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Der Israelit · 1915-10-14 · Heft 43 (14.10.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 43 (14.10.1915)
Date
1915-10-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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i mm v Mmiclli Qefif O .A2 43. Fraukftrrt «. M., den 14. Oktober ISIS. 6. Marcheschwan 8676. M 43 Der „Frankfurter Israelit" wirb mit dem JSraelit" abonniert- Mbomrement für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland). Inserate tat „Frankfurter JSraelit" kosten 25 Pfg. für die sechsgespaltene Lolonelzeile; Rabatt nach Tarif. Inlrall. Die Woche: 1. Joseph Adler b"t 2. Benny Beüjamin b/Ji. 3. Aus unseren Vereinen. — Bereinskalender. — Gebetzeiten. Me Woche Aofepy Adter b"l- „Möge das neue Jahr einen baldigen Dlbttf bringen, sodaß wir wieder ungestört unseren herrlichen Aufgaben nachgehen können: das war der r2"'-Wunsch, den Jyseph Adler aus dem Feld den Freunden in der Heimat zurtef. Doch allzubald war dieser Hoffnung ein Ziel gesetzt. In den grausigen Kämpfen, die während der ersten Mpv-Tage im Westen tobten, starb er den Heldentod, und mit seinem Heimgang verliert Frankfurts jüdische Jugend wieder einen ihrer Besten. Die Grundzüge seines Wesens waren Güte, Bescheidenheit und beispiellose Genügsamkeit. Die echt jüdische Erziehung, die ihm in Elternhaus und Schule zuteil wurde, reifte in ihm schon in jungen Jahren eine ernste Lebensauffassung. Nebln äußerstem Pflichtkewußtsetn im Berufe kannte er nur die roxö HtP nnatp. Es wäre nicht im Sinne unseres teuren Freundes, wollten wir schildern, wie er — dem sein ganzes Streben ',1 gewesen —, Elternverehrung und Liebestaten geübt. Und erst mifl Titten! Da war ihm keine Morgenstunde zu früh, keine Abendzeit zu spät, eine schwierige Stelle in Gomoro oder Tnach bis zur vollen Klarheit durchzuarbeiten, oder aus S. R. Hirsch's Schriften Belehrung zu suchen, und es darf zu Joseph Adlers Ruhm gesagt werden, daß seine Lehrer, deren er mit peinlicher Regelmäßigkeit besuchte, auf ihren ytäbri stolz waren. Wo sonst im jüdischen Veretüssrben ihm Gelegenheit geboten war, sein jüdisches Wiffen zu erweitern, da sahen wir ihn, und wie oft bewunderten wir feinen Lerneifer, wenn er im tJnHön tTS der Agudas Jisroel-Jugendgruppe die Folianten r.achschlug, welche sein eigener reicher L'HLV-Beftand nicht aufwies. Wer das innige Familienleben kennt, in welchen sich des Verblichenen leider zu kurze Laufbahn bewegte, der wird den Schmerz der schwergeprüften Eltern-und Geschwister ermessen können. So möchten wir denn den Trauernden tröstend zurufen; Tt i*|DV HP! Ist Joseph Adler auch dahingegangen in die bessere Welt des dauernden so wird das Andenken an den lieben Freund bei allen, die ihn kannten, weiterleben. n"2äUA. Nenny Nenjami« bai. Eine überaus zahlreiche Trauerversammlung umstand Dienstag morgen die Bahre, die . den Stolz und die Hoffnung einer allgeschätzten Familie, die Hoffnung weiter Verwandten- und Freundeskreise barg. Benny Benjamin wurde mti vollendetem 15. Lebensjahre seinen Eltern, denen Ehre zu erweisen und Freude zu bereiten allezeit sein höchstes kindliches Streben war, jäh entrissen. Auf dem Friedhofe gab Herr Direktor Dr. Lange dem Schmerze der Familie und der Schule, sowie der tiefen Teilnahme der Gemeinde am herben Berluste der schwergeprüften Eltern unter Hervorhebung der prächtigen, vielverheißenden Eigenschaften des Verstorbenen beredeten Ausdruck. n"32ttri. Aus unseren Vereinen. In der „Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung, Nachlath Z'wl", spricht demnächst Herr Professor Dr. A. Sulzbachüber „Religiöse Disputationen im Mittelalter". Zeit und Ort werden in nächster Nummer näher angegeben. In der A. J.