Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 33 (5.8.1915)
- Date
- 1915-08-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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as» WCTü® /ä^cto»Y«BSSK\ am» &BMIELIT M 33. «, . ^. 5. August 1915. frankfud n. §E«> bcn 5675. M 33. Der ^Frankfurter Israelit" wird mit dem JSraeltt" abonniert- Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.80 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter JSraeltt" kosten 38 Pfg. für die sechsgespaltene Lolonelzeile; Rabatt nach Tarif. Ijidiftye UerrvLlndLte. Die jüdischen Verwundeten im Rothschild'schen Spital. Zur Zeit befinden sich im Vereinslazarett 227 (Georgine Sara v. Rothschildsche Stiftung) 9 Verwundete. Von diesen wurden 6 im Westen und 3 im Osten verwundet und sie kamen alle nach Absolvirung der Feldbezw. anderer Lazarette auf besonderen Wunsch, rituell verpflegt zu werden, hierher. Neben ausgezeichneter Kost ist für glänzendste Pflege Sorge getragen, sodaß die zum Teil ernsten Verwundungen schnell und gut verheilen. Die Jnsaffen sind von links nach rechts stehend: Vizewachtmetster Guttenstein, (Ritter des Eisernen Kreuzes), Ersatzreservist Weil, Jäger Strauß, Gefreiter Rapp, Ersatzreservtst Gramer, Ersatzreservist Ginsberger, Musketier Loeb, Gardefüfilier Strauß, Wehrmann Reis. Siebzigster Geburtstag. Eine der beliebtesten und verdienstvollsten Persönlichkeiten unsrer Stadt, Herr Jsaac M. Mainz, beging dieser Tage in stiller Zurückgezogenheit seinen siebzigsten Geburtstag. Der Typus des „alten Frankfurters" im besten Sinne des Wortes verkörpert Herr Mainz die religiösen Traditionen seines Vaterhauses und der Frankfurter Gemeindegeschichte und ist, selber immer fleißig weiterlernend, ein eifriger Wahrer des lokalen Minhag und der altbewährten jüdischen Sitte. Möchte es' dem Jubilar vergönnt sein,,bis hundertzwanzig Jahre seinen Mizwos ünd seiner reich gesegneten philanthropischen Tätigkeit zu leben! Karl K.ist Vt- Wieder hat der Tod eine klaffende Lücke geriffen in die Reihe der Jünglinge, auf die Frankfurts jüdische Kreise Zukunftshoffnung gesetzt. Carl Feist ist einer tückischen Krankheit erlegen, die Ihn vom Kampfplatz in Rußland nach unserer Stadt zurückführte. Carl Feist war ein gerader, aufrichtiger Mensch, Korrektheit und Rechtschaffenheit waren die Grundzüge seines Wesens. Man mußte ihm nur einmal nahe getreten sein und wußte: Hier kannst du Vertrauen schenken, sei es in privaten oder in geschäftlichen Dingen. Carl Feist war ein überzeugter Bekenner des Judentums, nicht nur im Gefühl, sondern er bewies es auch durch die Tat. Eine große Liebe für unsere jüdischen Ideale erfüllte seine Seele, die Uebung der lilLv war ihm zur zweiten Natur geworden. Für ihn gab es keinen Stillstand. Bereicherung seines jüdischen und profanen Wissens war ihm Lebensbedürfnis, dem Studium der mm im Sinne altjüdischen ,,Lernens" hielt er einen Teil seiner freien Zeit stets gewidmet. In diesem Sinne wirkte er auch in der Oeffentlichkeit und so hat er sich im Vorstand des Vereins „Montesiore" ein dauerndes Gedenken von Pflichterfüllung, Begeisterungsfähigkeit und Zielbewußtheit gesichert. Bedarf es f>ri einem Charakter wie Carl Feist noch der Erwähnung, daß er ein guter Sohn und^Bruder gewesen? Man mußte die Mutter vom Sohne reden hören, um zu ahnen, wie