Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1915)
- Date
- 1915-01-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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y ttt ii *_**_* ü* 7. Januar 1915. JrfiittRpttvt a. M., oen- M 2. 21. Tebet 6675. LÄ «WA *55®*, r^fggg-grrn iWNW! Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem Israelit" abonniert; Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.5V vierteljährlich (Inland). Inserate im „Frankfurter Israelit" kosten 35 Pfg. für die sechsgespaltene Lolonelzeile; Rabatt nach Tarif. Inhalt. Die Woche: 1. Frau Direktor Hirsch rry. 2. Ein „Dementi". 3. „Unsere Ausgaben in schwerer Zeit." 4. AgudaS Jisroel Mädchengrupve. 5. Ausländerdank. Vereinskalender. — Familiennachrichten. — Gebetzeiten. »SvSSSSSSSSSSvSSVSSSSSSSSDSSSS««»» Me Woche Iran Direktor KirschTr. Mit Frau Dir. Dr. Hirsch ist eine hochgeschätzte Persönlichkeit unserer Gemeinde dahtngegangen. Wer, dessen Jugenderinnerungen sich um me Schulzeit in der „Hirsch'scheu Schule" ranken, hätte dieser Frau nicht allezeit ein treues Gedenken bewahrt! Selbst aus unserer Schule hervorgegangen, hat sie, in Schönheit prangend, ihrem Manne die Hand zu einem Lebersbund gereicht, dessen Innigkeit sich jedem erschloß, der in das von Gastlichkeit und Herzenswärme erfüllte Direktorhaus jemals eintrat. Wer die unübertreffliche, weit über das Pflichtmäßtge hinausgehende Hingabe beobachtete, die das vielseitige Wirken des Direktor Hirsch auszeichnete, wer vor allem dabei den glücklichen Optimismus und die echtjüdische Lebensheiterkeit erschaute, die den feinsinnigen Mann erfüllte, der fühlte und wußte es, daß ein solch fruchtbringendes Stchausleben nicht möglich gewesen wäre, wenn ihm nicht in seiner Gattin ein wackeres Weib, eine verständnisvolle Begleiterin seines Wirkens zur Seite gestanden hätte. Dir. vr. Hirsch hat es verstanden, unserer Schule den warmen Hauch des Familiären aufzuprägen, und unvergessen ist Allen geblieben, wie sich tatsächlich die gehobenen Momente des Schullebens, besonders diePrüfungen und Schlußfeiern zu einem Familienfest der Gemeinde gestalteten, — und der Schritt von der Aula ins Direktorhaus war ein kurzer und ward von jedem gerne getan, denn Frau Direktor Hirsch freute sich, ihres Mannes Schaffen unterstützen und durch die Güte ihres Herzens fördern zu können. Das wußte man, das empfand auch die jugendliche Schülergeneration und fühlte es heraus, wenn in der „Prophetenstunde" bei Zitaten wie: DKÖ71 '2 2^122 71VX1 unser Direktor mit einer Innigkeit sondergleichen das echtjüdische Eheglück schilderte: „Verliert wohl das einmal innig geliebte Weib in den Augen seines Gatten je seine Anmut?" So erklärte er und lehrte, „wie in der Gemeinsamkeit des sich gegenseitig ergänzenden Lebens und Strebens,. Vollbringens und Duldens die Innigkeit der Ehe nur gewinne und das Weib des Hauses Lust und Leben, Schutz und Freude sei." So verstand es Frau Dir. Hirsch in der I Arbeitsfreudigkeit, die sie erfüllte und in der I Elastizität, die ihrem Wesen bis ans Ende eigen blieb, ihrem Manne manche Bürde abzunehmen. Unverdrossen und frisch stand sie ihrem überaus großen Hauswesen vor und fand doch für Alles Zeit. Offenes Haus, offene Hand und offenen Charakter, diese Worte zeichnen in Kürze ihr Wesen. Sie stand hilfesuchenden Bedürftigen stets gerne zur Seite, hatte warmes Herz und Hilfe für alle die Schüler und Schülerinnen, deren häusliche Not zu ihrer Kenntnis gelangte^ ihr Rat wurde oft gesucht und gerne erteilt, und so war sie auch den Lehrkräften der Schule in allen Lebenslagen eine treue Freundin und Beraterin. Sie hat ehrlich Freud und Leid mit ihrem Gatten geteilt, und die Sorgen und Freuden der Schule waren auch die ihren. Lange Jahre gehörte sie zu den Vorftandsdamen der Schule. Wie sehr sie ihres Mannes Wirken und Arbeiten begleitete und welch gutes jüdisches Wissen sie besaß, mag daraus zu erkennen sein, daß sie ihm bei seinen Kommentaren zur rHEöTr und zu “MS? nn das Aufsuchen der Citate in "pn besorgte und den größten Teil der Korrekturen erledigte. Mit ruhiger