Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 25 (10.6.1915)
- Date
- 1915-06-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M 25 Frm»kf«r1 a. M., den 10. 3uw 1915. 28. Simon 5675. M 25. Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem JSraelit" abonniert? Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 3k» Pfg. für die sechSgespaltene Coloneizetle; Rabatt nach Tarif. Inhalt. Regen! — Die Woche: 1. Jacob <&dfüler b-». 2. Jomkippurkotton in der Synagoge. — BereinSlalender. — Gebetzeiten._ ■Regen! Eine seit Wochen anhaltende Dürre beginnt die Hoffnungen, die Staat und Volk an den Ertrag der diesjährigen Getreideernte knüpfen, ernstlich zu beeinträchtigen. Ein großartiges Werk menschlichen Organisationstaientks, das es vermochte,eine Volksgemeinschaft von 70Millionen in eine große Haushaltung zu verwandeln, hat den fein ausgeklügelten Aushungerungsplan des Feindes zu Nichte gemacht,' aber viel, sehr viel hängt dennoch davon ab, ob d?r vaterländische Boten zum mindesten den normalen Jahresertrag für das kommende Erntejahr zu liefern vermag. Darum richten sich inniger als jemals sonst Aller Augen zu Dem empor, in dessen Hand, wie der Ausguck der jüdischen Uiberlüferung lautet, der „Schlüssel der Regenspende" ruht. „Bittet um Regen am Tage des Regens" — ruft Propheten stimme dem jüdischen Volke zu, dem es von Jugend auf grlehrt ward, in dem aus Wolkenhöhen träufelnden Naß mehr zu erblick.n als das unmittelbare Produkt natürlicher meteorologischer Bedingungen! Möchten sich darum die jüdischen Gemeinden auch jetzt unter Führung ihrer Rabbinen überall versammeln, um nach der Väter Weise durch Kasten, Gebet Kap. 10,23,25,51,69,85, 86,120,130,20) und werktätige Menschenliebe zur Selbstprüsung undSelbsterztehung aufzurufen und im inneren Aufschwünge zum Lenker der Menschen- und Staatengeschicke S e in e n Segen zu erflehen für die dürstenden Fluren des deutschen Landes. | Die Woche ««iLvsvLvvkAvssiöLssvsLÄ Iacoö Schüler h"Xl Am 17. Stwan wurde der in den weitesten Kreisen Frankfurts und auswärts hochgeschätzte tffTIV der Israelitischen Reltgionsgeseüschast, Herr Jacob Schüler V'aT/ in ein besseres Jenseits abberufen, lleber vier Jahrzehnte hat der Heimgegangene ein verantwortungsvolles V rtrauensamt versehen und in nicht zu überbietender Hingabe vorbildlich gewirkt. Als Sohn des unvergeffenen Rabbi Ensel Michael Schüler V'Stt zu Autenhausen geboren, kam er in jungen Jahren nach Frankfurt, wo er J867 als Siebzehnjähriger rfeap von Rabbiner S. R. Hirsch Vst erhielt. Nichts machte den Verblichenen stolzer als die Tatsache, daß er der einzige war, der eine schriftliche von dieser Hand besaß. Nachdem er mehrere Jahre in seinem Geburtsort tätig gewesen, wurde er 1873 nach Frankfurt berufen, wo er seines Amtes waltete bis ihn vor einigen Jahren ein schweres Leiden, das ihm nur die aufopferungsvolle Pflege seiner Gattin erträglich machte, zum Rücktritt zwang. Das außerordentliche Verantwortungsgefühl und der hohe Ernst, die ihn bet der Ausübung seines Berufes beseelten, verbunden mit der dabei erkennbaren Weichheit seines Herzens, ließen selbst den der jüdischen Anschauung Unkundigen das wahre sittliche Wesen der Nv'NV ahnen, sodaß seine Tätigkeit ein fortgesetztes B&n tPVTp war Durch sein charakterfestes, zielbrwußtes Auftreten sowie seine Freundlichkeit und Dienstfertigkeit verstand er es, die Gegensätze der verschiedenen Jntereffen in seinem Berufe im Keime zu ersticken und so als