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Der Israelit · 1915-01-21 · Heft 4 (21.1.1915) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 4 (21.1.1915)
Date
1915-01-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M 4. Frankfurt a. M., den 21. Januar 1915. 6. Schebat 5675. JE 4. Der „Frankfurter JSraelit" wird mit dem JSraelit" abonniert- Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.50 vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter JSraelit" kosten 25 Psg. für die sechsgefpaltene Eolonelzeile} Rabatt nach Tarif. Irchalt. D.ie Woche: i. Marü<Feist ^>"L7. 2. Jugendversammlung. 3. Ein „Dementi". 4. Auszeichnungen von) Frankfurtern." 5. U. T. auf der Zeil. Vereinskalender. - Familiennachrichten. — Gebetzeiten. j| Die Woche |j aj |i '0 ", ", Martin Keill Am Sonntag Morgen (am Ausgange der L'v'?>L'2V) hielt Herr Direktor Dr. Lange nach dem Morgengottesdienste im Trauerhause eine Gedenkrede, die an Hand ergreifender Midraschworte all das, was wir in Martin Feist verehrten und jetzt beweinen, kurz zusammenfaßte. Der Inhalt der tiefempfundenen Rede soll in nächster Rümmer dem Gedankengange nach wiedergegeben werden. * * Dem Gedächtnis der den Heldentod für das Vaterland gestorbenen Mitglieder der A. I. Jugendorganisation (Sally Michel, David Schlesinger und Martin Feist ^"L1)wird ein Vortragsabend am 21. Februar (7. Adar), an dem u. a. Herr Wolf S. Jacobsohn, Hamburg sprechen wird, gewidmet sein. Näheres wird den Mitgliedern noch mitgetetlt. Angendversammkung Die Frankfurter Jugendvereine veranstalten Samstag, 30. Januar 1915 abends ^9 Uhr im großen Saale des Saalbau eine Jugendversammlung. Der bekannte Volkserzieher Herr Profesor F. W. Förster, München wird über dos Thema: „Die deutsche Jugend und der Weltkrieg" sprechen. Karten für diesen Bortrag a, 0,10, 0,50, 1.— sind bet den Veretnsvorständen, bei der Agudas Jisroel-Jugendgruppe und -Mädchengruppe erhältlich. Hi« „3>emc«ft“. Die von der Jsr. Religionsgesellschaft angeregte und von der Jsr. Gemeinde abgelehnte gemeinsame Hilfsaktion bei Kriegsbeginn bildet überstüssiger Weise noch immer den Gegenstand von Zeitungserörterungen. Die Veröffentlichung in Nr. 2 unseres Blattes, durch die der Sachverhalt aktenmäßig klargestellt wurde, findet im hiesigen „Familienblatt" eine Erwiderung, in der zwar.die Richtigkeit unserer Darstellung zugegeben, aber ihre Vollständigkeit bestritten wird. Es fehlten angeblich wesentliche Einzelheiten. Hören wir, welche das sind: „A l l e r d i n g s *) hat die Jsr. Gemeinde, als der Almosenkasten und der Hilfsverein zu einer Bersammlung behufS Organisierung der jüdischen Kriegs- *i Bon uns herborgehoben. Red. ' fürsorge eingeladen hatten, diese Versammlung inhibiert und ihrerseits alle in Betracht kommenden Vereinigungen, darunterauch dieReligionsg e s c l l s ch a f t *) zu einer Versammlung eingeladen mit dem ausgesprochenen Zweck, das Hilfswerk zu organisieren, um ein Zusammenarbeiten der verschiedenen Vereinigungen unter einer verantwortlichen Leitung herbeizusühren. Die Leitung sollte eine von den zusammenberuseneu Vereinigungen selbst gewählie Zentralkommission mit einem Exckutivausschuß an der Spitze übernehmen. Es war von der Gemeinde niemals beabsichtigt, die Leitung selber in die Hand zu nehmen. Dies ist den Herren von der Religionsgesellschaft und insbesondere ihrem Dor- . sitzenden wiederholt auf das Entschiedenste erklärt worden. Es kam demnach, wie in den ersten Versammlungen wiederholt festgestellt worden, auch eine paritätische Leitung des Hilfswerks durch die Gemeinde u n v tue Religwnsgefellfchast garnicht in Frage. Dagegen wurde der Religionsgesellschaft für den Fall, dah sie der Organisation beitrete, angeboten, daß ihr Vorsitzender den stellvertretenden Vorsitz in der Zentralkommission und in dem Exekutivausschuß haben sollte, nachdem von der Zentralkommission zum Vorsitzenden dieser beiden Kommissionen der Vorsitzende des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde gewählt worden war." Hierauf ist folgendes zu erwidern: Da selbstverständlich auch Almosenkasten und Hilfsveretn durchaus keine andere Absicht hatten, als ein