Ergebenheit ertrug sie die Leiden des Alters, immer mit ihrem elastischen Wesen sich wieder aufrichtend, tätig und warmempfindend bis zuletzt. An ihres Mannes'Seite hat sie in allem Wechsel des Geschickes hohes Erdenglück gefunden, ein an Ehren und Erfolgen reiches Leben geführt, und die Erinnerung an ihn und die gemeinsame Lebensarbeit bildete das Licht ihres Lebensabends. In der Bescheidenheit ihres Sinnes hat sie sich jeden NLON verbeten, aber das zahlreiche Trauergefolge bei ihrer Beerdigung bewies, wie groß der Kreis derer ist, dem mit Frau Dir. Hirsch eine echte herzenswarme Persönlichkeit dahingegangen ist. Möge Gott den Kindern Trost und Stärke verleihen, und möge das 7112? der Heimgegangenen ihnen in der Erfüllung der jüdischen Lebensaufgaben beistehen. n"22bn Kirr „Dementi" In der Generalversammlung der Synagogengemeinde „Israelitische Religtonsgesellschaft" war auf eine Interpellation auch erklärt w.orden, daß die Verwaltung dem Vorstande der „Jsr. Gemeinde" anläßlich des Krieges die Einleitung einer gemeinsamen Hülfsaktion auf paritätischer Basis vorgeschlagen, jedoch mit diesem Vorschläge keine Gegenliebe gefunden habe. Die Richtigkeit der Mitteilung bestreitet ein „zuverlässiger" Einsender im hiesigen Familtenblatt „zur Steuer der Wahrheit" durch die Gegenbehauptung, der Vorstand der „Jsr. Gemeinde" habe seinerseits die Leitung der Aktion gar nicht beansprucht und auch nicht übernommen. Diese Gegenbehauptung kann nur auf völliger Unkenntnis der Tatsachen beruhen. Der Vorstand der Jsr. Gemeinde hat nicht 1 nur eine vom Jsr. Hülfsverein bereits am 31. Juli in die Wege geleitete gemeinsame Aktion der hiesigen jüdischen Wohlfahrtsveretne inhibiert und selber unter seine Leitung genommen, sondern er hat auch den Vorschlag der Reltgionsgesellschaft vom 4. August durch sein Schreiben vom 6. August mit der ausdrücklichen schriftlichen Begründung als unannehmbar bezeichnet, daß eben „die gesammte jüdische Hülfstätigkeit anläßlich des Krieges bet ihm (dem Gemeidevorstand) zentralisiert werden solle." Danach war das gleichzeitige Angebot des stellvertretenden Vorsitzes in der Fürsorgecommision eine inhaltlose Ehrung, auf die es der orthodoxen Gemeinde nicht ankommen konnte. Vielmehr brachte deren Vorsitzender im vollen Einverständnisse mit seinen Kollegen das persönliche Opfer, durch seinen Eintritt in -das erst später gebildete sogenannte „Centralcomite" al§ Raumsperre die erstrebte Fühlung wenigstens notdürftig herzustellen. „Nnsere Znfgaven ln schwerer Zeit." Die überaus starke Beteiligung und der große Anklang, die der erste Bortrag aus ^*02?' rnriö gefunden hat, veranlassen den Mekor Chajim, den Vortragszyklus, zur Belehrung und Erbauung der jüdischen Krieger und deren Angehörigen, in kürzeren Zeitabständen als erst geplant war fortzusetzen zu lassen. Der nächste Vortrag findet kommenden Sonntag den 10. Januar 6 Uhr im Vereinslokale Langestr. 18 statt. Agudas Iisroet Mädchengruppe. Die während der Ferien ausgefallenen Kurse werden mit dieser Woche wieder ausgenommen. Dinimkursus (Provinzialrabbiner vr. Bamberger) und hebräischer Sprachkursus (Redakteur Schachnowitz) finden, wie bisher, Dienstag Abend */49 Ubr, beziehungsweise Sonntag Uhr statt. Der Turnkursus wird von jetzt ab Montag Abend 3/49 Uhr abgehalten. Anmeldungen werden Tiergarten 8 entgegengenommen. Ausländerdank. Zum Zeichen der Dankbarkeit für die hier genossene Gastfreundschaft veranstalteten die hier wohnenden russischen Juden eine Sammlung für das „Rote Kreuz", die den Betrag von 1027 Jl. ergab. Das Geld wurde der Zentralstelle der Kriegsfürsorge mitsamt einer genauen Liste der Spenden und Spender überreicht. -- Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag Abend nach Schluß der Synagoge, im Hörfaal Friedberger Anlage: Mikro; Herr Herrn. Frankenthal. — 8Y, Uhr abends im Bereinslokale Langestraße 18: Zwang- * loses Beisammensein. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: ■ Dinim; Herr Rektor Falk. 3Y, Uhr nachm, im Bereinslokale: 2,7V' pV? Herr Redakteur Schachnowitz, £ j -u I -Ml Mi-' ff-.: -I? ' A "