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Der Israelit · 1915-04-22 · Heft 18 (22.4.1915) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 18 (22.4.1915)
Date
1915-04-22
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M 18. , . , , 22. April 1915. #r«mbntr* -. M.. den z 18. Der „Frankfurter Israelis wird mit dem JSraelit" abonniert- Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 35 Pfg. für die sechsgespaltene Lolonelzetle; Rabatt nach Tarif. Inhalt: Unterrrchtskurse für Flüchtlingskinder. — ID i e W o ch e: 1. Alfred Ledermann T'. 2 Der Ausschutz der Israelitischen Gemeinde, U. Verein zur Pflege jüdischen Wissens. 4. Wohnungsgeseüschaft. — Famtliennachrichten. — Vereinstalender. — Gebetzeiten. ilnterrichtSlurse für Flüchtlingskinder. Seit einiger Zeit sind hier auf Beranlaffung der Frankfurter Ortsgruppe der „Agudas Jisroel" unter Mitwirkung der A. I. Jugendgruppe, die ihr Lokal zu diesem Zwecke bereitwillig zur Verfügung stellte, Unterrichtskurse für die Kinder der hierherverschlagenen galizischen Flüchtlinge eingerichtet, die schon in ihren ersten Anfängen reichen Segen verbreiten. Während die Sammlung der „Agudas Jisroel" für Galizien in vollem Gange war, lenkte Herr Direktor Dr. Lange zuerst die Aufmerksamkeit auf die nicht minder wichtige geistige Flüchtlingsfürsorge in unserer eigenen Stadt und fand damit überall williges Ohr, offene Herzen und, bis zum gewiffen Grade, auch schon offene Hände, die vielversprechende Ansätze ermöglichten. Es wird jedoch nötig sein, noch etwas tiefer in die Taschen zu greifen, um diesen schönsten, edelsten Zweig der Flüchtlingsfürsorge so auszubauen, wie er den Initiatoren, bewährten Schulmännern mit warmem Herzen für die Leiden und Zukunftssorgen ihrer unglücklichen Brüder, vor Augen schwebt. Es war gerade keine leichte Arbeit, die Kinder, die zum Teil in der Annaschule einigen Unterricht erhielten, zum größeren Teil aber ganz unterrichtslos herumliefen, alle aber eines ihren Anlagen und ihrer ersten Vorbildung in der galizischen Heimat nur halbwegs angemeffenen jüdischen Unterrichtes entbehrten, zu sammeln und im Rahmen eigener entsprechender Unterrichtskurse zu vereinigen. Der Wille zeigte aber auch hier den Weg, und es sind jetzt schon mehr als 50 Kinder, die täglich in den Räumen der Jugendgruppe 3—4 Stunden von bewährten Lehrern in Gemoroh, Chumisch mit Raschi usw. unterrichtet werden, während sie in der Dahlmannschule von ebenso bewährten und für ihre Aufgabe begeisterten jungen Lehrerinnen in Deutschlesen, Schreiben, Rechnen und allen anderen Fächern, die zur wirtschaftlichen Ertüchtigung deS werdenden Menschen beitragen, gründlichen Unterricht erhalten. Daß bei diesem bedeutsamen Hilfswerke die Jüdische Frauenvereinigung nicht fehlen durste, ist selbstverständlich. Sie hat auch durch ihre Hermann Lehmann-Schule in Offenbach einige Erfahrung auf diesem Gebiete. So stellte sie sich sofort mit Wäsche, Kleidern, ArbakanfauS u. f. w. ein, die den Leitern, den Herren Direktor Dr. Lange und Ludwig Strauß, die Arbeit wesentlich erleichterten. Auch die Stadt bekundete ihre Sympathien für das Werk dadurch, daß sie ein Lokal in der Dahlmann schule für den Unterricht in den profanen Fächern unentgeltlich zur Verfügung stellte. Der von ihr gewünschte Schularzt mußte nicht lange gesucht werden. Er wirkt im Ehrenamte und hat der Leitung zuallernächst mit einer recht traurigen Feststellung gedient: Die meisten Kinder sind unterernährt und es sei dringend erwünscht, daß ihnen neben der geistigen Kost auch eine leibliche, in der Form von Milch, verabreicht werde. Hierin eröffnet sich noch eine Ehrenaufgabe für hochherzige Kinderfreunde, die für die unverschuldete Not um Haus und Habe beraubter Familienväter ein Mitempfinden haben. Es müßte nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn