Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1892)
- Date
- 1892-05-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 38 des „Isrntüt“. Literarische Notiz. min bnr nsc Zeitschrift, öffentlicher Sprechsal für VisVs, herausgegeben von Rabbiner Israel Ackermann, Berlin. Am Schluffe des ersten Heftes (12 Nummern umfassend) dürfte es am Platze sein, dieser Zeitschrift auch im „Israelit" zu gedenken, um die Interessentenkreise darauf aufmerksam zu machen. — Vorliegende Zeitschrift, in Deutschland und noch weiter hinaus einzig in ihrer Art, hat die Bestimmung, den mm Gelegenheit zu geben, von ihren Geistesprodukten auf dem Gebiete der mm einem größeren Publikum Mittheilung machen zu können, sowie auch Zweifelhaftes der Diskussion zu unterstellen: gewiß Momente, die freudig zu begrüßen sind, zumal es ja das Loos vieler mm oa ist, meist ohne D'mn, auf sich selbst angewiesen zu sein. Der vorliegende erste Jahrgang enthält 185 Artikel, theils selbstständige, theils solche, welche das Ergebniß der öffentlichen Diskussion sind. Es wäre im Interesse der Sache wünschenswerth, wenn sich die Abonnentenzahl recht vermehren würde. Der Preis per Jahr ist zwar mit 12 Mk. angesetzt, doch begnügt sich der Herr Herausgeber, bei welchem man abonnirt, auch mit einem geringeren Betrage. (Adresse: Berlin, Prenzlauerstraße 18). Herr Rabbiner Ackermann erfreut sich durch Herausgabe mehrerer Werke schon längst auf halachischem Gebiete eines guten Rufes. Derselbe war bis vor wenigen Jahren Rabbiner in Rußland, mußte aber, weil österreichischer Nationalität, seinen Wohnort verlassen; ein Schicksal, das leider viele Rabbiner Rußlands traf. — Durch Unterstützung edler Menschen, konnte sich der Herausgeber dieser besprochenen Zeitschrift in Berlin ein Heim gründen, und gehört jede Unterstützung, die ihm ein Abonnement auf sein Werk zu Thetl wird, zu npirm rnao min; und so hoffen wir, daß dem nun b'iy auch das "ihn* zu Theil werde. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 7. Mai. Der berüchtigte Ahlwardt hat, wie ein Charlottenburger Blatt berichtet, einen neuen Schwindel verübt. In einer dortigen Hetzerversammlung erzählte Ahlwardt, er habe vor Kurzem durch den Wiener Antisemiten Schneider die Protokolle von der am 8. und 9. August 1883 in Koblenz stattgehabten Sitzung der jüdischen Centrallettung erhalten, welche die Geschicke Europas leite. Auf diesem Kongreß seien 6 Delegirte aus Frankreich, England, Oesterreich und Deutschland erschienen, Deutschland war vertreten durch Professor Lazarus und den verstorbenen Ludwig Loewe. Er, Ahlwardt, habe aus den Protokollen ersehen, welcher Schurkenstreich gegen Deutschland, welches die jüdische Nation als ihren größten Feind betrachte, geplant gewesen sei. Die Juden seien selbst bei Todesstrafen gehalten, den Befehlen der Centrallettung Folge zu geben. „Was nun aber", sagt Ahlwardt wörtlich in jener Versammlung, „zum Untergang Deutschlands beschlossen worden ist, das erfahren Sie, m. H., zuerst von aller Welt heute aus meinem Munde." Anstatt nun den Wortlaut der Protokolle vorzulesen, welche er angeblich besitzt, geht Ahlwardt nun dazu über, die bekannten Verleumdungen aus seiner^Broschüre zum so und sovielten Male zu wiederholen. Hamburg, 28. April. Die hochdeutsche Jsraelitengemeinde hat bei der Schulbehörde einen Antrag eingebracht auf eine Beihülfe zu den Kosten ihrer Schulen (Schulhaus-Neubauten.) Die Gemeinde hat eine Commission gewählt zur Vornahme einer Revision des Gemetndestatuts. Die Commission besteht aus den Herren Amtsgerichtsrath Dr. Friedländer, Justizrath Heymann, Rechtsanwalt Dr. Marburg und Kaufmann W. Möller. Witten, 5. Mai. Auch bei der heute von der Stadtverordnetenversammlung vollzogenen Wahl eines Stadtraths ist es den Antisemiten nicht gelungen, ihren Führer, den Dr. med. Adolf König, der vor einigen Jahren nach Ablauf seiner Amtszeit nicht wiedergewählt wurde, in den Magistrat hineinzubringen. Während es bei der letzten Wahl eines Stadtraths zwischen dem Kandidaten der Liberalen und Dr. König zur Stimmengleichheit kam, woraus das Loos für den ersten entschied, erhielt Dr. König nur 11 Stimmen und sein Gegner, der Kaufmann G. Ballauf 15. Marburg, 6. Mai. In den Beleidigungsklagen des Moses Leewald in Gombach und Landtagsabgeordneten Müller in Darmstadt gegen den Dr. Böckel hier wurde in dem gestrigen Publikationstermin wegen inzwischen eingetretener Verjährung ebenfalls auf kostenlose Freisprechung Dr. Böckel's erkannt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag. In der israel. Beerdigungs-Bruderschaft steht eine Aenderung der Statuten bevor,