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Der Israelit · 1915-11-04 · Heft 46 (4.11.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 46 (4.11.1915)
Date
1915-11-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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-NWS 'jftrrrtrt* M 46. Frankfurt a. M., den 4. November 1915. 27. Marcheschwan 6676. M 46 Der „Frankfurter JSraelit" wirmit dem Israelis abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Rk. 1^0 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter Israelis kosten 35 Pfg. für die sechsgespaltene ColonelzeUe; Rabatt nach Tarif. Inhalt. Die Woche: 1. Bornag in der Suppenanstalt. 2. ReligionsdiSputaiionen im Mittelalter. 3. Die Suppenanstalt: — Bereinskalender. — Jamiliennachrichten. Gebetzeiten. — »«GSVGGSSSGV0GSSVSVGSGSVVLVGIW«»»» | Die Woche Saiiii)gT(giBS555iiiii55iiBSS5iB555i£5iS5äoiMiip( m » I » ■ » s Nortrag in dcr Snppenanstatt Auf Einladung der I. Jugendgruppe" und„Bereinigunq Nachlas Zwi" spricht Sonntag, 7. November, abends 87, Uhr, in dcr Suppenanstalt Theobaldstraße, Herr Dr. Arthur Kahn, Charlottenburg, über das Thema: „Welche Aufgaben harren unser nach dem Kriege?" Hcrr Dr. Kahn, ein erfolgreicher jüdischer Schriftsteller, ist in Frankfurt auch als geistreicher und feinsinniger Redner wohlbekannt, und ist daher auf starke Beteiligung zu rechnen, umsomehr als das Thema aus der Lage und den Erwartungen der Zeit heraus gegriffen ist. Meligionsdisprrtaiionen im WMetatter Der erste gemeinsame Vortragsabend der „Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung Nachlas Zwi" und der „A. I. Jugendgruppe" zeigte alle Vorteile der gemeinsamen, auf zweckmäßige Zusammenlegung und Ersparung der Kräfte berechneten Arbeit. Das Haus war gut besetzt. Den Bortrag des Abends hatte Herr Prof, vr. Sulzbach, und es konnte, wie vom Borstandstische aus betont wurde, den Teilnehmern eine hohe Genugtuung sein, in einer Zeit, in der uns die Ereignisse tagtäglich in so entsetzlicher Weise in das tiefste, dunkelste Mittelalter versetzen, sich auf so angenehme Art, auf dem Wege der wahren Wissenschaft, die immer versöhnend wirkt, in jene Tage der Vergangenheit zu versenken, da unsere Väter die schwersten Geisteskämpfe nach außen zu führen hatten. Der Redner erzählte, mit welchem Pomp und t welcher Feierlichkeit die Religionsdisputatzionen im Mittelalter abgehalten wurden, und welche Gefahren sie für die beteiligten Juden, ja für ganze jüdische Gemeinden im Gefolge hatten. Galt es doch für die andere Partei, die im Besitze der Macht war, auf diese Weise den Inden ein Eingeständnis abzupressen für alle erhobenen Beschuldigungen und ein längst gesprochenes' Urteil auß des Verurteilten eigenem Munde bestätigt zu hören. Es sollte damit den Verfolgungen jo etwas wie der ethische Boden geschaffen werden. Diese öffentlichen Schauspiele endeten denn auch zumeist mit Mässenaustreibungen, Talmudverbrennungen u. Verfolgungen jeglicher Art. AM schmerzlichsten wirkt es, daß die Treiber und Hetzer dieser Veranstaltungen fast immer getaufteJuden waren, aus Haß gegen die früheren Religionsgenofsen oder um ihren Uebereifer im Kampfe für oic neue Religion zu bekunden. So geschah es 1240 in Paris, daß Rabbi Jechiel vor versammeltem Hofe mit dem Renegaten Nikolaus disputieren Mußte. Die Folge war die Verbrennung von 40 Wagen TalMudekemplare, ein Vorgang, der im bekannten Klagelied verewigt ist. Ebenso eingehend schilderte der Redner die späteren Disputationen, besonders die des Nachm-anides. Die letzte öffentliche Disputation fand 1413 statt, zu der der Renegate No rki den Papst bewegen konnte. Sehr treffend weist der Redner zum Schluß in schlichten Worten darauf hin wie das Hetz- und Lügenwerk in ganz gleichem Maße, wie es -heute gegen das deutsche Volk in Szene gesetzt wurde, imnrer und immer auch