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Der Israelit · 1894-12-24 · Heft 100 (24.12.1894) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 100 (24.12.1894)
Date
1894-12-24
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1900 Sandhaufen, im Kislew. (Unlieb verspätet.) '"ii jru "1 *]*1DD '1 DtC' TV npp. Einen herben, schmerzlichen Verlust hat unsere kleine Gemeinde mit dem Ableben eines ihrer besten Bürger, hingebenster Söhne und vortrefflichsten Gemeindemitglieder zu verzeichnen, eines wackren Mannes, Wohl würdig, in diesen gesch. Blättern ein ehrendes Denkmal zu erhalten- Herr Lehmann Marx >"81 weilt nicht mehr unter den Lebenden. Am 3. Dezember, 1JD2 'n ‘2 Dr hauchte er seine reine Seele aus, hinweggeriffen aus den Armen einer liebenden, treuen Gattin, aus den Armen seiner nun des lieben Vaters beraubten Kindlein, aus seiner bestürzten Familie und aus unsrer Mitte, die wir alle tiestrauernd diesen schmerzlichen Fall beklagen. utW") mioy Gefallen ist die Krone unsres Hauptes. Durch einen Unfall volle 5 Wochen in abwechselnder Bewußtlosigkeit ans Krankenlager gefeffelt, ist er am 3. Dezbr. seinen damals erlittenen Verletzungen erlegen, im blühendsten ManneSalter, im 37. Lebensjahre. Noch vor kurzem ein Bild flrotzmder Gesundheit und Manneskraft — nun eine Beute des Todes rc. IHN HD 'H Herr, was ist der Mensch rc. Lehmann Marx ist aus unserer Mitte genommen, von rV'npn, dem Herrn der Heerschaaren einberufen worden, um, dem irdischen Leben und Wirken entrückt, in jenen höheren Sphären des himmlischen Lohnes, der Seligkeit theilhaflig zu werden, die er durch seine Thätigkeit auf Erden wordig vorbereitet hatte. Mit ihm ist seiner Familie der treubesorgre Gatte u->d Vater, allen seinen Angehörigen der liebe Verwandte, der isr. Gemeinde ihr tüchtigstes und frömmstes Mitglied, der politischen Gemeinde ein Ehrenbürger in des Wortes wahrster Bedeutung entrissen worden, der sich in allen Kreisen ohne Unterschied des Standes, der Konfession wie der polinscl cn Ueberzeugung einer rückhaltslosesten Achtung und Beliebtheit erfreute und so dem Staate ein treuer Patriot entrissen worden. Aber auch das gesammte Judenthum wird diese schmerzliche Lücke fühlen, denn durch den Hinga»g dieses Frommen verlieren alle Bekenner der mosaischen Religion einen Glaubensgenossen, desses ganzes Leben und Streben der Heiligung Gottes und unsers Glaubens gewidmet war, der durch seine Handlungen in der ganzen Gegend wahren Kiddusch-Haschem verblutete und mancher antisemitischen Mache durch sein friedliebendes, vernünftiges und humanitäres Walten die Spitze adbrach. Der Verstorbene galt wett und breit als das Muster von Fleiß und Arbeitsamkeit, Sparsinn und Reelliläl, Freundlichkeit und Humanität. Mit den Worten: „Ja, der Lehmann, das is was Anderes," war die Denkart und Gesinnungsweise aller Leute über Lehmann. Tobte der religiöse Kampf noch so sehr, waren in der Hitze des Streites Fanatismus und Bosheit auch geschäftigt bereit, Wahrheit und Tugend zu verleugnen, die Edelsten und Besten mit ihrem Geifer zu besudeln, L. Marx stand allem Parteihader ferne, über ihn herrschte selbst bei den eingefleischtesten Fanatikern und Dunkelmännern nur eine Stimme des Lobes vox popuü, vox dei. Beredtes Zeugnis für diese in weitem Umkreise herrschende Auffassung legte sein Leichenbegängnis ab. Hunderte von Menschen, Christen wie Juden strömten von nah und fern, aus allen Gauen des Badischen Landes herbei, um dem dahingeschiedenen edlen Manne die letzte Ehre zu erweisen. Es war eine mup von solch immenser Brthriligung, wie sie nach Schilderung von Augenzeugen seit Jahren nicht in S. gesehen wurde. An der Bahre feierte Herr Bezirksrabbiner Dr. Sondheimer in seiner bekannten meisterhaften Weise das echt menschenfreundliche, fromme Wirken deS von uns geschiedenen Bruders in tiefen, warmempfundenen Worten, die allen Anwesenden Thränen der Wehmuth entlockten. Möge diese allseits bekundete Theilnahme der tiefgebeugten Wittwe, die mit ihren unmündigen Kindern am Grabe des treuen BaterS weint, sowie der ganzen Familie zum Trost und Heil gereichen. „Der Herr tröste Euch inmitten rc." Mögen sie alle in dem Bewußtsein Trost finden, daß wenn auch Körper und Seele des Theuren uns entrissen sind, der Name Lehmann Marx stets in unserer Mitte wie ein leuchtendes Vorbild wahren jüdischen Lebens und Strebens fortleben wird, in dem Herzen aller derer, die ihn kannten und liebten und mit ihm verkehrten; Secher zadik iiwrocho. Du aber, verklärter Toter, wögest im Schoße der Erde die Ruhe finden, die Du Dir auf Erden nicht gönntest, mögest in jenen himmlischen Höhen den Lohn erhalten für dein edles Wirken binieden. In unserem Herzen wird nie das Andenken an Dich und Deinen hohen Sinne erlöschen, solange wir auf Erden wallen. Wer den Besten seiner Zeit genug gethan, hat gelebt für alle Zeiten._(6395 ^Versandt! aller inn. ausländ. Mineralwasser sowic H. 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