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Der Israelit · 1915-02-18 · Heft 8 (18.2.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 8 (18.2.1915)
Date
1915-02-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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M 8, Frinlkfnrt «. M., den 18. Februar 1915. 4. Adar 6675. M 8. Der „Frankfurter JSraelit" wird mtt dem JSraelit" abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.8V vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 25 Pfg. für die fechSgefpaltene Lolonelzeile) Rabatt nach Tarif. ItttzaU. Die Woche: 1. Zum Gedächtnis der gefallenen Mitglieder der A. I. Jugendorganifalion. 2. Sabbatbriefe ins Feld. 3. Aus den Mitteilungen der A. I. Jugendgruppe. 4. Tnach-KurfuS in der Mädchengruppe der A. I. — 5. Judenreine Familtenforfchung. — BereinStalender. — Familiennachrichten. — Gebetzeiten. js^e Inm Hedächlnis der gefallenen Mitglieder der A. A. Jugendorganisation. Die Frankfurter Agudas Jisroel Jugend- und Mädchengruppe veranstaltet kommenden Sonntag (den 21. d. Mts.), abends 6 Uhr, in den Räumen der Suppen anstatt Theobaldstraße eine Gedächtnisfeier für die im Kriege gefallenen Mitglieder und Führer der Jugendorganisation. Die Gedächtnisrede wird Herr Wolf S. Iakobfohn-Hamburg halten. Savbatöriefe ins Aetd. Seit einigen Wochen versendet der Mekor Chajtm allwöchentlich sog. „Sabbatbriefe" an seine Mitglieder in Feld und Kaserne, die, wie vielfache Antwortschreiben bezeugen, von den Empfängern sehr beifällig ausgenommen werden. Die Briefe knüpfen an die Stdra an und enthalten Erklärungen zu« Wochenabschnitte, religiöse Belehrungen, kalendarische Angaben usw. Auch Nichtmitglieder können die Briefe erhalten, sofern es ihre Angehörigen unter Angabe der Adresse an den Borstand des Vereins (Herrn Nathan Homburger, Obermainanlage 22) wünschen. A«s de« Mirteisunge» der A. I. Iugendgrnppe. I. A. I. Mädchengruppe. Die Frankfurter Mädchengruppe der Agudas Jisroel (Hanauer Landstraße 17) versendet soeben ihr Programm für die Zeit von Februar btS März. Aus der Ueberstcht über ihre Lehrtätigkeit geht hervor, daß im Lehrpläne einige Beränderungen eingetreten find. Einem vielfachen Wunsche entsprechend ist ein neuer Tnach-KursuS eingerichtet worden. — Herr LehrerM. Hirschberg wird biS auf weiteres in seinem am SamStag nachmittag stattfindenden Kursus die Hagodoh behandeln. Der bisherige Nähabend soll nunmehr zu einem allgemeinen Handarbettsabend, der zugleich eine gemütliche Zusammenkunft der Mitglieder bezweckt, ausgestattet werden. Unter sachkundiger Leitung soll an diesen Abenden Gelegenheit geboten werden, jede Art Handarbeit auszuführen. Auf Wunsch stehen Schnittmuster zur Verfügung, um auch zu selbständiger Arbeit Gelegenheit zu geben. — Der Zeit entsprechend sollen auch für die durch den Krieg in Not geratenen Glaubensgenossen Wäsche und Kleidungsstücke angefertigt werden. Außer diesen Veranstaltungen sind noch zwei Sonderveranstaltungen geplant und zwar am SamStag, den 6. März: Rezitation von Frau ElSbeth Selig und am Samstag, den 20. März Bortrag des Herrn Dr. H. Cohn. Thema Vorbehalten. II. A. I. Jugendgruppe. Gleichzeitig mit der Mädchengruppe versendet die A. I. Jugendgruppe ihre Mitteilungen für den Monat März Außer einigen Vorträgen sind Haggadoh-Borlesungen von Herrn Direktor Dr. Lange in Aussicht genommen. In den Mitteilungen lesen wir ferner: Um die Beziehungen zu den im Felde stehenden Mitgliedern der Agudas JiSroel Jugendorganisation, Bund gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine aufrecht zu erhalten, hat ein Freund und tätiger Mitarbeiter der Organisation einen größeren Betrag für Liebesgaben gespendet. Die Sprechstunde deS Zimmernachweises findet von jetzt ab Donnerstag abend von 9—10 Uhr statt. Auf Veranlassung der Leitung der Jugendorganisation richten die Jugendgruppen LehrlingSstellenvermittlungen ein. Auch die die hiesige Jugendgruppe hat eine solche ins Leben gerufen. Die Lehrlingsstellenvermittlung vermittelt Stellen für Lehrlinge und Lehrmädchen. Die Vermittlung erfolgt kostenlos. Sprechstunden der Lehrstellenvermittlungsstelle ist jeweils Sonntag von 11—12 Uhr vormittags, Donnerstag von 9—10 Uhr abends im Zimmer Nr. 3 der A. I. Jugendgruppe. Knach Kursus i« der Mädchengruppe der A. I. Mit nächstem Sonntag, den 21. ds. eröffnet die Mädchengruppe der A. I. (Hanauer Landstr. 