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Der Israelit · 1892-09-01 · Heft 70 (1.9.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 70 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXX111. Jahrgang. Weite Beilage zu J\s 70 -es „Israelit“. Literarische Berichte. Aron Ackermann: .1111 rfcns, Sologesänge für den jüdischen Gottesdienst. I. und II. Lieferung (ü’nto v'v' I. und II.) Berlin 1892, Commissions-Verlag von H. Engel, Klofterstraße 10, Preis M. 1,80. Das vorliegende Werk ist, wie schon sein Titel besagt, lediglich für Cantoren berechnet. Es bringt ausschließlich Solostücke und zwar, wie der Verfasser im Vorwort bemerkt, lediglich für diejenigen Texte, auf welche traditionelle Melodien im eigentlichen Sinne nicht existiren. Es ist ein neuer Weg, den der Verfasser hiermit beschritten hat; denn in allen bisher erschienenen größeren synagogalen Gesangswerken bilden die verschieden gestalteten Notifizirungen altüberlieferter Melodien und Responsorien einen Hauptbestandtheil. Der Verfasser hat alle diese Stücke ausgeschieden, und es ist nicht zu bezweifeln, daß seine Melodiensammlung an unmittelbarem praktischen Werthe dadurch ungemein gewonnen hat. Es ist natürlich, daß, bei dem vollständigen Fehlen jedes auch nur zweistimmigen Chorsatzes, für die Beurthellung des Werkes die Sangbarkeit der Melodien und das charakteristische Erfassen des Textinhaltes in ihnen als erster Maßstab gelten muß. In dieser Hinsicht bietet das Werk des Schönen und Gediegenen sehr viel. Ueberall zeigt sich ein seines Gefühl für das, was gut klingt, und doch weiß der Komponist allen so mannigfach wechselnden Stimmungen der erhabenen Texte gerecht zu werden. Wir verweisen nun auf die großartig visionäre Stimmung im ^>ru nsao'i, auf die fast dramatische Schilderung im Tsro tsniN u. a. m. Einzelne Melodien sind von außerordentlich süßer Innigkeit, so die zu Horem II., Li omi amclio, Widduj, Weal chatoim. Die Hauptstärke des Verfassers scheint uns aber in der musikalischen Steigerung zu liegen, die er innerhalb einzelner Stücke, z. B. in den drei nhy mn nrn, meisterhaft durchführt. Besonders interessant sind einige mitaufgenommenen spezifisch süddeutschen Gesänge. Wie der uns zugeftellte Prospekt besagt, folgen in kurzen Zwischenräumen noch zwei Hefte für D'^r, thv und natiy. Die beiden vorliegenden Hefte enthalten 20 Nummern für n*tnu d'ö\ sind sehr schön ausgestattet und nach dem Gesagten jedem Cantor, der interessante, charakteristische und nicht allzu schwierige Melodien liebt, auf das Wärmste zu empfehlen. Er. □rV-OX JHDT 1DD- Glossen zum Schulchan Aruch, Orach Chajim von Rabbi Abraham Bing, weil. Rabbiner zu Würzburg. Herausg. v. Rabb. Dr. S. Bamberger. Preßburg 5652. 8. Die Herausgabe der auf dem Handexemplare und zum großen Theil auf noch zwei anderen Exemplaren seiner Bibliothek verzeichneten Randbemerkungen des sowohl durch seine Gelehrsamkeit wie durch seine Hochschule berühmten R. Abr. Bing ist ein recht verdienstvolles Werk und bleibt auch ein gutes, wenn auch etwas zu viel geboten wird. Wenn wir die nachgelassenen Schriften eines Gelehrten lesen wollen, so wollen wir eben seine Schrift kennen lernen, und da sollten die Herausgeber sich etwas Reserve auferlegen. Belehrende Notizen sollten nur da gegeben werden, wo eine dunkle oder zweifelhafte Stelle eine solche erfordert. Wenn der Herausgeber hier nun mit einer solchen Thätigkeit sich nicht begnügt, sondern die Randglossen durch Citate aus anderweitigen Werken unterstützt, auch entgegengesetzte Meinungen anführt, so legt das ja ein rühmliches Zeugnitz für den Eifer und die Gelehrsamkeit des Herausgebers ab, wir aber wollen doch in erster Linie nur wissen, was der Verf. über dies und jenes gedacht hatte, nicht was andere darüber sagen. Es soll diese Bemerkung den Werth des vorliegenden Buchs nicht mindern, aber es war doch einmal nöthtg, Herausgeber alter Schriften, namentlich wenn es tüchtige Gelehrte sind, zu bitten, nicht zu viel des Guten zu thun. — Der Herausgeber verfügt über ein reiches Wissen und verfährt mit einer rühmenswerthen Akribie, so daß die Glossen, wo sie dunkel erscheinen und der Erklärung bedürfen, in ihr rechtes Licht gesetzt werden. Eine auffallende Glosse findet sich zu § 233, in welcher der Verf. die Notiz des R. Abraham mit Hinweis auf Tosaphot Rosch haschana 24 d. beanstandet. Der Herausgeber erklärt sich außer Stande, derselben eine Deutung geben zu können. Vielleicht wollte der Glossator auf Folgendes aufmerksam machen.. Magen Abraham beruft sich, um den Gebrauch, das Mincha-Gebet erst nach Verlauf einer halben Stunde nach Mittag zu gestatten, auf Joma 28, wo in Bezug auf die Darbringung des Pesachopfers unsere Unzulänglichkeit, den Mittag genau zu bestimmen, in Betracht gezogen wird. Da nun M. Abr. von einer halben Stunde kurzweg spricht, worunter wir I272 Uhr verstehen, so will R. Abr. Bing hervorheben, daß nach Tosaphot Rosch haschana das wohl für die p'i von denen ja auch in

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