Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 34 (1893)
- Issue
- Heft 30 (13.4.1893)
- Date
- 1893-04-13
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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se Zwei Schreiben des Comites für die israelitischen Schulen in Jaffa an den Herausgeber. i. Jaffa, 8, Dezember 1892. Sehr geehrter Herr Rabbiner! Wir beehren uns, Ihnen mitzutheilen, dass das Localcomite der Alliance Israelite Universelle und der '22^,, aus Odessa, sowie die Vorsteher unserer Gemeinde und die Delegirten der jüdischen Kolonien am 18. Oct. eine Zusammenkunft hatten, um das Gedächtniss des Herrn Michael Erlanger rf'y zn feiern. Es fand ein Trauergottesdienst statt, bei welchem einige Gebete für die Seelenruhe des Verstorbenen vorgetragen wurden. In Anbetracht der hervorragenden Dienste, die der Verstorbene dem Judenthume und besonders dem Kolonisationswerke in Palästina geleistet hat, dessen Urheber der vor einigen Monaten durch den Tod uns entrissene Dr. P i n sk er war, in fernerer Berücksichtigung der intimen Freundschaft, welche niese beiden wackeren Männer in den Gefühlen für die Hebung des Wohles unserer verfolgten Glaubensgenossen vereinigte, hat die Versammlung beschlossen, ihr Andenken durch Errichtung einer öffentlichen Nützlichkeitsanstalt zu verewigen. Diese Anstalt, die den dringendsten Bedürfnissen unserer Gemeinde entsprechen soll, könnte ein grosses Schullokal sein, ein Spital oder auch ein Asyl für Arme (dTITIK nD»H)- Da wir jedoch keine andere Absicht haben als die, ganz und gar im Geiste der tief beklagten Verstorbenen zu handeln, deren Ziel die Zukunft unserer Nation war, und zwar durch sittliche Hebung der israelitischen Jugend, so glauben wir, ihre Ideen am besten durch Errichtung zweier Schulgebäude zu verwirklichen (eine Knaben- und eine Mädchenschule), von denen das eine den Namen „Erlanger“, das andere den Namen „Pinsker“ tragen soll. Diese Schulen, die von dem Geiste dieser beiden Vertheidiger des Judenthums durchdrungen sein werden, sollen ein Geschlecht heranbilden, wie sie es erträumt haben. Dank der Unterstützung seitens der A1liance Israülite und der"ppj{ '221H haben wir schon eine Knabenschule gegründet und hoffen, auch bald eine Mädchenschule eröffnen za können. Allein da unsere Hilfsmittel sehr schwach sind, und da es ausserdem in Jaffa kein Lokal giebt, das gross genug ist, um alle Kinder der Gemeinde zu fassen, so sehen wir uns genöthigt, die Zahl unserer Schüler zu beschränken. So bleibt unser Werk unvollständig! Die meisten armen Kinder müssen auf der Strasse bleiben, als Stiefelwichser oder gelegentliche Hausirer. Wir sehen es als eine Schande an, die jüdischen Kinder so auf der Strasse sich herumtreiben zu lassen , während es doch ihr grösster Wunsch ist, an unserem Unterricht theilnehmen zu dürfen. Die Errichtung einer guten Schule ist daher für uns eine Sache der höchsten Nothwendigkeit. Während die Christen für die Hebung ihrer Glaubensgenossen grosse Opfer bringen, während sogar die Muselmänner Schulgebäude errichten, bleiben wir hinter den Anderen zurück. Herr Weinstein aus Odessa, der unsere Stadt besuchte, hatte, um unseren Plan zu unterstützen , die Gewogenheit, für das künftige Schullokal 5 000 Francs zu bewilligen. Andere Summen sind uns versprochen. Auch zählen wir sehr auf Ihre Grossmuth, geehrter Herr Rabbiner, und wagen zu hoffen, dass, um einestheils das Andenken der Herren E rlanger und Pinsker zu verewigen, andern theils, um einer der angesehensten Gemeinden des heiligen Landes zu Hilfe zu kommen, die die Erziehung ihrer Kinder dringend wünscht, Sie durch Ihre Mitbetheiligung zur Errichtung zweier Schullokale gefälligst beitragen werden. Die Subscriptionen werden von Herrn N i 6 go, Direktor der Ackerbauschule der Alliance inmpo„ bei Jaffa, entgegengenommen. In der Hoffnung, dass Sie unsere Bitte mit Geneigtheit aufnehmen werden, bitten wir Sie, geehrter Herr Rabbiner, unseren Dank im Voraus anzunehmen, sowie den Ausdruck unserer Hochachtung! II. Jaffa, 14. Februar 1893. Sehr geehrter Herr Rabbiner! Wir haben die Ehre, Sie zu benachrichtigen, dass das Secretariat der Alliance Israfelite uns 369 Francs zugeschickt hat, die Sie, geehrter Herr Dr., zur Bekleidung der armen Kinder unserer Schule angewiesen haben. Es würde