in unserem schönen philan tropischen Frankfurt nicht schon auf diesen ersten Appell hin sich die edlen Männer und Frauen finden sollten, die die Mittel für die Milchverabreichung an die hungernden Kinder aufbringen. Zu diesem Zwecke gestiftete Spenden werden im Büro des Herrn Direktor Dr. Lange, Tiergarten 8, sowie bei Herrn Ludwig Strauß, Weiherstraße 4, gerne enrgegengenommen. Orts- und Jugendgrnppe der Agudas Jisroel haben in schwerer Zeit eine Aufgabe von zukunftsbeftimmender Bedeutung für junge, der Heimatscholle entrissene Menschenpstanzen übernommen, und man darf hoffen, daß sie darin volles Verständnis und weitgehendste Unterstützung in allen Kreisen finden. aeefioecBe ü Die Woche | Alfred «Ledermann In diesen ernsten Tagen des Gedenkens an die im blühenden Alter dahingerafften Thorajünger R. Aktbas wird uns die Trauerbotschaft von dem Heimgang eines Freundes, dem die Liebe zur Thora immer Leitstern gewesen. Alfred Ledermann ist auf dem östlichen Kriegsschauplatz einer tätlichen Granate zum Opfer gefallen. Der so jäh seiner Familie Entrissene war bis zuletzt der ihm von dem früh entschlafenen Vater gewordenen echtjüdischen Erziehung treu geblieben, und oft bewunderten wir die Gründlichkeit seiner -Studien, denen er insbesondere allsabbatlich mit Regelmäßigkeit oblag, wie auch seine stete Bereitwilligkeit zu L"e?-und 8"!1P ^2-Diensten. Und wie ernst er es mit seinem Berufe nahm, davon legte der in jungen Jahren gefaßte hoffaungsfrohe Entschluß Zeugnis ab, sich auf eigene Füße zu stellen. Doch zu bald zwangen auch ihn die Ereignisse, seiner Tätigkeit zu entsagen und mit der Waffe hinauszuziehen, wo jetzt ein trauriges Geschick seinen Plänen ein unerwartetes Ende gesetzt hat. So haben denn seine sterblichen Reste in fremder Erde die ewige Ruhe gesunden, seine reine Jünglingsseele aber ist zu dem Allgütigen zurückgekehrt, der reichen Trost spenden möge der gebeugten Mutter und all denen, die in Alfred Ledermann einen lieben Freund verloren haben, n"22CJrv Der Ausschuß der Israelitische« Hemeiude. In der letzten Ausschußfitzung erstattete Herr Santtätsrat Dr. Hanauer Bericht über den Etat des Krankenhauses, das einen Zuschuß von Mk. 140000 beanspruchen dürfte. Ein großer Teil der Betten — 50 — ist anfangs der Militärbehörde kostenlos zur Verfügung gestellt worden, waS mir einem Kostenaufwand von 20000 Mk. verbunden war. Im Wetteren wird ein Antrag angenommen, durch Förderung des Gemetndegesanges in den Orgelsynagogen das beharrlich ausbleibende Publikum mehr heranzuztehen. Es wurden noch Beiträge an verschiedene Vereine erhöht, beziehungsweise neubewtlligt. Aerein zur ^ssege jüdischen 'Wissens. r‘,'Tr?Z r'-wtin Am Sonntag den 11. April, fand die dieoiälnicu Jahresversammlung des Tifereth Bachnrim starr Der vom Vorsitzenden, .Herrn Wilhelm Rosen, erstattete Bericht stand unter dear st scheu des Weltkrieges. Bis Mitte 1014 yerr ächte ein reges Leben bei den Veranstaltungen. Dir Srfjiurim unter Leitung der Herren Rabbiner Dl .Horovitz und Dr. May waren gut besucht und es stellte sich die Rotwendigkeir heraus, rveitere Schiurim einzurich- U'ii. Die Bar'läge waren ebenfalls gut besucht und zeigte die jeweilige Diskussion, mit welch regem Interesse sie verfolgt wurden. Die geselligen Veranstaltungen des Tifercs Bachurim wie me Ausflüge waren mährend des ersten Semesters von besten Erfolgen begleitet. Mit Ausbruch dee Krieges wurden im kleinen Kreis die belel,rinden Veranstaltungen fortgesetzt. Mit denen im Felde stehenden Mitgliedern (es sind dies ca. 60) finde! ein fortwährender schriftlicher Verkehr statt. Auch L'.ibcseaben erhalten die Mitglieder. Für ÖIOLFSEGK Diepopulärste Cigarre unsortiert 12^ sortiert ISA G.M.HOLZ + HOFLIEFERANT FRANKFURTaJI

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