Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XiS.Tl ssv M 1. SBS Frankfurt «. M.. den •* *• Der „Frankfurter Israelit" wird mit dem Israelit" abonniert? Abonnement für beide Blätter zusammen Mk. 1.80 vierteljährlich (Inland). ■ •■ Inserate im „Frankfurter Israelit" kosten 25 Pfg. für die sechsgespaltene Lolonelzeile? Rabatt nach Tarif. * Ä Inhalt. Die Woche: 1.) Die Bibel bei Goethe. 2.) Liebesgaben des Mekvr-Chajim. 3.» Aus dem Gumvertzschen Stechenhause. 4.) Ausschuß der Israelitischen Genreinde. 8.) Aus der Gemeinde Rödelheim. 6.) Ausländerdank. — Verein skalender. — Familiennachrichten. — Gebetzeiten. eceoGeGGeGeeeeoeGGeseeeeeeeofiMesa I S lä£ Die Woche GGGQGGGGGGGGGGGGGGGGGGesieeGGäG» Die Aiöet Bei Ooet-e. In einer von der Jugend gruppe der Agudas Jisroel und der Vereinigung Nachlath Zwi gemeinsam angesetzten, gut besuchten Versammlung im „Löwenhof" sprach letzten Montag Herr Leo Deutschtänder-Berlin über „Die Bibel bei Goethe." Die Liebe zur Bibel hat der Dichter bereits von der Mutter eingeflößt bekommen. Herder und später Schiller veranlaßten ihn aber, seine biblischen Studien aufzunehmen und die biblischen Motive dichterisch zu verwerten. In den Dichtungen Goethes sind die Anklänge an die Bibel, besonders an das „Hohe Lied" häufig wahrzunehmen. „Faust" wäre aber ohne Bibel überhaupt nicht denkbar. Die Lehre des alten Heidentums von dem steten Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen als zwischen zwei gleichwertigen Mächten — eine Lehre, die im Mittelalter viel Unheil angerichtet hat, da man in mangelhaftem Vertrauen zu der..Siegeskraft des Guten die angeblichen Vertreter des Bösen als Hindernisse auf den Scheiterhaufen brachte, — befttedigte Goethe nicht. Erst das Buch „Hiob" konnte den Plan zu der gewaltigen Faust-Dichtung bei ihm ausreifen lassen, unter Zugrundelegung der Anschauung, daß auch der Teufel ein Teil ist der Kraft, „die das Böse will und das Gute schafft." Der wesentliche Unterschied zwischen Hiob und Faust besteht freilich darin, das während der biblische Dulder auf eine Leidensprobe, Faust auf eine Lu st probe gestellt wird. Was Goethe auch noch besonders in der Bibel anzog und seinen Genius befruchtete, das war die Anschauung: „Am Anfang stand die Tall^ Das Drama vom Tode Moses, sogar in der talmudischen Ausschmückung, die ihm wohl durch Herder bekannt wurde, verwertet Goethe in unverkennbarer Weise in Fausten s Testament. Faust bekundet das ungestillte Sehnen, das Sittengesetz im neuen, eroberten Lande selbst zu betätigen. Moses sehnt sich nach dem gelobten Lande, nicht etwa, *’fo erklärt der Talmud, um dort der irdischen Genüsse tetlhafttg zu werden, sondern um die Mtzwos selbst in die Praxis umzusetzen. Zu den vielen Stellen, wo der Dichter bewußt unter dem Einflüsse der Bibel schuf, kommen noch unzählige andere, in denen er unbewußt den Geist der Bibel widerspiegelt. Der nach Inhalt und Form schöne Vortrag fand ungeteilte Aufmerksamkeit und reichen Beifall. In der Diskussion wies Herr stuä. phil. Horovitz darauf hin, daß die Weltanschauung Goethes von der der Bibel weit auseinandergehe und daß der Dichter oft für die Erzählungen der Bibel nur ein ironisches Lächeln gehabt hätte. Diese Bemerkungen gaben dem Referenten Anlaß zu weiteren Ergänzungen und einer näheren Begründung einzelner Ausführungen. «Lieöesgaveu des Wekor-ßHazim. Der Verein Mekor Chajim bedachte seine in Kaseins und Feld befindlichen Mitglieder zu Chanukka mit Liebesgaben, die, wie die eingegangenen Dankschreiben bezeugen, den Beschenkten viel Freude bereitet haben. Aus dem Gumpertzfchen Siechenhause. Aus den Kreisen der Pfleglinge des Hauses wtrd uns geschrieben: „Seit einer Reihe von Jahren fand im „Gumpertz'schen Siechenhaus und der Minka von