurden hierauf unr den bereits gepflanzten Baum gestellt; der Schriftführer des Verwaltungsausschusses, Buchhändler H. Steiner, verlas die auf das Millennium und das Haus bezügliche ungarisch-deutsche Pergamenturkunde, worauf dieselbe in eine Messingkapsel wohl verschlossen durch Herrn Joel Wolf unterhalb des Baumes in die Erde versenkt wurde. Der Synagogenchor begleitete diese feierliche Handlung mit dem vorzüglichen Vortrage des „Szözat" und des „Hymnus/' Hierauf beleuchtete Buchhändler H. Steiner in längerer, von vielem Beifall unterbrochener Rede die Bedeutung des patriotischen Festes vom spezifisch israelitischen Standpunkte: Schon der Prophet Jeremias (Kap. 49. Vers 4—7) habe den in die babylonische Gefangenschaft geführten Glaubensbrüdern die größte Anhänglichkeit und Liebe zum neuen Vaterlande eingeschärft. Die Juden waren immer und überall, selbst unter dem größten Drucke gute Patrioten. Ungarn sei von jeher das Land der religiösen Duldung gewesen; die ungarische Nation, ausgezeichnet durch echte Rcligiösität, welche frei ist von jedem Fanatismus, selbst leidend unter mehrhundertjähriger , drückender Fremdherrschaft, habe fremdes Leid mitzuempsinden gelernt und ihr makelloses Wappen niemals mit Judenverfolgungen befleckt. Das Millennium finde nicht nur die bürgerliche Emanzipation der israelitischen Bewohner dieses Landes, sondern auch die Rezeption der jüdischen Religion durch eine erleuchtete Gesetzgebung ausgesprochen, durch die Gnade des Königs sanktionirt. Hierin sei in erster Linie die hochsinnige Anerkennung ihrer Vaterlandsliebe zu erblicken. Redner verweist auf die hervorragenden Leistungen der ungarischen Glaubensgenossen aus allen Kulturgebieten und fordert schließlich die Versammlung auf, nach wie vor mit der unverbrüchlichen Treue zur Urreligion der Väter die innigste Liebe zum Vaterlande zu verbinden, da nur in dem Wohle des letzteren das eigene Glück seine dauernde Begründung finde. Hierauf wurden die Pfleglinge im Freien mit einem vortrefflichen Abendmale bewirthet, in dessen Verlauf auf den Stifter, Joel Wolf, aut den Präses Primarius Dr. Fischer, auf den überaus verdienstvollen Dekonomen Rosenzweig, dem das hübsche Arrangement des Festes in erster Linie zu danken war, die HH. Naß und Wiener sowie auf die übrigen Mitglieder des Verwaltungsausschufses toastirt wurde. Ueberaus rührend wirkten die von zwei greifen Pfleglingen selbst ausgebrachten Danktrinkfprüche. liegen Uhr endete die vom blauen Maienhimmel begünstigte erhebende Feier. Dlnzetsen. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. freunde guter Wurstwaaren wollen gefl. ausführt. Preiscourant (franco) verlangen von (2671 Jos. Sondheimer, München, Rumtordstr. 16. Inhaber: B. Behren-. Neferenzen: Herr Rabbiner Dr. Werner u. Herr Dr. Ehrentreu, München. Ws Wärterin bei Wöch- ♦* «erinne« u. z. Krankenpflege empfiehlt sich (2505 Frau Lina Katz, Osth eim b. Hanau. Israelitisches Töchter Pensionat vnd FortbildunqS'Anstalt. Hedwig Sachs, Therese Salz, Berlin W., Lfttzow-Ufer 23pt. j Referenzen: Ihre Ehrwürden Herren Rabb. Dr. Ungerleider und Dr. Rosenzweig in Berlin, Herr Commerzienrath I. Israel. Rituelle jüdische Schlachtmesser in allen Größen empfiehlt unter Garantie die Messerfabrik von Heldt u. Wien. Königsberg i. Preußen. Spezielle Preislisten gratis und franco. Süll (iiiiilifiion. TOD IW Ref.: Mehrere streng orthod. Rabbiner. (2689 Soeben erschien mein Catalog Nr. 39 Wrnlc« ll. Maico. A. Gol-schmidt, Buchhandlung, Hamburg. (24d