Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 99 (10.12.1894)
- Date
- 1894-12-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1863 fach zu büßen hatte, so daß er am allerwenigsten der Sobranje zur Schande gereichen würde. Es heißt nun, daß die Majorität, um in Zukunft die Wahl „Fremder" und besonders die Wiederwahl der eben Zuiückgewiescnen unmöglich zu machen, schnell ein Gesetz einbringen und durchpeitschen will, nach welchem naiuralisirte Fremde erst nach einer längeren Frist Wahlämter bi kleiden dürfen. Schweiz. Bern, 18. Dezember. Das Central Courts des Schweizerischen Thierschrtzvereins hatte durch die Petition den Erlaß eines Ausführungsgesttzes zum Schächtverbot verlangt. Der Nationalrath schritt mit 56 gegen 139 Stimmen über die Petition zur Tagesordnung. vermischtes. Berlin, 6. Dez Wir erhalten folgende Zuschrift: Der Verein „Jung Israel" hielt am 5. d. M. einen zahlreich besuchten Discusstonsabend ab, in dem Herr R. Hartmann über das Thema. „Antisemitismus und Zionismus" sprach. Nach einer anregenden Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung brandmarkt die unwürdigen Angriffe, die der Zionismus und der Verein „Jung Israel" in letzter Zeit erfahren haben, als gehässige Lügen. Wir protestiren dagegen, daß man uns den Willen und die Fähigkeit abspricht, unsere Pflichten dem deutschen Staate gegenüber zu erfüllen. Wir schließen uns wie alle anderen Zionisten dem § 6 der Statuten unserer engl. Gesinnungsgenossen an, der lautet: Die Vereinsmilglieder verpflichten sich mit liebevoller Sorgfalt die Gesetze des Landes, in denen sie leben, sorgsam zu beachten und als gute Bürger d»e Wohlfahrt deflelben mit allen ihren Kräften zn fördern. Ebenso entschieden weisen wir die aus niedrigen persönlichen Motiven hervorgegangenr Verleumdung zurück, der Verein „Jung-Jsrael" stünde mit der Mission in Verbindung, oder ließe sich Mission§vorträge Hallen. In Rcichevbach i. Schl, hielt Herr Kreisthierarzt Scholz einen in jeder Beziehung vorzüglichen Vortrag über das „Schächten". Wir sind wegen Raummangel zu uns. Bedauern nicht im Stande, denseben in dieser Nummer auch nur auszugsweise wiederzugeben und behalten uns ausführliche Mittheilungen darüber für nächste Nummer vor. Auch eine im Reichsrathe in Wie« gehaltene Rede des Abg. Dr. Me n ge r, der die Angriffe des Abg. Schlessinger auf das Judenthum in ausgezeichneter Weise zurückwies, können wir aus dem gleichen Grunde erst in nächster Nummer zum Abdruck bringen. Der italienische Deputirte Fürst B- Odescalchi veröffentlicht ein „nettere sociali“ betiteltes Werk, in dem ein bedeutendes Kapitel dem Antisemitismus gewidmet ist. Fürst Odescalchi bezeichnet denselben als absurd und erklärt, daß die Juden in den Einheitskämpfen Italiens eine rühmliche Rolle gespielt, wie auch viele unter ihnen die Garibaldinische Kriegsmedaille tragen oder, wie der brave Neiteroffizier und jetzige Abgeordnete Mdrrico Levi u. A., mit Ehren in der Armee dienten. Schließlich weift der Autor noch darauf hin, daß in die sämmtlichen Bankskandale kein einziger israelitischer Name verflochten war, und daß der Antisemitismus in Italien nicht die geringste Aussicht habe. Rev. Dr. I. Krauskopf in Philadelphia wurde einstimmig zum Mitglied der philosophisch-litterarischen Gesellschaft der Princeton-Universität gewählt. ES ist dies die älteste mit einer Universität verbundene litterarische Gesellschaft in Amerika. Auf Einladung wird er vor der Fakultät und den Studenten im Dezember einen Vortrag halten über das Thema:" E>n Abend bei Tolstoi." Er wird auch eine Reihe von Vorträgen über seine russische Reise im Tempel Keneseth Israel halten und zwar: „Rußland und die Ruffen", „Rußland und der Jude" und „Von den Ufern der Newa bis an das Gestade des schwarzen MeereS." Briefkasten der Redaetio». Dr. B. in Berlin. Betreffs des Artikels der „StaatSbürger-Ztg." in ihrer Nummer von 16. Dez., überschrieben. „Ein jüd. Gerichtshof," gibt diese Ztg. nicht an, wo und bei wem die von ihr citirte Druckschrift erschienen ist; sie hat also wahrscheinlich wieder einmal gelogen. S. I. in Berlin. In einer der nächsten Nummrn. schmeckt Ihnen der Kaffee auch? — „O, gewiß! AuSgezeichnet! So trinke ich ihn grade gerne!" . . . Wie oft sieht man sich zu dieser Antwort anstandshalber genöthigt, ohne daß man ihn so grade gerne trinkt, denn so unermeßlich groß die Menge Kaffee ist, welche täglich verkonsumirt wird, es wird sehr, sehr viel schlechter Kaffee in der weiten Welt getrunken, bei dem es in diesem Falle auch die Menge bringen mutz, statt einer guten Taffe, drei schlechte! Man wählt billige, minderwerthige Mischungen und bedenkt nicht, daß man grade den billigsten Kaffee trinkt, wenn man den theureren, guten wählt, da eine Taffe guten Kaffee eine behaglichere, anregendere, befriedigendere und sättigendere Wi'kung auf Gaumen, Magen und Nerven ausübt als drei Tassen geringere Qualität. Schnell und nicht durch marktschreierische Ankündigungen, sondern durch seinen wirklichen Werth ist Coffmann'S gebr. Java Kaffee beliebt und allgemein bekannt geworden, da er aus den besten Bohnen bestehend und auf das gewissenhafteste gebrann», allen A nforderungen entspricht, welche man an einen guten, schmack- und nahrhaften Kaffee stellen kann, ohne — jedoch deßhalb große Anforderungen an den Geldbeutel zu stellen. Die Firma A, Cosimonn in Küln-Deutz, deren Kaffee'- vielfach mit den höchsten Preisen ausgezeichnet wurden, liefert ihren gebr. Java in verschiedenen durchweg guten bis hochfeinen Sorten in '/« Pfd. Packeten zum Preise von 85, 90 und 95 Pf. sowie von 1 Mark. Wer von diesem Kaffee trinkt, der wird wirklich aus innerster Ucberzeu gung sagen: „Ausgezeichnet! So trinke ich ihn grade gerne." holländ. Cacao wurde auf der Weltausstellungin Antwerpen 1894 mit dem .'(xrand Prix“, der höchsten Auszeichnungprämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blooker’s Cacao die feinste Marke.