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Der Israelit · 1892-04-11 · Heft 29-30 (11.4.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 29-30 (11.4.1892)
Date
1892-04-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXlll. Jahrgang. Zweite Keil, ju M 29 & 30 des .Israelit". Leitender Artikel. Eine schwierige Stelle im Peßach-Machsor. E. In dem mit den Worten D’onne rros 3^3 toieti beginnenden Silluk des zweiten Peßachtages, werden die zehn Plagen Egyptens nach Andeutung des Midrasch als Vergeltung der verübten Frevel. Maß für Maß, dargestellt. Es heißt daselbst bei der Heuschreckenplage: 7133*6 VN ixj on 7D3x p nvt x^» pi? Heidenheirn übersetzt diese Stelle: „Sie wähnten übermüthig: Keine Vorsehung regiert diese Heuschrecken (so nannten sie Israel aus Verachtung) darum überfiel sie eine Heuschreckenmenge, beispiellos." Aehnlich Sachs: „Sie sprechen höhnend: Die Schaar ist gleich Heuschrecken führerlos, darum wuchsen der Heuschrecken Schaaren zahllos." Nach diesen und sämmtlichen anderen Erklärcrn der Stelle, hätte es correkter heißen sollen: 7133x8 vn :ito on und nicht "jtea. Die Stelle: Mischle 30. 27: 63 ptn x<n tq3n^ yx ^d, an welche die Erklärer zunächst denken, enthält dazu an und für sich keine Verhöhnung, sondern gerade eine Anerkennung der Heuschrecken, daß sie obwohl ohne Führer, doch gesammelt als ein einheitliches Ganzes auftreten. Folgende, sehr zutreffend scheinende Erklärung der dunklen Stelle verdanke ich Herrn Cantor Sch n e rb in Merzig a. S. Zu den Worten (II B. M. 10. 18) 2x2 wn '3 -injn njnc wird in der .331OV angemerkt: 712-ixv VN p’Di ,yaya 7IVQ 3D7i ,r6 vby 3Ot2Z ('D 'b Diese Worte werden im »» nmo dahin erläutert: 1122 n tr o XL3 3Dxj ab naixn roca NTpJH r.K'O ltMTB 7I33N^ VN 1-0 (0‘Dl flDDH 3NS5'3 — .*pö xrfwrs \T1 3'71333 Die Mesorah macht hier daraus aufmerksam, daß der Name Moscheh bei Abwendung der Heuschreckenplage nicht genannt wird, wie es bei den anderen Plagen der Fall ist. — Dieser Weglassung dürfte folgende Erwägung zu Grunde liegen. Der Spott und Hohn, mit dem Pharao und die Egypter Mosche überhäuften, hatte bei Ankündigung der Heuschreckenplage seinen Höhepunkt erreicht. Man hatte die Gottesbolen geradezu fortgejagt 7iy->B \:d nxa on« Pharao hatte den Wünschen Mosches ein kategorisches p x^> entgegengesetzt, und es traf dafür die Heuschreckenplage mit einem noch mehr imponirenden p x^ ein. .p 7,'TI' X^> mnxl 171D3 7133X p 7>'7I X8 l’JE^ Ucberwültigt von dieser Plage sendet Pharao eilends zu Moscheh, thut ihm für die widerfahrene Kränkung förmlich Abbitte und fleht die Gekränkten um ihre Verwendung bei Gott an, daß er diese Plage wegnehme. □S'?) '"6 ’nxtsn. Mit welchem Selbstbewutztsein hätte einen anderen Sterblichen diese ihm gewordene Genugthuung erfüllt, wie hätte sich seine ganze Persönlichkeit in den Vordergrund gedrängt, und Moscheh? dj/d xsri '“i ^x 3?ip'i Tijns. Sein Namen tritt zurück, als ob nichts geschehen wäre, geht er hin und erfüllt den Herzenswunsch seines Beleidigers. Diesem Hohn, nicht gegen Israel, sondern gegen seinen König, und die Selbstlosigkeit des letzteren, der namenlos zurücktritt in dem Augenblick, wo ihm die größte Genugthuung wird, geben die Worte Ausdruck: 7131X8 VN lbo2 INJ on 713IX p 77.3 X7 Z37 Sie höhnten den König, Der beim Heuschreck nicht genannt. Deßhalb kam der Heuschreck, Wie ihn Niemand je gekannt. -£• Vermischtes. Gegen Ahlwardt hat, wie die „Freis. Ztg." schreibt, die Schuldeputation in Berlin beschlossen, eine neue Verleumdnngsklage einleiten zu lassen. Ahlwardt hat nach seiner Verurthcilung in öffentlicher Versammlung wiederum die schwersten willkürlichsten Verleumdungen gegen die Schuldeputation, insbesondere gegen den Vorsitzenden derselben, Stadtrath Schreiner, geschleudert. Der von Stöcker empfohlene Kandidat der Antisemiten, Herr Dr. Paul Förster, hat es im Wahlkreise Reichenbach-Atterbach auf ganze 2300 Stimmen gebracht. Abgegeben wnden ra. 22,000 Stimmen. Folgender „schöne" Eharakterzng eines hohen russischen Beamten in Warschau verdient sicherlich verzeichnet zu werden: Ein jüdisches Mädchen hatte in einer Stadt, welches außerhalb des Ansiedelungsrayons gelegen ist, jahrelang eine Anstellung, welche ihr die Mittel verschaffte, um auch ihrer zahlreichen, nur aus sie angewiesenen Familie ein anständiges Leben zu bereiten. Unlängst ging ihr von der Polizei der Befehl zu die Stadt sofort zu verlassen, da sie dort kein Wohnrecht habe. Damit hätte sie auch ihre Stelle verloren, und ihr wie ihrer Familie drohte der Hungertod. Das verzweifelte Mädchen wandte nun Alles, was in seiner Kraft stand, ans, um die Erlaubnis; zu erhalten, in der Stadt bleiben zu können. Es wandte sich an mehrere hochgestellte Beamten, bekam jedoch abschlägige

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