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Der Israelit · 1915-10-21 · Heft 44 (21.10.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 44 (21.10.1915)
Date
1915-10-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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T flgyj Rae »b *JL ü JE 44 iMLV gvanbfttrt a. M.. den 21 Oktober 1915. 13 Marcheschwan 5676. SLL) 44 Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem JSraelit" abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland», dtofentie tm „Frankfurter ISraelit" kosten 25 Pfg. für die sechSgespaltene Lolonelzeilc; Rabatt nach Tarif. Inhalt. Die Woche: 1. Hohenzollernfeier in der Synagoge Friedberger Anlage. 3. S. Rabinowitz 3. Eröffnungsabend der Bereinigung »22 rhm. 4. Zum Andenken an Rabbiner I. H. Schüler ^"5fr. — Gebetzetten. — Beremskalender. 1 n Ko-mz-lkern frier irr der Synagoge Ariedverger Ankage. Am Samstag morgen findet in der Synagoge Frtedberger Anlage tm Anschluß an den Gottesdienst eine Feier anläßlich des 500jährigen Reaierunqsiubiläums der Hohe nzollern statt. S. Navinowitz yxi- Am vergangenen p„VV haben wir einen Mann zu Grabe getragen, dessen Leben von tiefer Frömmigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit erfüllt war. Nach kurzer, sehr schwerer Krankheit, beschloß Reb Schm er l Rabinowttz ViT, nach kaum vollendetem 53. Lebensjahre, sein von 'n rum mm so reich erfülltes Leben. Einer altjüdischen russischen Gelehrtenfamilie entstammend, war sein ganzes Leben eine Goluswanderung. In früher Jugend zog er mit seinen Eitern, deren höchstes Ideal es war '"rr 21EP mxö zu erfüllen, nach Jerusalem und hat es dort durch Erfüllung des DEV 12 nrwm nWl in des Wortes wahrster Bedeutung, sowohl zu Kenntnissen in rnifl, als auch in EPEV J7KT, auf cmc nicht alltägliche Stufe gebracht. Diesen obersten Grundsätzen seines Lebens ist er allezeit treu geblieben, er hat sie mit in seine neue Heimat Frankfurt a. M. htnübergenommen und hat es vor Allem auch verstanden, ste auf seine Familie und seine Umgebung zu übertragen. Die herrlichen ftlTö, die Reb Schmeri R. auszeichneten, die Geradheit und Frömmigkeit seines Wesens, seine geradezu rührende Ehrlichkeit im Handel und Wandel, wußte man auch hier zu schätzen, und haben ihm diese Eigenschaften, sowie sein eifriges Streben, obwohl selbst in bescheidenen Berhältniffen lebend, CTTDn mb-öJI MplX zu üben, auch hier einen großen Freundeskreis erworben. Während der NZ-2V sprachen im Trauerhause Herr Rabbiner Horoviz aus Jerusalem, welcher in ergreifender Weise das Leben R.H schilderte und besonders seinen Aufenthalt in D’Wrf'/ wo er das «man JT2 als seine zweite Wohnung betrachtete. Ferner hielt HerrB. Rachelsohn einen *7SDn bei welchem er an Hand einer Erzählung unserer Weisen aus Taanith 22 a, dem, in Gottes Gesetz tief wurzelnden Frohsinn, den keine Unbill des Lebens ihm zu trüben vermochte, in beredten Worten Ausdruck verlieh. Am letzten Dienstag sprach schließlich im Trauerhause noch Herr Herz Halpern, welcher besonders hervorhob, wie in diesem Hause n"ol) npTSt geübt, wie viele Thoragelehrten täglich dort verkehrten, sodaß dieses Hrus ein D’öDm "wl fl’2 genannt werden durfte,' auch das *in'2 '22 D’32 'm erfüllte R. Schmerl trotz seiner eigenen Armut derart, daß mancher von Lebensgüteru mehr Begnadete sich ein Beispiel daran nehmen konnte. Möge ihm jetzt nach seinem Heimgange das A12I seiner 'H 11*7122? beistehen und möge es ihm vergönnt sein, daß seine Hinterbliebenen, Träger seines Geistes werden und daß ste in seinem Sinne weiter leben und wirken möchten. N"22t2N. Kröffnrrngsaöerrd der Vereinigung '2L rbn^. Bei vollbesetztem Hause eröffnete die Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '2L r6ni letzten Donnerstag ihr Wintersemester. Dem Vortrage des Abends ging eine kurze Eröffnungsrede des Herrn Schachnowitz voran, der im Aufträge des Vorstandes die Gründe