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Der Israelit · 1915-05-27 · Heft 23 (27.5.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 23 (27.5.1915)
Date
1915-05-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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27. Mai 1916 Der Israelit. No. W Sette d » Lasar Gftetner, Vor- DenVater von den Kindern steher der orth. Kultus- Abraham, Joseph und gemeinde Pretzburg. Hauest Freund. Moses Freund aus Makovice lbei Przemysl). dessen Frau Henni, geb. Sternbach, mit den Kindern hierher gekommen mar, jedoch leider hier einer Kran'heit erlegen ist. Der Vater war bei Dobromil auf Wache. Für Rosa Löffler ein Itjährig. Mädchen, werden die Eltern gesucht. Der Vater Wittöhäuser Bert Löffler aus Tousovich (bei Dobromilj und dessen Frau Blume, geb. Sternbach. Meldungen nimmt auch die Expedition des „Israelit" entgegen. Personalien. München, 18. Mai. In den Tagen der Sesira, die von altersher als Trauertage angesehen werden, ist Frau Rahel Frankel rrj.', wie bereits gemeldet wurde, ihrer Familie und ihrem Freundeskreise entrissen worden. Ein reichgesegneter Lebensgang, ein Leben reich an Mühen und Arbeiten, aber auch reich an Erfolgen und Siegen auf allen Gebieten jüdischer Pflichterfüllung hat damit seinen Abschluß gefunden. Um das Lebensbild der Verklärten wahrheitsgetreu zeichnen zu können, müssen wir zurückgreifen in eine weit entlegene Vergangenheit, um von dort die Farben zu diesem Bilde zu entnehmen. Als Rabbi Akiba nach jahrelanger Abwesenheit an der Spitze seiner Schülerschar in seine Heimat zurückkehrte und die Einwohner zu seiner Begrüßung herbeiströmten, da — so erzählt die Gemornh in Kethuboth — drängte sich auch eine bescheiden gekleidete Frau hinzu, üm in seine Nähe zu gelangen. Rabbi Akiba erblickte sie inmitten der sich herandrängenden Menge und rief: „Gebet Raum und lasset diese Frau in meine Nähe kommen! Ihr gebührt der volle Anteil an dem minn -n22, den ihr mir erweisen wollet, kv, rfttr naton bv, wasichan Thorakenntnis erworben, was ich euch davon Mitteilen konnte, es ist alles ihr Verdienst!" Es war sein treues Weib Rachel, die Tochter des reichen Kalba Sabua, die den Reichtum ihres Vaterhauses preisgab, um R. Akiba anzugehören und die ihn, den gänzlich Ungelehrten, angeeifert hatte, sich noch in reiferen Jahren die Krone der Thora zu erringen. Wer die Geschichte der Münchner jüdischen Gemeinde im letzten halben Jahrhundert kennt und die Entwicklung des unter dem Namen Ohel Jakob hier bestehenden gesetzestreuen Kreises im Laufe der Jahrzehnte zu verfolgen in der Lage war, der darf ohne Uebertreibung auch von Rachel Frankel nv sagen: sin nbe? asbm bv. Was hier in diesem Kreise an nxm min blüht, was der Einzelne und was die Gesamtheit geschaffen hat, es ist zum weitaus grüßten Teil ihr Verdienst und auf ihre Wirksamkeit zurückzuführen. Vor mehr als einem halben Jahrhundert kam sie als junge Frau hierher nach München und das Haus, das sie gegründet, ist vorbildlich geworden für alle, die inmitten gegensätzlicher, feindlicher Strömungen in unerschütterlicher Treue am überlieferten Judentum und an der alten Vätersitte festhalten wollten. Ihr Haus ist der Kristallifationspunkt geworden für den Kreis der gleichgesinnten dwv. Sie hat ihren seligen Gatten, Herrn Wilhelm Frankel rry, veranlaßt, seinen großen Einfluß, seine hohen Geistesgaben, seine Freigebigkeit für die Erhaltung und Förderung des echt Jüdischen tn der Gemeinde und in unserem Kreise einzusetzen. Es gereicht ihm zum Ruhme mtnx njtyn da er im Besitze einer solchen Frau war. In diesem Geiste haben sie ihre Kinder erzogen, die heute in unserem Kreise und noch darüber hinaus vorbildlich und tatkräftig zum Segen der Gesamtheit wirken. Das alles war ihr eigenstes Werk und trägt den Stempel ihres Geistes und ihres festen Willens, denn sie war eine bJn nrxim ursprünglich biblischen «inne des Wortes: eine tapfere Frau, eine Kämpferin, die alle Hinderniffe zu besiegen wußte, um ihr Haus zu einer Stätte der min, zu einem echt jüdischen. Hause zu gestalten. In den letzten Jahren ihres Lebens konnte fie sich nur durch Beihülse anderer fortbewegen und dennoch hat sie unter unglaublichen Schwierigkeiten regelmäßig das nvi2.i JV2 besucht und war auch an den Selichoth tagen eine der Ersten zur Stelle, so