gkgen Juden und Judentum wirksam war, woraus sich die Gemeinschaft zwischen Deutschtum und Judentum ergibt. Der Bortrag wurde mit großem Interesse angehört und mit reichem Beifall, der noch vom Vorftandstische ans mit herzlichen Dankesworten bekräftigt wurde, belohnt. Pie Suppenanstatt. Von der Städtischen Kriegskommission wurde der Suppenanstalt für israelitische Arme eine Beihilfe von 2000 Mark bewilligt, ebenso weitere 2000 Mark zum Betrieb der Obst' und Gemüseverwertungsstelle. Wir machen unsere Leser auf das Scala-Theater- Schäfergasse, aufmerksam. Verein-falender. Verein Mekor Chajim. Freitag, abends nach Schluß der Synagoge, im Hörfale, Mikro-Vortrag; Herr Kantor Steiuberger. 8V* Uhr im Vereinslokale: Zwanglose Zusammenkunft. SamStag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk. 37, Uhr nachmitt, im BereinSlokale: npy* pj?; Herr Redakteur Schachno witz. Sonnrag, 97» Uhr vorm, im BereinSlokale: Gemoro; Herr R. A. Posen: 4 Uhr nachm., im BereinSlokale. Langestr. 18: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. —6Uhr abends im Vereinslokale:Jirmijohuj; Herr Dr Joseph Breuer. Montag, abends 83/4 Uhr im BereinSlokale: Mischna; Herr Rektor Falk. DienStag, 83/4 Uhr abends: Gemoro; Herr R. A. Posen. Mittwoch, abends 83/4 Uhr im Vereinslokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß deS Gottesdienste-: Mischna. Agndas Jisroel Jugendgruppe. Freitag, 7,8 Uhr abends: Sidrahvorrrag; (Damen und Herren); Herr Dtreitor Dr. G. Lange. Samstag, 107» Uhr: Gemoroh; Herr Dr. M. Lange. 107, U r: Dorotl, Horischaunim; (Damen und Herren); Herr Direktor Dr. Lange. 11 7, Uhr: Mischnah; HerrA. Hirschberg. 7» 13Uhr: Gemoro; Herr B. Rachelsohn. Sonntag, 3 Uhr nachmittags; Gemoroh;. Herr B. Rachelsohn. 3 Uhr nachmittags: Gemoroh Herr Redakteur S. Schachnowitz. 7*9 Uhr abends in der Suppenanstalt, Theobaldstr., Bortrag des Herrn Dr. Kohn, Charlottenburg, über: „Welche Ausgaben harren unser «ach de« Kriege Dienstag, 9 Uhr R.: Gemoroh; Herr Dr» M. Lange. Mittwoch, 9 Uhr R.rNwijtm; Herr S. Unna. Donnerstag, 7,3 Uhr R.. Gemoroh; Herr Direktor Lange. — Sprechstunde des Zimmernachweis und Lehrstellenvermtttlung 9 Uhr abends. Agndas Jisroel MSdchengrnPPe. Samstag, 3 Uhr R.: Pirke OwauS; Herr A. Hirschberg. Montag, 9 Uhr abendS: Turne«; FiLLeyh. DienStag, 7,8Shr: Hirmijohu;HerrRabbmer Dr Winter. 7.9 Uhr2 Hebräische Dichtungen in alter und neuer Zeit: Herr Diamant. Mittwoch, 8% Uhr abends: HandarbettSabend Jüdische Frauenverei»i««ng DienStag Mittag 4 Uhr, im Kursale Mlant: HandarbettSnachmittag. SachariaS Wertheimber'fche Stift»«« (*!*»*) Herr Rabbiner Dr. Lorsch: Freitag, abends nach inro: Bortra«. Sa mstag, 40 Uhr vorm.: «um, 11% Uhr vor«, (für Schüler I. Abtheilung): «-BM. 474 Uhr nachm, (für Schüler ll. Abt.): XTO. Sonntag, 9 Uhr vorm.: tnea, 27, Uhr nachm, (für Schüler II. Abt.): mtu. Mon tag, eine Stunde vor nruc (für Schüler): rmpd, 7 Uhr abends (für SchAer II. Abt.): «iw. Dienstag, 7 Uhr abends (für SchAer I. Abt.): «iw, 9 Uhr abends; «ivr. Mittwoch, eine Stunde vor rm» (für Schüler): rfflPQ, 7 Uhr abends (für Schüler l.Abt.): «iw. Herr Rabbinatsafseffor P o sen: Samstag, vorm., «ach Schluß der Synagoge, Friedberger Anlage: vi« m. Sonntag, 8 Uhr vorm.s: ni«.; Donnerstag. 7 Uhr abends: ni«. Verein Liwjath-Ghe» (Herr Prof. Dr. Sul»-. dach.» Samstag nach Mincha im Hörfaale Frieb^^ berger Anlage: VNv. Montag und Mittwochs abends 7 Uhr, Langestr. 18, Seitenbau: vi« 'M resp. «ipv. * Famiveunachrichteu. | Barmiztvoh Feier Fritz, Sohn de- Herrn & Stern, Ostendstratze, Erich, Sohn des Herrn Ahro« Sachs, Ostendstr. öl in der Synagoge tzriedberger Anlage. cheßehette«. rrfcwn»- > Freitag Abend 4.30 Samstag Morgen 6.—. PreöHt' SamStag Nachmittag 4.00. „ Abend 5.45. WochengotteSdtenst: Morgens 6.30 Nachmittag 4.30.

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