17) einen neuen Tnachkursus, der auch neuen Teilnehmerinnen Gelegenheit gibt, sich in Sinn und Wort der alten Lehre zu vertiefen. Der Kursus steht unter Leitung des Herrn Redakteur Schachnowitz. Begonnen wird mtt Fürs erste findet der Kursus Sonntag abend * lfa9 Uhr statt, soll aber später, nach Maßgabe der von den Teilnehmerinnen geäußerten Wünsche, auf einen andern Abend der Woche verlegt'werden. Jude«reine Jamilienforschuug. In Frankfurt a. M. ist kürzlich eine Gesellschaft für Familienforschung gegründet worden. In den Satzungen dieser Gesellschaft wird ausdrücklich bestimmt, daß nur solche Personen die Mitgliedschaft erlaugen können, deren Vorfahren schon vor dem Jahre 1806 Frankfureer Bürger waren. Diese Bestimmung sieht sehr harmlos und unschuldig auS, sie ist eS aber nicht, denn jeder, der mit den Frankfurter Verhältnissen einigermaßen Bescheid weiß, erkennt in ihr ohne weiteres den antisemitischen Pferdefuß. Die Sache liegt nämlich so, daß die Juden in Frankfurt a. M. erst in und nach dem Jahre 1806 das Bürgerrecht erlangen konnten. Die in Rede stehende Bestimmung der Satzungen besagt also nichts anderes, als daß Juden nicht Mitglieder der Gesellschaft werden dürfen. Gerade in Frankfurt a. M. gibt es eine beträchtttche Anzahl jüdischer Familien, die ihren Ursprung Jahrhunderte hinauf verfolgen können. Die Erforschung der Geschichte dieser Familien ist, wie das bekannte Werk von Dietz „Stammbuch der Frankfurter Juden" beweist, mindestens ebenso Interessant und auch für die Frankfurter Geschichte genau ebenso wichtig, wie die Erforschung der Geschichte der alten Frankfurter christlichen Familien. Die „Mitteilungen" des Abwehrvereins erinnern dabei an die Rede eines einer Frankfurter alten christlichen Patririerfamilie entstammenden Mannes, des Reichskanzlerv. Bethmann-Hollweg am 2. Dezbr. 1914 und meinen dann: Die Satzungen der neugegründeten Frankfurter Gesellschaft für Familienforschung beweisen, daß dieser Gesellschaft jener wunderbare Geist, den der deutsche Reichskanzler in seiner großen Rede gerühmt hat, durchaus fremd ist. Es spricht sich vielmehr in der Aufnahme einer solchen Bestimmung ein durchaus kleinlicher Geist aus, der jedem objektiv Denkenden um so kleinlicher Vorkommen muß, weil die Gesellschaft rS vermeidet, das Zkind beim rechten Namen zu nennen und eine durchaus anttsemitische Bestimmung in eine sehr harmlos erscheinende Form gekleidet hat. Der Form nach stelle« die Satzungen der Gesellschaft keine Verletzung deS Burgfriedens dar, sie find es aber umsomehr dem Sinne nach. Eine Verletzung des Burgfriedens durch bloße Worte, mögen diese noch so scharf und verletzend sein, ist lange nicht so schlürm, als wenn sie durch Taten begangen wird. Und ein tatsächlicher Bruch des Burgfriedens liegt unbedingt in dem in Rede stehenden Beschluß der neubegründeten Frankfurter Gesellschaft für Familienforschung vor. Veremskalender. Verein Mekor Chait«. SamStag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dintm; Herr Rektor Falk. 37, Uhr nachm, im BereinSlokale: Mikro-Bortrag: Herr Michael Kohn. Sonntag, 9®/4 Uhr vorm, im BereinSlokale: Gemoro; Herr R. A. Pofen. 4 Uhr nachm.: Gemoro; Herr Dr. Joseph Breuer.

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