auseinandersetzte, die die Vereinigung veranlaßten, trotz der Ungunst von Zeit und Umständen, jetzt aus ihrer Passivität herauszutreten. Er widmete dann Worte treuen Gedenkens den aus dem Felde der Ehre gefallenen Mitgliedern, zu deren Ehren sich die Versammelten von ihren Plätzen erhoben. Der Redner des Abends, Herr Rabbiner Dr. Winter, Bad Homburg, sprach! über „die jüdischen Gemeinden in der östlichen Feuerzone". Er schilderte einleitend den Werde- und Entwicklungsgang dieser Gemeinden, die, durch die Flucht deutscher Juden nach Polen im 14. Jahrhundert entstanden, in der Folge durch die russische Gewaltherrschaft zum Landesghetto geworden sind. Die polnischen und litauischen Städte sind für den Westeuropäer eine angenehme Enttäuschung; sie sind voller Lebendigkeit und Regsamkeit und zu großen Ausgaben berufen. Me Menschen sind in ihrer Buntheit und Mannigfaltigkeit vereint durch die Ideen der Religion. Die Eigentümlichkeiten der Ostjuden in Sprache, Kleidung und Lebensart beleuchtet der Redner, in historischer Wertung der Umstände, mit Objektivität und liebevollem Verständnis, das sich sowohl von Vorurteilen wie von Schönfärberei freihält. Für die echtjüdische Erziehung und die Unterrichtsmethoden in Cheder und Jeschivah hat er unumschränktes Lob. In fesselnden Bildern zieht an uns das gemütsvolle Leben in Warschau und den erinnerungsreichen Straßen in der Stadt des „Wilnaer Gaon" vorüber. Der Vortragende schließt seinen interessanten Vortrag mit einigen Ausblicken aus die polittsche Zukunft des jüdischen Ostens. Der Beifall des Publikums wurde vom Vorstaudstische aus mit Herz? lichen Dankesworten bekräftigt. Donnerstag, den 28. Oktober spricht Zerr Prof. Dr. A. Sulzbach über „Religio onsdisputationen im Mittelalter". Ter Bortrag ist iu Gemeinschaft mit der A. I. Jugendgruppe angesetzt. Zum Andenken an Waööiner A. K. Schüler V'2CT. Im Kreise der Mitglieder der Agudas Jisroel Jugendgruppe wiro Sonntag, den 25. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, anschließend an Mincha Herr Direktor Dr. G. Lange zum Gedächtnis von Rabbiner S. H. Schüler Vst im Lokale der A. I. Jugendgruppe einen Hefped halten. Kebetzette». KT1 MC?- Freitag Abend 4.50 SamStag Morgen 8.—. Festfeier anläßlich des 500jährigen Regierungsjubiläums des Hohenzollernhauses. S a m $ t a q sJl a dj m 111 n q 4.00 9! b c n b 6.05 Wochen gottesdien st: Morgens 6.30 Nachmittag 5.00. Veremslalender. Verein Mekor Chairm. Freitag, abends nach Schluß der Synagoge, im Hörfale, Mikro-Bortrag; Herr Professor Dr. S u l z b a ch: 8Va Uhr im Vereinslokale: Zwanglose Zusammenkunft. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk; 12 Uhr mittags: Seser Melochim; Herr Prof. Weyl; 87, Uhr nachmitt. tm Bereinslokale: 2py» py; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonnrag, 91/. Uhr vorm, tm Bereinslokale: Gemoro; Herr R. A. Posen. 4 Uhr nachm., tm Vereinslokale, Langestr. 18: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer.—6 Uhr abends im Bereinslokale: Jeschojohu; Herr Joseph Breuer. Bereinigung .zur Pflege jüdischer Lebensanschauung »ns rnra Donnerstag, 28. Oktober, s/49 Uhr, Langestratze 18 (in Gemeinschaft mit der A. I. Jugendgruppe) „Religionvdtsputationen im Mittelalter; Herr Professor Dr. A. Sulzbach. Montag, abends 83/, Uhr im Bereinslokale: Mischna; Herr Rektor Falk. DienStag, 8'/« Uhr abends: Gemoro; Herr R. A. Posen. Mittwoch, abends 8% Uhr im Vereinslokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Mischna. Agudas Jisroel Jugendgruppe. Freitag,3/«« Uhr abends: Sidrahvortrag; Herr A. Hirschberg. , Samstag, 107, Uhr: Gemoroh; Herr Dr. M. Lange. 107» Uhr: Doroth Horischaunim: Herr Direktor Dr. Lange. 11 „ Uhr: Tauroh; Herr A. Hirfchberg. 127, Uhr: Gemoro; Herr B. Rachelsohn. Sonntag, 8 Uhr morgens: Gemoro; Herr Re-;iy 'iÜ ' fr ■n• 'S; •ir u. 4’ * S < 1

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