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Der Israelit · 1894-09-20 · Heft 75 (20.9.1894) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 75 (20.9.1894)
Date
1894-09-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 75 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspou-euzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1899 entnehmen wir: Obgleich zu unserm Bedauern sowohl die Jahresbeiträge, als die Geschenke bedeutend zurückgegangen sind, haben wir doch im Hinblick auf die große Bedürftigkeit der angemeldeten Kinder die Zahl unserer Waisenzöglmge auf 26 vermehrt. Ein größere Anzahl aufzunehmen, reichen die Räume nicht hin. Mehrere der früher aufgenommenen Knaben sind im Laufe des Jahres 1893 und zu Ostern 1894 in die Lehre getreten, genießen aber noch Kost und Wohnung, desgleichen, soweit möglich, Unterricht im Waisenhause. Das Waisenhaus hatte sich mehrfach des Besuches von Fremden zu erfreuen, welche sich sämmtltch sehr günstig über die Führung der Anstalt durch Herrn Direetor Dr. Grünhut und seine Gattin aussprachen. Ebenso erfreulich lauten die Zeugnisse über die Schule. Die Zahl der Zöglinge hatte sich in Folge des Austritts mehrerer Schüler bis zum Tag der Prüfung auf 71 vermindert. Zum neuen Schuljahr erfolgten indeß so zahlreiche Anmeldungen, daß, nachdem verschiedene Internen des Waisenhauses in die Lehre gethan worden waren, der Unterricht mit 112 Knaben wieder ausgenommen wurde. Eine große Anzahl weiterer Anmeldungen mußte zurückgewiesen werden, weil die betreffenden Kinder nicht in ordentlicher Kleidung erschienen. Zum erstenmal konnten wir einen früheren Zögling der Schule als Lehrer für dieselben anstellen. Jesaias Preß verließ die Schule Ostern 1890 und erhielt seine weitere Ausbildung im Lehrer-Seminar zu Hannover. Ostern 1894 wurde er mit einem vortrefflichen Zeugniß daraus entlassen. Wir bedürfen der werkthätigen Theilnahme von Menschenfreunden gar sehr. Schließt doch unsere Abrechnung für das Jahr 1894 mit einem Fehlbetrag von Mk. 4000! Mit größter Erkenntlichkeit gedenken wir wiederum der steten Beihülfe unseres Ehrenmitglieds, des Bezirksrabbiners Dr. Salvendt in Dürkheim, der schönen Gabe der Herren N. M. von Rothschild u. Söhne in London, der Sammlungen unter den Mitgliedern der Bne Brith Logen, der Alliance Jsraeltte 1 niverselle und anderer Freunde und Gönner. Allein gar manchen Wohlthäter, der früher unsere Bestrebungen unterstützte, sei es durch Jahresbeitrag, sei es durch Spenden, mußten wir im abgelaufenen Jahre vermißen, während die laufenden Ausgaben für Waisenhaus und Schule vermehrte Ansprüche an uns stellen. Wir bitten aufs Eindringlichste um Unterstützung seitens unserer Glaubensgenossen. Unser Verein nimmt jedenfalls eine bedeutsame Stelle unter den Körperschaften ein, welche es sich zur Aufgabe gestellt hüben, die Israeliten des heiligen Landes durch Erziehung zur Arbeit sittlich zu heben und zu selbstständigem Erwerb zu befähigen. Plaue«, 2. Sept. Ein netter antisemitischer Redakteur hatte sich in der Person des „Schriftleiters" Herm. Reinh. Thom gen. Mayer vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. Zur Zeit der letzten Reichstags-Nachwahl in unserem Kreise hatte er in dem von ihm redigirten „Oelsnitzer Tageblatt" einen offenen Brief an den Mtlttärvereins-Bezirksvorsteher Kaufmann Haenold in Oelsnitz gerichtet, durch den sich dieser beleidigt fühlte. Der Angeklagte wurde wegen Beleidigung Haenold»s, der in jenem Wahlkampfe für den nationalliberalen Kandidaten eingetreten war, zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt. Vor Gericht wurde bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß der Angeklagte Thom neben mehreren Strafen wegen Preßvergehen auch eine viermonatliche Gefängnißstrafe wegen Urkundenfälschung und Betrugs erlitten hat. Palästina. Jerusalem. Für die durch Erdbeben Verunglückten in Konstantinopel wurden 230 Napoleons gesammelt. Persien. Merw im August, iroy mw.ii noip. Es war im Jahre 1787. Da erließ der Emir von Khiwe ein Edict, in welchem er alle Juden seines Landes aufforderte, den Islam anzunehmen oder auszuwandern. Ueber zweihundert jüd. Familien traten dann zum Islam über, während nur einige Familien auswanderten und zwar nach Turkestan oder Afghanistan. Einige Jahre nachher, als ein neuer Emir auf dem Throne von Khiwe saß, tmn i^D, wurde den Juden die Niederlassung in diesem Khanate wieder gestaltet, doch die schon früher zum Islam übergetretenen wo onn durften bei Todesstrafe nicht mehr zum Judenthume zurückkehren, da dies in den moslemischen Ländern noch heute strengstens verboten ist. Die so gewaltsam zum Islam bekehrten Juden blieben im Geheimen

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