Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1893)
- Date
- 1893-08-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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1297 j Auftuf des Vereins für jüd. Krankenpflegerinnen zn Frankfurt a. M. In den letzten Monaten ist in der jüdischen Presse öfters davon gesprochen worden, daß es an geschulten jüdischen Krankenpflegerinnen fehle, daß es Pflicht sei, Bildungsstätten zu finden, in welchen die Gelegenheit zur Erlernung des hohen und bedeutungsvollen Pflegerinnenberufs auch jüdischen Mädchen geboten werde. — Nun aber besteht in Frankfurt a. M. seit 4 Jahren eine «schule für jüdische Schwestern; fünf Pflegerinnen sind ansgebildet und walten eifrig ihres Amtes; 3 tüchtige Schülerinnen geben Hoffnung auf baldige Vergrößerung der kleinen Schaar. Wenn aus Frankfurt heute auf den Inhalt jener Besprechungen eingegangen wird, so geschieht das, um von den Fortschritten zu berichten, welche die beregte Angelegenheit in der letzten Zeit gemacht hat. Bisher war die Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen ein privates Unternehmen, gestützt auf einige wenige Männer; die Ansbildungsstätte war und blieb das Krankenhaus der israel. Gemeinde in unserer Stadt. Jede ausgebildete Schwester wurde selbständig, hatte für ihr Fortkommen allein zu sorgen, wenn sie nicht in einem Hospital eine feste Anstellung fand. In den interessirten Kreisen wurde dann der Wunsch rege, eine feste Organisation zu gründen und eine Oberleitung zu schaffen, welche sich mit den Angelegenheiten der Schülerinnen und Schwestern befasse. Heute b e st eh t der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen, dessen Mitglieder durch einen beliebigen Jahresbeitrag die Wohlfahrt der Schwestern fördern helfen. Nenn Herren (darunter 4 Aerzte) bilden den Vorstand des Vereins, welchem die activen Schwestern und Schülerinnen sich unterstellt haben. Der Zweck des Vereins besteht darin: 1) jüdische Mädchen zu Krankenpflegerinnett heranzubilden, die allen an tüch tige Krankenpflegerinnen zu stellenden Anforderungen Genüge leisten. 2) unter Leitung de8 Vereins ausgebildete, beziehungsweise geprüfte jüdische Krankenpflegerinnen < Schwestern) gegen festzustellendes Honorar, auf Erfordernis) auch unentgeltlich als Armen-Krankenpflegerinnen dem Publikum ohne Unterschied der Confession zur Verfügung zu stellen. Aus dem Reglement, das auf Verlangen unentgeltlich zugeschickt wird, geht deutlich der Geist hervor, in welchem die Angelegenheiten der Schwestern von jetzt ab durch den Vereinsvorstand geführt werden sollen, der Geist der äußersten Toleranz und der Menschlichkeit. Für die materielle ,'r ohlfahrt der Schwestern ist nicht nur zur Zeit ihrer Arbeitsfähigkeit, sondern auch bei Krankheit, Alter, Invalidität ausgiebig durch die Möglichkeit der Pensionirung gesorgt. Schon heute bietet der Verein den Schwestern ein gemeinsames „Heim", in dem sie Erholung und geistige Anregung finden werden. Als zweite Bildungsstätte für Schülerinnen ist das „Jüdische Asyl" in Köln gewonnen worden. So sieht denn der Vereinsvorstand schon heute aus eine erfolgreiche Thätigkeit zurück. Und nun ist die Zeit gekommen, daß wir junge Mädchen, die zum Beruf der Krankenpflege die rechte Neigung in sich fühlen, anfsordern sich bei uns zu melden tlud sich unserer Führung anzuvertranen! Mögen recht viele, recht tüchtige kommen, um vereint mit unseren bisher bewährten Schwestern an dem Liebeswerke mitzuarbeiten! Der Vorstand des Vereins für jüd. Krankenpflegerinnen. Anfragen und Meldungen sind zu richten an beu Schriftführer: 5490 Dr. H. Schlesinger, Königswärterstraße 3, Frankfurt a. M. ss D'3W .DOT** ,D,D"in .Ü’DT .IMTOK Q r a tz Sie kaufen rj P ETDTI und .Min« LJ p| am besten und billigsten bei der seit 20 Jahren CJ bestehenden Esrogim Importfirma p 1 G. 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