Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 33 (1892)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1892)
- Date
- 1892-03-31
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXIII. Jahrgang. Zweite Beilage!» M 26 des „Israelit-. Vermischtes. Fachan, lPommern.) In Nr. 10 ds. Bl. erläßt Herr H. Oppenheimer, Mittelfranken, einen 'Mahnrnf, nicht dem Beispiele meiner eonlanten Gemeinde zu folgen und den ganzen Beitrag für den Beamten ztir Jnvaliditäts - und Altersversicherungstasse zu zahlen. Es ist ein Irrthum des Hern £>., wenn er meint, cs fei gesetzwidrig, daß der Arbeitgeber die ganze Last trägt. Das Gesetz verbietet nur, daß der Arbeitgeber den ganzen Markenbetrag dem Arbeitnehmer aufbürde; dem Arbeitgeber steht es jedoch frei, den ganzen Betrag selbst zu entrichten, dazu wird sogar angerathen. Die Befürchtung des Hrn. daß dem jüd. Beamten durch Erleichterung der Beitragspflicht das sittliche Bewußtsein und der Sinn für Sparsamkeit abhanden kommeit werde, ist ebensowenig stichhaltig, dafür sorgen schon die nicht zu glänzenden Verhältnisse der meisten Beamten: denn wenn sie gut gestellt sind, d. h. ein Einkommen von mehr als 2000 Mk. haben, dann sind sic eben nicht mehr verfichernngspflichtig. Um so erfreulicher sollte cs allen Interessenten sein, wenn eben Gemeinden so einsichtsvoll sind, dem Beamten in jeder Weise beiznstehen. R. Levh. Wrescherr, 0.;März. Der israelitische Armenverein Hierselbst beging am 7. Adar die Jener seines 2.7jährigen Bestehens. Die Mitgliederzahl betrug anfangs 122 und die von denselben ansgebrachte direkte Iahres-Einnahme 106K, 70 M. Bon den im Jahre 1*07 eingetretenen Mitgliedern sind heute noch 72 verblieben. Dem Vorstände lagen während derzeit 10K Bittschriften vor, von denen nur ein kleiner vcheil unberücksichtigt geblieben ist. Die Gesammt-Einnahmen betrugen 72770, OK Mk: die Ausgaben 71607, OK Mk. Aus dem Hoherrlohischen. Am 16. Schwat srarb nach langem Leiden der auch in weiteren kreisen wohlbekannte I a k o b E r a i l s h e i m e r in Hohebach. Durch den Hingang dieses Ehrenmannes, der durch seinen Biedersinn, seine Friedensliebe, seine Bereitwilligkeit, überall zu Helsen und beiznstehen, und durch seine Gottesfürchtigkeit bei Israeliten und Andersgläubigen in hohem Ansehen stand, was insbesondere auch die zahlreiche Leichenbegleitnng bezeugte, verlor diese Gemeinde eine ihrer Hauptstützen. Der Entschlafene ist seiner Tugenden wegen von seinen Gemeindegenossen durch eine vor mehreren Jahren erfolgte Wahl zum ziirchenamtsvorstandsinitlgied geehrt worden. Hegenheinr, l l. März. Nach kurzer Lrantheit starb am letzten Montag der Verwalter des hiesigen isr. Aspls, Herr Al ex a it d e r 2Vo r m se r, im 2llter von 71 Jahren. 2Venn derselbe auch das gewöhnliche 2llter der Sterblichen erreichte, so kam dennoch der große Verlust, der nicht allein obige 2lnstalt, sondern auch die hiesige Gemeinde trifft, sehr unerwartet. Wormser scheute keine Mühe den kranken und Gebrechlichen gegenüber, die in feiner Anstalt Schutz suchten. Bei der höchst ehrenvollen Beerdigung waren u. a. die Hrn. Dreh fuß nnd Lewh, Vorstände von Bafel und Herr Dr. Eohn Rabbiner ans Basel erschienen, ferner die Verwaltungskommission des 2lspls nnd viele jüd. nnd christl. Bürger. Tr. Eohn und Dreptuß hielten tief empfundene Grabreden, den Verstorbenen als gewissenhaften nnd pflichttreuen Beamten kennzeichnend, der nicht so leicht wird ersetzt werden können. L. N. Schmalkalden. Einen schweren Verlust erlitt die hiesige Gemeinde. Frau Reinchcn Plaut, die treue Glänbensheldin und edle Menschensrenndin, hauchte am V 'c miy ihre reine Seele aus. 'Mit einem für eine Frau seltenen Wissen in nuferer Literatur ausgerüstet, durchdrungen von wahrhaft jüdischem Geiste, hielt sie strenge an unseren alten, geheiligten Satzungen fest und gab durch ihr frommes, bescheidenes Leben ihren Angehörigen sowohl als auch ihrem großen Freundes- und Bekanntenkreise ein glänzendes Beispiel. Ans dem Friedhote hielt Herr Rabbiner Dr. Eahn '"5 ans Fulda eine tiesergrcifendc Trauerrede, in welcher er die Verdienste der Verblichenen hervorhob. G. »Ins Ungarn, 10. 'März. Ein anerkennenswertster nnd nachahumngswürdiger 2ikt der Toleranz, welcher aus das friedliche Einvernehmen der dortigen verschiedenen Eonsenionen angehörenden Bürger schließen laßt, wird aus Neusatz berichtet. Die gingst srattgehabte General-2st'rsammlung genannter Stadt hat nämlich ans Anregung des isr. (Gemeindevorstehers Herrn David Preß bürg er, den Beschluß gefaßt, die Subvention der jüdischen Schule von 1400 st. auf 27<>o st. zu erhöben und überdies zu den kosten des demnächst zu erbauenden Schulgebäudes 2700 st. beizntrageu. Dieser Beschluß wurde nun auch vom Minisrerinm des Innern bestätigt. Die „Ehewra stcibifctw" zu E saktornpa hat am 0. d. die 100. Jahreswende ihres Bestehens in solenner Weise gefeiert. Unser Glaubensgenosse, Dr. Desider Bl a r k u s , Redakteur des juridischen Organs „Jogi Szende", hat vor .stnrzcm unter dem Titel „Prinzipielle Erscheinungen unserer höheren Gerichtshöfe" ein von der Inristenwelt Ungarns mit uugetheilter Zlnerkennnng begrüßtes, umfangreiches Werk heransgegeben, welches vom Instizministerium mit einer Verordnung vom 60. Februar l. I. allen Gerichtsinstanzen zur 'Anschaffung empfohlen wurde. Unter den von der Regierung eiuberufenen 21 'Mitgliedern der nunmehr zusammengetretenen „Valuta Enaner" finden rvir die Namen von vier Israeliten. Es sind dies die Herren Bankdirektoren Mai- Beck, Ferdinand Beck, Siegmnnd >kornseld und Reichstagsabgeordneter 'Moritz W a h r m a n n. Herr 2l. Wellisch, Mitglied des hauptstädtischen Mnnizipalansschnsses, hat beim „Iofephstädrer Wohlthätigkeitsverein" eine Stiftung von 1000 fl. gemacht, wofür dem edlen Spender in der unter Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Albert Berzcriezp stattgehabten Sitzung protokolarisch und auch im Wege einer Deputation Dank votirt wurde. L'.G—g.