lange es nur anging, bis an die äußersten Grenzen ihrer Kraft. Ihr beispiellos fester Wille siegte über alle Schwierigkeiten. Es mag sein, daß es noch andere Frauen gibt, die mit solch inniggläubiger Frömmigkeit und glühender Liebe nach der Stätte der rni2p Verlangen tragen- — es mag noch andere Frauen geben, die auf dem Gebiete der N'wi np*ix so aufopfernd und tatkräftig sich betätigen, wie fie es Jahrzehnte lang getan hat was sie jedoch als ri'2n r6?2, als ^xiV'2 ox für die Erhaltung und Förderung der min und der guten Jüdischkeit geleistet und wie sie den mwn 1122 ihren Trägern gegenüber betätigt hat, das hat sicherlich nicht seines Gleichen, darin stand sie einzig da. Wir können ihr mit Recht Nachrufen: r^j? n»i isnn nur nm n:^2 bv, „Biele der Töchter haben Tapferes geleistet, Du aber übertrafst sie alle! Der Segen des alten Weisen (Taanith 5b): vm -mar rr "jod [W» nrnMn brn, ist an ihr in Erfüllung gegangen, wie es ihr höchster und heißester Wunsch war, dem fie noch letztwillig in charakteristischer Weise Ausdruck verliehen hat. In den Häusern ihrer Kinder waltet fort ihr Geist und ihre Frömmigkeit. Die Früchte ihrer Erziehung treten auch schon in der zweiten Generation in Erscheinung und sie konnte sich ihrer erfreuen, jnr nx :*tt” vjtri, die junge Saat reiht sich der alten Ernte würdig an, wie einer ihrer Enkelsöhne treffend bemerkte. Für eine Sx*flP'2 ax der schönste Lohn, py j:n np^n ntyxi nb ntrx. -n- Hamburg, 12. Mai. Gestern ist A. Lewand 0 wsky , Inhaber der Hamburger Bankfirma A. Lewandowsky, im Alter von 07 Jahren gestorben. Der Entschlafene war eine bekannte Persönlichkeit in der Hamburger Geschäftswelt und gehörte dem Vorstande der Hamburger Wertpapierbörse an. Seine außerordentliche Begabung, sein vornehmes Denken, seine anerkannte geschäftliche Tüchtigkeit schufen ihm eine Vertrauensstellung in der gesamten Börsenwelt. Herr Lewandowsky gehörte zu den stillen Wohltätern unserer Gemeinde. Er bekleidete ein Ehrenautt inr Vorstande der Israelitischen Gemeinde und war außerdem in vielen wohltätigen Stiftungen und Vereinen in Hamburg tätig, rvr^sn. Friedberg, 22. Mai. Walter Neuma 11 n, Sohn des Lehrers H. Neumann in Friedberg i. H., im Kurheff. Jäger-Res. Bat. No. 11, erhielt das Eiserne Kreuz. Schlüchtern, 23. Mai. Am 2. Tag niyirtr wurde eine wahre rwx zur letzten Ruhe bestattet, deren wirklich musterhaft frommes Wesen es verdient, hier gewürdigt zu werden. Frau Esther Lveb aus Voümerz, die von frühester Jugend schwer um ihr tägliches Brot kämpfen mußte und deren Haus danach einem tsnpß glich, in dem Arme stets offenen Eingang hattenjeder Betrübte ging froh von ihr: das Letzte was die Verblichene besaß, konnte sie entbehren und dem Betrübten reichenmachte sie doch die schwersten Fußwege, um für andere zu sorgen und sie zu erfreuen. Ihr Andenken wird uns erhalten bleiben. rrzaBn Tempelburg, 25. Mai. Am 12. Juni d. Js. feiert Herr Lehrer Lion Wolfs feinen 70. Geburtstag. Seine zahlreichen Schüler werden es sich nicht nehmen lassen, den Tag festlich Zu begehen. Herr Wolfs hat sich wiederholt schriftstellerisch betätigt. Seine „Agende" ist 'ür angehende Lehrer ein unentbehrliches Handbuch. Osnabrück, 26. Mai. Unsere Gemeinde ist durch den Tod ihres langjährigen und verdienstvollen Vorstehers, Abraham Jonas, schwer betroffen. Der Verstorbene war 23 Jahre lang unentwegt bemüht, der roiax hier eine Heimstätte zu schaffen - er selbst war ein aufrichtiger treuer Jehudi, der für unsere heilige Sache begeistert war, keine Opfer scheute und so die erst neue Gemeinde im Fahrwasser des überlieferten Judentums hielt. Durch sein bescheidenes und doch zielbewußtes Auftreten hat er die Neuerer hinten angehalten, so daß die hiesige Gemeinde ihrer Einrichtung nach, noch zu den zuverlässigen gezählt werden kann. Seiner Initiative ist eine herrliche Synagoge entsprungen, ein neues Schulhaus wurde noch unter seiner Vorsteherzeit in Angriff genommen, leider sollte der 82jährige die Vollendung »licht mehr schauen. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinde in seinem Geiste »veiter geführt werde und daß der Wunsch des Verstorbenen recht bald in Erfüllung gehen möge, daß die Gemeinde emen in religiös-wissenschaftlicher Hinsicht gebildeten und für unsere nncx begeisterten Lehrer oder Rabbiner erhalten möge, rrrjtsn. Halle a. S., 21. Mai. Herr Leo Kirschen erhielt das Eiserne Kreuz. Vermischtes. Birkental (O.