-Mädchengruppe findet der Teftllob-Kursus Sonntag abend, nicht wie bisher 7 Uhr, sondern 8s/4 Uhr abends statt. Der „Gemorohschiur", den Rabbiner Schüler V'XT in der A. I-Jugendgruppe mit so reichem Erfolge erteilt hat, wird bis auf weiteres von Herrn Redakteur Schachnowitz, Sonntag 8 Uhr morgens, geleitet. Jüdische Iraueuvereinigu»-. Von der Jüdischen Frauenvereinigung geht uns die folgende Mitteilung zu: Auch in diesem Jahre soll wieder alle vierzehn Tage ein Handarbeitsnachm'ittag stattfinden. Diese Arbeitsnachmittage, welche im vergangenen Jahre hauptsächlich dem Stricken von warmen Sachen für unsere Krieger gewidmet waren, sollen in diesem Jahre eine Aenderung oahin erfahren, daß Arbeiten verschiedener Mt für wohltätige Zwecke 'angefertigt werden. Es soll dabei jeder Dame freistehen, sich nach! ihrem Wunsche zu beschäftigen. Es wäre jedoch sehr wünschenswert, wenn diese Arbeiten, welcher Mt sie auch sein mögen, unserer seit langem so überaus segensreich wirkenden Nähstube überlassen würden, um von da aus, je nach Bedürfnis, unseren tapferen Soldaten im Felde, unseren Verwundeten oder auch den daheim notleidenden Frauen und Kindern zugeführt zu werden. Eingedenk des Schiller'schen Wortes: „Wenn gute Reden sie begleiten, so fließt die Arbeit Munter fort", haben sich verschiedene jugendliche Mitglieder bereit erklärt, durch Deklamation und Rezitation diese Nachmittage zu beleben. Zm Hinblick auf ihren edlen, vaterländischen Zweck hrssln wir eine recht zahlreiche und rege Beteiligung an diesen Nachmittagen erwarten zu dürfen. Der erste Handarbeitsnachmittag findet statt am Diens ta g, den 19. Oktober im Knrsaal Milani. Gleichzeitig möchten wir darauf aufmerksam machen, daß unsere seit langem bestehende Stellenvermittlnng eine Erweiterung erfahren hat. Diese Einrichtung hat, wie bekannt, den Zweck, fromme jüdische MädHen in entsprechenden Häusern unterzubringen. Leider wird von dieser Institution nicht der wünschenswerte Gebrauch gemacht, und doch sollte es Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes sein, sich bei Bedarf an unsere Stellenvermittlung zu wenden. Wir hoffen, daß dieser Hinweis unsere Damen zur fleißigen Benutzung anregen wird. Eine größere Anzahl stellensuchender Mädchen ist stets bei uns vorgemerkt. Unsere Stellenvermittlung befindet sich Schützenstraße 14 parterre. Sprechstunde ist täglich von 3—6 Uhr nachmittags, am Sonntag von 10—12 Uhr vormittags. Wir machen unsere Leser auf das Srala-Theater, Schäfergasse, aufmerksam. Vereinskalender. Verein Mekvr Ghali«. Freitag, abends nach Schluß der Synagoge, tat Hörfale, Mikro-Vortrag; Herr Lehrer Goldschmidt. 81/* Uhr im Vereinslokale: Zwanglose Zusammenkunft. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk; 12 Uhr mittags: Sefer Melochim; Herr Prof. Weyl; 31/« Uhr nachmitt, tat BereinSlokale. upjr; Herr Redakteur Schachnowitz. Sonntag, Sl/4 Uhr vorm, im BereinSlokale: Gemoro; Herr R. A. Posen. 4 Uhr nachm., im BereinSlokale. Langestr. 18: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. —6 Uhr abends im Vereinslokale: Midrasch; Herr Rabbiner Rortenberg. Montag, abends 8% Uhr im BereinSlokale: Mischna; Herr Rektor Falk. DienStag, 8s/4 Uhr abends: Gemoro; Herr R. A. Posen. Mittwoch, abends 83/4 Uhr im BereinSlokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß de- Gottesdienstes: Mischna. Ag«das Jisroel Jugeadgru-pe« Freitag,6 Uhr abends: Sidrahvortrag; Herr Joseph Bamberger. Samstag, 10V, Uhr: Gemoroh; Herr Dr.. M. Lange. 10% Uhr: Doroth Horifchamtimr Herr Direktor Dr. L a n g e. 11% Uhr: Tauroh; Herr A. Hirsch berg. 12»/, Uhr: Gemoro; Herr B. Rachelfohn. Sonntag, 8 Uhr morgens: Gemoro; Herr Redakteur Schachnomitz. Dienstag, 0 Uhr N.: Gemoroh; Herr Dr. M. Lang e. Mittwoch, 9 Uhr N.:Nwijim; Herr S. Unna. Donnerstag, %9 Uhr N.: Gemoroh; Herr Direktor Lange. Agudas Jisroel Mädchengrnppe. Samstag, 3 Uhr N.: Pirke Omans; Herr A. Hirschberg. Sonntag, 8',. Uhr N.: Tefilloh; Herr S. Schachnowitz. Montag, 9 Uhr abends: Turnen; Frl.Leyh. DienStag, 8'/« Uhr: Dinim; Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Hanau. 9 Uhr abends: Französischer Sprachkursus; Frl. R. I e t d e l.

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