Zusammenarbeiten aller „verschtedenern Vereinigungen" herbeizuführen (siehe das Einladungszirkular), so konnte die Inhibierung dieser Aktion durch den Gemeindevorstand doch selbstverständlich nur den einen Sinn haben, diese Zusammenarbeit der freien Vereinbarung zu entziehen und sie der Aegide des Gemeindevorstandes zu unterstellen. Dabei wäre es dem Gemeindevorstand auch nicht im Traume eingefallen, die „Religionsgesellschaft", die ja eine Gemeinde und kein Wohltätigkeitsveretn ist, mit einzuladen, wäre nicht zwei Tage vor der Versammlung die Anregung des Religtonsgesellschaft an ihn gelangt. Statt aber dieser Anregung in der vorgeschlagenen Form durch eine Vorbesprechung der beiden Gemetndevorstände zu entsprechen, lud er die „Religionsgesellschaft" als auch eine „der verschiedenen Bereinigungen" zu der unter seiner Leitung stehenden Versammlung der Wohltätigkeitsvereine ein. Wie groß der gute Wille aufseiten der Religionsgesellgesellschaft war, beweist die Tatsache, daß diese die sonderbare Einladung — nicht ohne schwere Bedenken — annahm. Auch in der Versammlung trat die Absicht des Gemetndevorftandes, die Leitung selbst in der Hand zu haben, in aller Klarheit zutage. Es ist unrichtig, daß der Borfitzende gewählt wurde. Vielmehr übernahm und behielt er die Leitung, wie er ausdrücklich erklärte, als Vorsitzender des Gemeindevorstandes, ohne daß irgend eine Abstimmung oder Wahl stattfand. Ebenso unrichtig ist es^ daß man der Reltgionsgesellschast jemals einen Sitz in dem — allein irgendwie Wichtigen — ExekutivkomitL angeboten hätte, von welch letzterem übrigens zu jener Zeit noch gar keine Rede war. Weitere „wesentliche Einzelheiten" stehen auf Wunsch zu Diensten. Nach dieser Versammlung, an der zwei Vertreter der Religionsgesellschaft teilgenommen hatten, und in der es der Vorsitzende nicht für richttg hielt das Schreiben der Reltgionsgesellschast bekannt zu geben, traf dann zum Ueberfluß die schriftliche ablehnende Antwort des Gemeindevorstandes ein, noch immer mit der Begründung, daß das Hilfswerk bet ihm zentralisiert bleiben müsie. Wie man den Mut haben kann, gegenüber diesen offenkundigen, jederzeit beweisbaren Tatsachen immer wieder mit Gegenbehauptungen zu kommen, ist unbegreiflich. Daß in der spätere« Entwicklung der Dinge der Gemeindevorstand als solcher praktisch nicht mehr stark hervortrat, bester nicht mehr hervorzutreten brauchte, ist richttg. Diese für die Beurteilung der hier vorliegenden Streitfrage gänzlich belanglose Tatsache mag vielleicht den Einsender des „Famtlienblattes" irregeführt haben, was zu seiner Entschuldigung dienen kann. Auszeichnungen von AranLfnrter». Rechtsanwalt A. Horovitz, der vor Kurzem das EiserneKreuz erhalten hat, wurde zum Leutnant befördert- Auf dem östlichen Kriegsschauplatz wurde Benjamin Mosbacher, Sohn des Herrn Leopold Mosbacher, zum Unteroffizier befördert. Die Hessische Tapferkeitsmedatlle erhielt Leopold Feist, Bizefeldwebel der Reserve im Jnfanier.e-Regiment 81. II. §. auf der Ieik. Ein kriegerisches Filmgemälde wird seit dem 16. Januar im Union-Theater gezeigt. Aus der unmittelbaren Gegenwart ist der Stoff zu dem Filmdrama „Ivan Koschula" geholt: Die Russen besetzen ein Dorf an der äußersten Grenze Galiziens, und es versteht sich, daß sie den Einwohnern keine willkommenen Gäste find. Aus dem Leid der Vielen, die auf Befreiung durch die Oestereichisch-Ungarischen Truppen Watten, hebt sich die Tragödie des „Iwan Koschula" ab, der für die Ehre feines Kindes streitet. Diese Filmfigur entwickelt Adolf Schtldkraut's Kunst zu einer eindringlichen Gestalt. Der jetzt für die öffentliche Aufführung sreigegebene Film wird beifällige Aufnahme finden. Das wettere Programm ist in bekannter bunter Reichhalttgkeit. Vereinskalender. Verein Mekor Ehaii«. Freitag Abend nach Schluß der Synagoge, im Hörfaal Friedberger Anlage: Mikro- Herr Dr. Heinrich Eohn. — 8% Uhr abends im BereinSlokale Langestraße 18: Zwangloses Beisammensein. S amStag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dtnim; Herr Rektor Falk. 3*/, Uhr nach«, im i; ’ü ■■ i; - ■ ■ .Sif ' t - /T; «.UiBü&itt»,

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