-S.j, 12. Mai. Eine schölle und für eine kleine Gemeinde wie die unsere seltene Feier konnten wir dieser Tage hier begehen. Sie galt der Einweihung einer neugestifteten Thorarollc. Jur Abhaltung dieser Feier war der Rabbiner unserer Stadtgemeinde, De. Halpersohn erschienen und mit ihm je ein Mitglied des Vorstandes und des Repräsentantenkollegiums, sowie die Kantoren und der Synagogenchor aus Myslowitz. Das Sefer-Thora wurde in festlichem Auszuge von der Wohnung des Stifters in die Synagoge geleitet und unter feierlichen Gesängen in die heilige Lade gestellt. Daran schloß sich die Weihe-Predigt des Herrn Rabbiners. An die Feier im Gotteshause schloß sich ein Festmahl, wo nach einem Trinkspruche auf den Landesherren verschiedene Tischreden gehalten wurden. Kempen, 12. Mai. Am vergangenen Sonntag hielt Herr Rabbiner Dr. Wolf aus Köln einen hochintereffanten Kriegsvortrag vor einem Publikum, das sich in den Teilen seiner Zusammensetzung zu den verschiedensten Konfessionen bekannte. Der Redner hat es in seinem nach Inhalt und Form schönen Vortrag meisterhaft verstanden, die sittlichen Gebrechen unserer Gegner Egoismus, Nützlichkeitspririzip, Manchestertum Brutalität und Ucbermcnschentuin — Unmoral und Ueberkultur - im Gegensatz zu den ethischen Werten des deutsche» Volkes - Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Wahrheit, Menschen- und Nächstenliebe — treffend zu kennzeichnen. Amsterdam, 0. Mai. lieber V u tt er» ä! s ch u n g e n in Holland schreibt ein holländisches Viatt: „Es ivar kaum anzunehmen, daß die Falscher sich an unser ganz besonders durch ein Sondergesetz geschütztes Molkerei Produkt, die Naturbntter, heranwagen würden. Indes wurde „Naturbutter" angeboten zu einem Preis, der unmöglich auf reeller Basis ruhen konnte. Eingehende, längere Zeit fortgesührte Versuche, zeitigten das über raschende Resultat, daß der Naturbutterfabrikanl unter genauester Ausnutzung der Reichert-Meißlerschen Zahl gerade soviel fremdes Fett zusetzte, daß unter Berück sichtigung der um diese Zeit erfahrungsgemäß bedingten Abweichungen, eine Fälschung nicht nachgewicsen werden konnte. Unter Berücksichtigung der hohen Butterpreise kam dieser „wissenschaftliche" Fälscher reichlich auf seine Kosten und als er dennoch entlarvt wurde, hatte er die Stirn zu behaupten, daß die von ihm vorgenommenen Manipulationen keine Fälschungen seien, da doch Na tnrbutter von solchen Zusammensetzungen vorkomme." Posen, 1. Mai. Die israelitische Kranken' v e r p f l e g n n g s - und Beerdigungs-Gesell" schaft, welche zu den größeren Vereinen innerhalb der Synagogen-Gemeinde zählt, hatte im abgelaufenen Rechnungsjahre 807 Mitglieder. Die Einnahmen waren: Bestand am 1. Januar litt l 5000,22 M., Bei träge der Gesellschaftsmitglieder 1850,50 M, aus Sammelbüchsen 1581,70 M, andere Einnahmen Hin- Kür de« Reklameteil ißt die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die i« Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Waren oder sonstiger Angabe« rrligionSgesehttchen Charakterans ihre Zuverläsffgkcit zu prüfe«. Kaiser Friedrich Quells -Offenbaeh a. M.- Gegen Gieht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stahu, Frankfurt a. M.t GflnthersburgaUee 37. Tel. 259 a. 714 Telegramm-Adresse: NeSop Frankfn tmain. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. ■N Spezialhaas für Silberwaren Modelliern. Ciselierwerkstätte Lnznrus Posen Me. Hoflieferant Frankfurt a. M. Berlin W. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Kunstleriach ausgeffthrte Knltusgogenstftnde. Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, Chanukalampen etc. 0217 Man verfange gratis und tcanco zasenaatig meines neuen Musterheftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält Familiennachrichlen. Barmizwoh-Feier. Ernst. Sohn des Herrn Saly Harburger, Zürich, im Betlokal der Jsr. Reli gionsgeseüschast. Sabbat-Anfang u. Ausgang. "jnSyn: rav ORTi Anfang Datum Ausgang Ubr!Min. 1915 5975 Ubr jMin. 29. 16. Frankfurt a. M. 7 50 Mai Siwair 9 20 Berlin ... — — — — München . 7 15 8 50 Straftburg . . 7 30 0 10 Stuttgart. . . — — — — Bose« .... — — — — Nürnberg. . . 7 30 01 Hamburg. . . — — — — *

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