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Der Israelit · 1893-01-26 · Heft 8 (26.1.1893) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
34 (1893)
Issue
Heft 8 (26.1.1893)
Date
1893-01-26
Page
– (sequence 25)
Language
German
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gehalten. Es ist interessant, hier einen Auszug dieser beredten Ansprache zu citiren. „Ich vermöchte es nicht, das Central-Comite von Paris zu erwähnen, ohne die Erinnerung an einen seiner ältesten und verdienstvollsten Mitarbeiter wachzurufen, den der Tod vor kaum vier Monaten seinen zahlreichen Freunden und allen Denen entrissen, die Gelegenheit hatten, ihn zu kennen und zu schätzen, an Herrn Isidor Loeb, mit dem ich das Glück gehabt, bekannt zu werden und vorzügliche Beziehungen zu unterhalten, und der dreiundzwanzig Jahre hindurch an der Spitze des Secretariats der Alliance gestanden. Ihm danken die Schulen inr so gut abgefasstes Schulprogramm, und die Lehrer werthvolle Instructionen, die ihnen ihre Aufgabe erleichtern und zu gleicher Zeit den Erfolg sichern. Einen ganz besonderen Dankbarkeitstribut schuldet ihm die Gemeinde in den Dardanellen, denn die Gründung der hiesigen Mädchenschule ist zum Theil der Fürsprache und dem berechtigten Einflüsse dieses gelehrten Philautropen zu danken. Aus mehr denn einem Grunde schuldet man also Isid or Loeb an diesem Festtage der Schule die Huldigung der Dankbarkeit und der schmerzlichen Erinnerung. Mit grösster Antheilnahme mache ich mich zum Dolmetscher aller Derjenigen, die in den Dardanellen seinem Andenken treu bleiben.“ Jaffa. Bei Gelegenheit der Einweihung der Eisenbahn, die von Jaffa nach Jerusalem führt, erhielt die Ackerbauschule den Besuch 8. E. Ibrahim Pascha’s, Gouverneur von Palästina. Herr Niego, Director der Anstalt, machte dem Central-Comite diesbezügliche Mittheilungen : „Während des Sukkothfestes erhielten wir den Besuch 8. E. Ibrahim Pascha’s. Man hatte uns seine Ankunft nicht gemeldet, und traf der Pascha daher ganz unerwartet bei uns ein. Sobald er den Wagen verlassen hatte, sprach ich ihm unsere grosse Freude darüber aus, ihn in unserem Anwesen zu sehen, namentlich zu einer Zeit, wo die Ackerbauthätigkeit in vollem Gange sei. Wir zeigten ihm die für die Ausstellung in Chicago bestimmten Arbeiten der Zöglinge, die Karten und Klassen Utensilien, die Ackerbau* und Wirthscliaftskurse, die Hefte arabischer und hebräischer Sprache. Alles gefiel ihm und erfreute sich seiner Anerkennung; er hörte gar nicht auf, uns zu gratuliren über den Erfolg, den wir in unserer Anstalt zu verzeichnen hätten. Was ihn besonders m« Erstaunen und Freude zu erfüllen schien, war, zu konstatiren, dass diese bei der Hacke und den rauhen Feldarbeiten verhärteten Hände nicht weniger Geschicklichkeit zeigten, Karten zu entwerfen, mit Geschmack zu zeichnen und alle Schreibarten auszuführen, von der englischen bis zur gothischen. Unter den für Chicago vorbereiteten französischen Aufsätzen befand sich einer von einem unserer besten Zöglinge, dessen Thema folgendes war: Wie würden Sie zu 8. M. dem Sultan sprechen, wenn Sie die hohe Ehre hätten, in seiner Gegenwart erscheinen zu dürfen, und wenn er geruhte, sich nach Ihnen, Jhren Beschäftigungen und Ihrer Schule zu erkundigen. Da das Thema gerade zur Gelegenheit passte, las ich dem Pascha diesen Brief vor; er zeigte sich tief erschüttert von der Einfachheit und dem Adel der Empfindungen, die dem jungen Schriftsteller innewohnen. Wir haben ihm ein Exemplar der Ansichten und Photographien von „Mikweli Jisrael,“ die für Chicago in Vorbereitung sind,^gewidmet. 8. E. hat den Keller besucht und unseren Wein gekostet, der ihm ausserordentlich geschmeckt hat; in der;Baumschule, die er vergiössert gefunden, in der Bambusallee, im neuen Garten, im neuen Bau, im Getreidespeicher, überall wiederholte er sein Lob. „Hier wird gut gearbeitet, sagte unser hoher Besuch. Bei jedem Schlitte kann man einen Fortschritt und eine Verschönerung konstatiren.“ Auch der Adjutant S. M. des Sultans, 8. E. Djellal Pascha, hat die Ackerbauschule besucht. Die Direction verehrteJS. E. ein Album mit den Ansichten der Anstalt und Gruppen von Zöglingen. Nach seiner Rückkehr in Konstantinopel hat Djellal Pascha folgenden Brief an die Direction der Schule gerichtet: „Ick habe nicht ermangelt, das Album vonr Ansichten und Gruppen, welches Sie mir übergaben, zu Füssen des Thrones unseres erhabenen Herrschers niederzulegen. Ich hege die Hoffnung, dass Seine Kaiserliche Majestät geruhen wird, sich für Ihre menschenfreundliche Anstalt zu interessiren. Was mich betrifft, so kann ich Ihnen nur versichern, dass ich mich an Lobeserhebungen bei allen meinen Bekannten erschöpfe, denen ich die Producte Ihrer Anstalt zu kosten gebe. Genehmigen Sie meinen Dank, Herr Director, für den liebenswürdigen Empfang, den Sie mir angedeihen Hessen, und glauben Sie, dass er mir in angenehmster Erinnerung bleiben wird.“ Philippopolis. Die Alliance und die Gemeinde von Philippopolis haben einen schweren Verlust zu verzeichnen durch den Tod der Frau Sidi, Leiterin der Mädchenschule in dieser Stadt; sie; starb am 26. Oktober im Alter von 82 Jahren. Seit dem Jahre 1879 im Dienste der Alliance, hat Frau Sidi nacheinander die Leitung der Schulen von Schumla, Sofia und Philippopolis inne gehabt. In allen Stellungen, die sie bekleidete, wusste sie sich die Achtung der Eltern, die Liebe und Dankbarkeit ihrer Schülerinnen zu erwerben. Frau Sidi war eine der unterrichtetsten und hingehendsten Lehrerinnen der Alliance. Ihr frühes Ableben hat das Central- Comit6 tief betrübt.

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