Goldfchmtdt-Rothschlld-Stiftung" zu Chanukka eine Feier statt, die gewöhnlich einen gesellschaftlichen Charakter trug. Heuer aber sah man infolge der schweren Kriegszett von dieser Gepflogenheit ab und glaubte, dem Ernste der Zeit entsprechend, nichts Schöneres und Besseres tun zu können, als einen Festgottesdtenst abzuhalten. So erschienen denn am Freitag, den 18. dieses Monats gegen 4 Uhr 'nachm, der größte Teil der Vorsteher, sowie Ehrendamen (aus dem Hause von Rothschild, Freifrau von Schey) und sonstige Gönner und Nahestehende des Siechenhauses, um im Verein mit den Patienten ihr-' Gebete zu Gott zu richten Nach dem würdigen Mariv-Gebet ergriff der Präsident Herr Julius Goldschmtdt das Wort, um die Bedeutung des Festes zu erklären und daran anknüpfend die kernigen Worte: „Lau Chechail welau bekanach, kt im beruchi omar haschem", für die gegenwärtige Kriegszeit anzuwenden. Der Geist und die Begeisterung, welche in dem deutschen Heere und bei seinen Verbündeten wurzeln, müssen die Feinde trotz Uebermacht, an allen Fronten niederwerfen, damit wettere Erfolge und bald endgültige Stege gemeldet werden können. Zum Schluffe dankte der Redner noch allen Freunden und Gönnern der Anstalt, den Aerzten, der Oberin und den Schwestern, für Ihr lie'bevöües ‘ü&ttai, Vm hingebungsvolles Wirken und allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die schon seit Beginn des Krieges in dem von der Minka von Gold schmidt-Rothschild-Stiftuna errichteten Reservelazarett so tatkräftig Mithessen. Namens der verwundeten Krieger sprach Herr Stabsarzt Dr. Jsserltn, der sich zurzeit iüi «äüijjüMiiitii im dortigen Lazarett befindet, herrliche Worte, des Lobes und der Anerkennung, über die wundervollen Einrichtungen der Minka von Goldschmidt-Rotschild-Stiftung und die überaus gute.: Verpflegung". j Ausschuß der Israelitische« Gemeinde. Bet der vorletzten Mittwoch stattgehabten Wahl zum Ausschuß der Israelitischen Gemeinde den die Herren Hugo Fraenkel, Jsaac 8., ■ Goldschmtdt und Dr. med. Max Mainzer^ s einstimmig gewählt. In seiner letzten Sitzung- bewilligte der Ausschuß der Israelitischen Ge-; - meinde einen Beitrag für das Werk „Anteil j der Juden an den Befreiungskriegen"^! sowie mehrere für das Krankenhaus erforderliche' * Neuanschaffungen. : l Aus der Gememde^Hlödekheim Unsre D2“i3p man hält am kommenden^ j Montag, 18. Tewes (4. Jan.) ihren alljährigen;! Taanith ab. Bor Tagesanbruch um */»4 UhA j versammeln sich die Mitglieder im Hause deL! Herrn Hermann Hammel zum „Thittmsagen^ . worauf das Frühstück eingenommen wird. Nur ■ 7,10 wird Schachris gebetet mit den eigenH j dazu bestimmten Seltchos und 1L'2X. SXl Mitglieder gehen aldann auf den Friedhof i hinaus. Des Nachmittags wird um 3 Uhr wieder Thilim zu Ende rezitiert, dann Mincha gebetet mil Wajechal. In Anbetracht der jetzigen ernsten Zeit werden es wohl alle Mitglieder für gut halten) * den ganzen Tag zu fasten. -! Ausländ erdauk. Herr Moritz Merenländer, Rechne^ grubenstraße 9, der russischer Staatsbürger ist^ spendete für das Rote Kreuz 2000 Mk. Vereinskalender. Verein Mekor Shaji«. Freitag Aben nach Schluß der Synagoge, im Hörsaal Friedberj Anlage: Mikro? HerrG ust av Kaufm ann. — 8% abends im BereinSIokale Langestraße 18: Zw an loses Beisammensein. Samstag, morgens nach Schluß der Synagogek Dintm; Herr Rektor Falk. 3l/t Uhr nachm. i*if BereinSlokale: apr; Herr Redakteur Schach« orvitzt Sonntag, 9»/4 Uhr vorm, im BereinSlokalei Gemoro; Herr R. A. Posen. 4 Uhr nachm.: Gemoro, Herr Dr. Joseph Breuer. — 6 Uhr Abends *. De. Montag, 83/4‘ Uhr abends: Mischnah? H, Rektor Falk. J Dienstag, 8*/4 Uhr abends: Gemoro? Hertz R. A. Posen. j Mittwoch, morgens nach Schluß der Syn, •ny |nbv "M'p. 83/4 Uhr abends: Gemoro; H, Dr. Joseph Breuer. MM