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Der Israelit · 1894-03-15 · Heft 22 (15.3.1894) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 22 (15.3.1894)
Date
1894-03-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. Weite Beilage M M 22 des „Israelit“. Literarische Berichte. Ben Hur von Lewis Wallace illustrirt v. Ant. Baworowski erscheint in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart u. liegen uns die beiden ersten Lieferungen vor. Die Erzählung hat seiner Zeit in Amerika fast beispielloses Aufsehen erregt. So sehr man auch das Buch vom künstlerischen Standpunkt aus schätzen muß, von religiöser Seite her haben wir so mancherlei gegen die Schilderungen desselben einzuwenden. Wir sparen uns eine ausführliche Besprechung für später auf, wollen heute indessen schon erwähnen, daß Illustration und Ausstattung Nichts zu wünschen übrig lassen. * Die Juden und der Antisemitismus. Von Anatol Leroy-Beaulieux, Deutsch von C. von Vincenti ist nun im Verlage des „Freien Blattes" in Wien erschienen. Das Werk selbst wurde bereits früher von uns besprochen. Die Uebersetzung ist in guter und schöner Sprache gehalten und schließt sich dem Originale an, das Beste, was man von einer Uebersetzung sagen kann. Der Verlag hat das Werk sehr gut ausgestattet. * * * Der Untergang Israels. Von einem Physiolo gen. Zürich. Verlagsma gazin. Wir greifen Folgendes aus dieser Schrift heraus: „Können denn die Juden nicht einsehen, daß sie einen Typus repräsentieren, der bei weitem vollkommener ist, wie irgend ein anderer? Können sie denn nicht begreifen, daß das Abweichen von den Lehren (ihrer Religion) nach und nach die Race verschlechtert?" Nachdem Verfasser Mischehen dringend widerrathen hat, schließt er mit den Worten: „Jst's nicht ein prophetischer Geist, der die Satzungen der Juden durchweht, nicht das Judenthum die eiserne Konsequenz, wohldurchdachte Absicht?" Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Aus Bayern. Aus München geht mir eine wunderliche, drei Oktavseiten umfassende Druckschrift zu, welche sich an alle betenden Israeliten wendet. Unterzeichnet ist dieselbe .-©id ffüipD piK“) Y“in p paw »jy popn Dieselbe hat es auf die Bezeichnung ^ya abgesehen, die sie aus unseren Gebetbüchern ausgemerzt wissen möchte. Wir möchten anstatt nnia^ ^>ya von jetzt ab nrnan bv'ß beten, ebenso statt ^>ya und D’omn fya von nun ab nior6ö v'tt und crcmn a« sagen. Ich kenne den Vertreter dieses sonderbaren Verlangen nicht. Aber wenn er, wie er sich den Anschein gibt, wirklich zu denjenigen zählt, die keiner Veränderung □»oan lyaöff yatsoo das Wort reden möchten, so wäre es doch das Nächstliegende gewesen, bevor er mit seinen Gebetverbefferungen an die Oeffentlichkeit tritt, sich mit einigen der zeitgenössischen D'aan in Verbindung zu setzen und deren Ansicht darüber einzuholen. Diese würden ihn gewiß darüber belehrt haben, daß sein Unterfangen nicht so harmlos ist. als er vielleicht selber glaubt, daß wenn er den Namen tya überall ausmerzen möchte, wo er mit Gott in Verbindung gebracht wird, er schon mit der heiligen Schrift hätte anfangen müssen. Dann müßten die Stellen in Jesajas und Jeremias, wie: oaa »n?ya ’aj# oder •ppy -|^ya »a und manche andere schon seinem Rolhsttft zum Opfern fallen. Haben aber unsere Propheten keinen Anstoß genommen, diese Bezeichnung zu gebrauchen, so hätte sich der neue Gebetverbesserer vielleicht auch dabei beruhigen können. Das Ganze schließt mit der Bitte um einen Beitrag (50 Pfennige) zu den Druckkosten! Herr S. hätte, wenn das des Pudels Kern ist, sein Elaborat vielleicht besser statt „An alle betenden Israeliten" mit „An alle zahlenden Israeliten" überschrieben. In diesem Falle hätte man weiter keine Notiz davon genommen. So aber verdient die Anmaßung, welche die Hand an unsere durch die Jahrtausende geheiligten altehrwürdigen Gebete legt, eine entschiedene Zurückweisung. Anmerkung der Redaction: Wir glauben, daß in Bezug auf den letzteren Punkt der geehrte Herr Correspondent dem Einsender Unrecht thut. Uns ist Herr S. schon seit unserer frühesten Kindheit bekannt und wir fanden, daß alle seine Handlungen nicht von materiellem Interesse geleitet, sondern stets d»d*p db6 gewesen. Wenn derselbe nun in etwas ungeschickter Weise um Unterstützung bittet, so können wir den Empfängern des Zettels nur rathen, die verlangten Correcturen zwar unberücksichtigt zu lassen, der Bitte aber möglichst zu willfahren. Schweiz. Zürich, 4. ^ärj. Der Regierungsrath von Zürich hat folgende Verordnung betreffend das Schlachten von Thieren erlaffen: 1. Das Schlachten der Thiere ohne vorherige Betäubung vor dem Blutentzug ist bei jeder Schlachtart und Vtehgat-

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