Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 91 (17.11.1892)
- Date
- 1892-11-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1738 Nekrologe .0*W *J3 D’JIDN 1DS '3 .N'OPI “IDJ '3 'n HJPffin Hilf o Gott! der Fromme, er ist nicht mehr. Die Treuen, ach! sie verschwinden. Einer der Edelsten der Menschen, Herr Israel Meier Japhet in Frankfurt a. M. — ach! er ist nicht mehr! Seiner irdischen Wirksamkeit entrückt, weilt er im Gefilde der Seligen, um die Früchte Seines edlen Strebens hienieden, zu genießen. U'ww uip?1?: ,□’!□ mjn3 ,ntsn3n runy:? nn Der Heilige, gelobt sei Er, ging in Seinen Garten, um Rosen zu. püücken. Erst nachdem die Rose vom Gärtner eingeheimst, D\]tiw üippp, deren Hülle gefallen, erhalten wir von ihrem Aether die köstlichsten aller Parfüms: Rosenwasfer, Rosenperlen. Einer herrlichen Rose gleich, deren Duft so lieblich und erquickend , blühte der YljttPi pny hienieden „in seinem Garten" wohlthuenden Duft verbreitend. Wer näherte sich je diesem Edlen, ohne von seiner geistreichen Unterhaltung, gleichsam wie vom lieblichen Rosenduste, angenehm berührt worden zu sein. Die anmuthige Bescheidenheit ließ die Hoheit seines Charakters in milderem Lichte glänzen und darum war der Eindruck dieses Glanzes nicht blendend, sondern milde. Der Reslector seines reinen Seelenlebens war sein herrlich edler Styl. Glänzend sind seine Erfolge als Pädagog, Literat und Componist. In beiden letzteren Beziehungen ist sein Name in säst allen civilistrten Staaten rühmlichst bekannt. Mit dem ihm eigen gewesenen, feinfühlenden Takt hat er seine für Synagoge und Haus bestimmte Tonschöpfungen, dem Sinne unser erhabenen Gebete sowohl, wie unseren antiken Melodien, harmonisch angefügt. Einst ließ der Verklärte seine Schüler, zu denen auch der Verfasser zu zählen das Glück hatte, das Natnrbeispiel der untergehenden Sonne bewundern. Unter Anderem erklärte er, „die Sonne geht nicht unter. Sie ist nur unserem Blicke entrückt, um in einem anderen Erd- und Welttheile weiter zu leuchten, so wie unsere Seele, wenn sie dem Körper entwichen, fort leuchtet." „Tie untergehende Sonne spiegelt das Ableben eines guten Menschen wieder. Die ihn verlassende unsichtbare Seele leuchtet in einer andern Welt, um dereinst mit ihrer Hülle wieder vereint zu werden; um neu zu glänzen." Auch der von uns genommene Edle PN n’3t> “pn—1■’NPLP’—2Py’, er leuchtet dort unter den Seraphim. Möge die trauernde Familie, sowie'alle, die diesem ü'üf\ p’“5» LP’N nahe standen, in ihrem herben Schmerze, durch das frohe Bewußtsein aufgerichtet werden, TCP! der Fromme hat hienieden seine Aufgabe erfüllt. PPiüi tt'QE'n N3. Die Lebens-Sonne erlosch und rein ist der Priester, einzutreten K'“ip?3n rvm PipyD >L', hienieden wird der Name Israel Meier Japhet leuchten immerdar. POSMn. (6098 H. H. - -—--——---; Pensionat mib höhere Töchterschule , Frftul. Jenny l ellllirill«, Hannover. 1 3 Rnmanstraße 3. 1 Gründlicher Unterricht in allen Wissenschaften, Sprachen, Handarbeiten und : Musik. Anleitung im Haushalte. Prospekte durch die Vorsteherin. (6733 PI ' - - - __=»■„- K Kullben-Nkilstimt von fJJrtitor Seiger. Main;. Das Institut ermöglicht seinen Pensionären, die hiesige höhere Schulen besuchen sollen, durch gewissenhafte Leitung in der Freizeit und sorgfältige Ueberwachnng der Schularbeiten ein regelmäßiges Aufsteigen in die höheren Klassen und Erreichung der Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligendienst, ohne ein Examen ablegen zu müssen. Gründliche Vorbereitung für alle Gymnasial- und Realschulklassen, zur Prüfung für den Einjährig-Freiwilligendienst, sowie für den kaufmännischen Beruf durch rasch fördernden, den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen genau angepaßten Einzelunterricht. Feine Erziehung; beste Referenzen. Für Ausländer beste Gelegenheit zur raschen Erlernung der deutschen Sprache. Prospekte auf Wunsch gratis und franco. — -- Aufruf! Wenn je eine traurige Nothlage das Mitgefühl und die regste Theilnahme eines warmen Menschenherzens zu erwecken im Stande ist, so dürfte dies sicher bei der Familie G. Mannheimer in Himmelstadt bei Karlstadt a. M. der Fall sein, welche vor 14 Tagen in unerwarteter Weise von einem schrecklichen Unglücke leider heimgesucht wurde. Herr G. Mannheimer, ein redlicher und fleißiger Familienvater von Frau und sieben unerwachsenen Kindern, mußte leider vor 14 Tagen infolge einer plötzlich eingetretenen Geistesstörung in die Kreis-Irrenanstalt Werneck verbracht werden, wo ihn am 5. ds. Mts. der Tod von seinen Qualen erlöste und er seine Familie in den kümmerlichsten Verhältnissen zurückließ. Sieben kleine Kinder, wovon das älteste ein Knabe von 11 Jahren ist, strecken weinend die Hände zu ihrer trostlosen und sich im Schmerze windenden Mutter um Brot verlangend empor. Bedarf es nun der Worte noch mehr, um die schreckliche Noth und das Jammergeschrei dieser so schwer und hart geprüften Familie zu schildern? O! die Feder sträubt sich, das Elend derselben in seinem ganzen Umfange zu bezeichnen und ein vollkommenes Bild des unendlichen Jammers zu entwerfen. Und was noch wesentlich zur traurigen Lage dieser Familie beiträgt, ist der bedauerliche Umstand, daß dieselbe die einzige jüdische Familie in diesem fast 1 Stunde von hier entfernten Orte und daher vom Umgänge theilnehmender Glaubensgenossen abgeschlossen ist. Hier ist sicher die schleunigste Hilfe, sowie anhaltende Unterstützung am Platze und jede Zögerung in dieser Weise dürfte gewiß die größte Verantwortung und schlimmste Folge nach sich ziehen. Daher helfet, wer helfen kann, und reichliche Belohnung wird den edlen Spendern vom Vater der Witwen und Waisen zu theil werden. Laudenbach, bei Karlstadt a. M., den 6. November 1892. Die israelitische Cultusverwaltung. Sande! Frank. Moses Adler. Lehrer L. Blumenthal. Die vorbezeichneten Verhältnisse sind der Wahrheit gemäß geschildert und wird die Angelegenheit dem Wohlthätigkeitssinn der Glaubensgenossen aufs wärmste empfohlen. Würzburg, den 9. November 1892. Der Distrikts-Rabbiner: Nathan Bamberger. Spenden wollen an die genannte Cutusverwaltung gesandt werden. Auch die Expedition ist gern bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. (6682