wahrer üfow nfTPl den Frieden zu fördern. — Mit nicht geringerer Hingabe versah er jahrzcntelang das Amt eines PN des Minjanvercins in mustergültiger Weise. Aber auch außerhalb des Berufes war der Entschlafene unermüdlich in der Ausübung von JTIlXia. Für den ganzen Kreis seiner Familie war er ein väterlicher Fürsorger. Hilfesuchende unterstützte er oft wett mehr, als es seinen Mitteln entsprach. Durch klugen Rat und rastlose Arbeit hat er manche Existenz begrünget. Die große Beteiligung beim Begräbnis legte Zeugnis ab von der ungewöhnlichen Achtung, die man Jakob Schüler b"! zollte. Herr Rabb. Dr. Breuer drückte in tiefempfundenen, zu Herzen gehenden Worten die Gefühle der Gemeinde auS, Herr H. Zun; dankte warm namens des Minjanvereins. Im Trauerhauje hielt Herr Rabb. S. H. Schüler, des Hetmgegangen Bruder, in bewegten und ergreifenden Worten einen 1QVN, in dem er namentlich des Entschlafenen Liebe zur min und ihren Trä ern hervorhob und seine Freude, seine Kinder in echt jüdischem Geiste wirken zu sehen, schilderte. Das Andenken an Jakod Schüler wird allezeit in Ehren gehalten werden. 712^2^ P'Tit N21 Iornkippurkot-« in der Synagoge. Auf Anordnung des Rabbinats fand heute mittag 7,1 Uhr in der Synagoge der Israelitischen Religtonsgesellschaft, Friedberger Anlage, nach Vorangegangenen v^tUl-Gebeten um Regen, ein jvp M'-Gottesdienst statt, der unter Leitung des Obrrkantors einen feierlichen Verlauf nahm. Vereinslalender. Verein Mekor Chatrm. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr fRettox Falk,- 12 Uhr mittags: Sefer Melochim; Herr Prof Weyl. 4 Uhr nachm, im BereinSlokale: Mikro-Bortrag; Herr Michael Kohn. Sonnrag, 9»/. Uhr vorm, im BereinSlokale: Gemoro; Herr R. A. Pose n. Montag, &% Uhr abends; Gemoro; Herr Dr Josef Breuer. Dienstag, 7'/< Uhr morgens: Gemoro: Herr R. A. Posen. - Mittwoch, abends 8^ Uhr im BeretnSlokale: Gemoro? Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Mtschna Staudas Jisroel Fugerrdgruppe. SamStag, 10 Uhr vorm.: Doroth Horifchaunim; Herr Direkt. Dr. G. L an ge (Damen u. Herren). 10 Uhr vorn».: Gemoro; Herr Dr. M. Lange. \ 11 Uhr vorm.: Gemoro}Herr Rabbiner Schüler. 11 Uhr vorm. Rafchi zur Thora; Herr M. Hirschberg. 12 Uhr vorm.: Gemoro? Herr B. Rachelsohn. Sonntag, S Uhr vorm.: Gemoro? Herr B. R a ch e l s o h n. 11 Uhr Sprechstunde der Lehr, stellenvermittlung. Dienstag, 9 Uhr abends: Gemoro? Herr Dr. M. Lange. Mittwoch, 9 Uhr abendS: Nwtjtm? Herr S. Unna. 9 Uhr abends: Stenographie; Herr B. Stern. Donnerstag, 9 Uhr abends: Gemoro,- Herr Direktor Dr. M. Lange. Agudas Jisroel Mädchengruppe. SamS. tag, % 12 Uhr: Gedanken aus Pirke OwauS? Herr Carl Ochsenmann. 4 Uhr nachm.: Pirke Aboch? Herr Hirschberg. 9 Uhr abends: Turnen (Frl. Leyhj. 9 Uhr abends: Handarbeiten. Sonntag: Ausflug: Buchschlag—Isenburg. 3 Uhr mittag am Hauptbahnhof. Führerin Frl. Fanny Sänger. Dienstag, 9Uhr abends: Französisch? Sprach, kursuö Frl. R. I e i d e l. M i t t w o ch, 87, -10 Uhr abdS.: Handarbeitsabend. Donnerstag, 9 Uhr abendS: Stenographie; Fräulein Jda Katz. Zacharias Wertheimbersche Stiftung <Kl««S) Herr Rabbiner Dr. Lorsch. Samstag, 10*U Uhr vorm.: Die Sidra mit Rafchi. lls/4 Uhr vorm, (für Schüler): nbvv Dt 4V, Uhr nachm.: rrop «22 '02. Sonntag, 7 Uhr vorm.: uvp «22 ^vr. Montag, eine Stunde vor nruv (für Schüler): nspe. Dienstag, 7 Uhr vorm.: uvp U22 'Qi. Eine Stunde vor NNW (für Schülers: nb^V '*». «IOLESECK unsortiert 12^ sortiert 15^ GM.HOLZ HOFLIEFERANT v FRÄNKFURTaM