er sie zu lieben und ehren verstand. So lebt Carl Feist's Angedenken weiter in unserem Kreise für alle Zeiten, als ein Ansporn, zugleich in seinem Sinne uns zu betätigen für das Wohl des Judentums. n"22cm Krau Kanuy Salomo» In dem Heimgange der Frau Fanny Solomon hat nicht nur unsere engere Gemeinde einen schweren Verlust zu beklagen, weit über diesen Kreis hinaus wird die Trauernachricht schmerzlich empfunden werden und innige Teilnahme erwecken. Ihr freundliches und gütiges Wesen hatte ihr die Freundschaft aller derer gewonnen, die Gelegenhe t hatten, sie kennen zu lernen, und viele werden die Helferin und Trösterin in der Not schmerzlich vermißen. Aus einem Haufe hervorgegangen, in dem der mm-Geist gewaltet und eine Pfiegestätte gefunden hatte und 'n flK'V die Richtung für das praktische Leben gewiesen (sie war die Tochter des noch heute hier in Frankfurt im besten Andenken stehenden ,-MQ '") y» )ro), hatte sie an der Seite ihres trefflichen Mannes in diesem Geiste auch ihr Haus aufgebaut und die Kinder erzogen, und in diesem Geiste der Redlichkeit und Frömmigkeit mit an dem Aufbau des nach und nach zu einem Weltruf gelangten Geschäfts, an dessen gesetzestreue Führung besonders weitgehende Ansprüche gestellt werden, gearbeitet und für die Hebung dieses Geschäfts ihr voll gerütteltes Maß Arbeitskraft eingesetzt. Das aber hat sie mit Freuden getan, es war ihr ein beglückendes Gefühl geübter Pflichttreue, wenn sie arbeiten konnte, wie es ja nach König Salomos Worten einer ^Ti ritt?« eigen ist. Aber nicht nur für die Ihrigen, für ihr Haus arbeitete sie, sie freute sich des Segens des Hauses, um für andere wirken zu können. Einem andern eine Freude zu machen, machte sie selbst glücklich, einen anderen fördern zu können, dafür war ihr kein Opfer zu schwer, und wie oft sie heimliches Leid linderte, in einem stillen Kämmerlein geweinte Tränen trocknete, wer könnte davon erzählen? Und wer garnichts davon gewußt hätte,, ein Blick in ihr freundliches und gütiges Auge mußte ihm sagen, daß in diesem Auge sich eine edle Seele, ein gutes Herz spiegelte. Dieses gute Herz hat nun zu schlagen aufgehört und schmerzlich wird der Verlust der edlen Frau empfunden, doch ihr Leben war nicht umsonst, dessen dürfen wir sicher sein, sie wird in ihren Kindern sortleben. Gott möge die Trauernden trösten! Die große Beteiligung bei der ''iS zeigte, in welch großem Ansehen sie gestanden und wie große Liebe sie sich erworben. n"32cm Vereinslalender. VereinMekor Chaji«. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk; 4 Uhr nachm, im BereinSlokale: Mikro-Bortrag; Herr Oberlehrer Kaufmann. Sonntag, 9l/4 Uhr vorm, im BereinSlokale: Gemoro- Herr R. A. Posen. Montag, abends 8s/4 Uhr im BereinSlokale: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer. DienStag, Uhr morgens: Gemoro- Herr R. A. Posen. Mittwoch, abends 88/4 Uhr im BereinSlokale: Gemoro- Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß deS Gottesdienstes: Mischna. Agudas Jisroel Jrrgerrdgrrrppe. SamStag, 10 Uhr vorm.: Doroth Horifchaunim- Herr Direkt. Dr. G. L an ge (Damen u. Herren). 10 Uhr vor«».: Gemoro - Herr Dr. M. Lange. 10 Uhr vorm.: Gemoro- Herr Rabbiner Schüler. 11 Uhr vorm. Raschizur Thora- Herr M. Hirschberg. 13 Uhr vorm. rGemoro-Herr B. Rachelsohn. 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