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Der Israelit · 1892-03-24 · Heft 24 (24.3.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 24 (24.3.1892)
Date
1892-03-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 24 des „Israelit^. Leitender Artikel. MeWeceptionsöewegurig inMngarn. Gegenüber dem wüsten Treiben der hiesigen Neologen, ist endlich seitens der Orthodoxie des Landes ein entscheidender Schritt geschehen, indem der Preßburger O b e r r a b b i n e r, nach vorhergegangener Berathung mit hervorragenden Rabbinern und weltlichen Notabeln mittels offenen, an die Orthodoxen Ungarns gerichteten Schreibens, die auch diesmal von neologer Seite gemachten Versuche behufs gemeinsamen Vorgehens auf's Entschiedenste zurückweist. Der Preßburger tim erklärt in der ihm eigenen klaren und präzisesten Form, daß die Orthodoxen es perhorresziren die Reception zu verlangen, am allerwenigsten dies aber im Vereine mit den Neologen zu thun gedenken. Das diesbezügliche offene Schreiben des Preßburger Oberrabb. ist entscheidend für das Verhalten der hierländischen Orthodoxie. Hierdurch ist nun den verschiedensten Machinationen der Neologen das Terrain zu allerlei Winkelzügen vollständig entzogen, zumal doch der ganze Zweck des sogenannten Receptionsrummels nur der war, auf diesem Wege die gewaltsame Unifikation des Judenthums, die Vernichtung der Hierlands gründlich vollzogenen Sonderconstituirung der jüdischorthodoxen Confession um so leichter bewerkstelligen zu können. Dies und nur dies allein ist der wohl nicht eingestandene Zweck der bereits vor Monaten mit solch riesiger Vehemenz eingeleiteten Aktion und die Erkenntniß dieses Umstandes hat die hervorragenden RabbinenUngarns, wie z. B. den Budapester Rabbiner Reich, den Großwardeiner Rabbiner Fuchs, den Eisenstädter Rabbiner Kuttna und viele, viele Andere dazu veranlaßt, in Wort und Schrift von der Kanzel und in der Presse mit aller Entschiedenheit gegen diese Bewegung Stellung zu nehmen, bis schließlich der hierzu berufenste Führer der Orthodoxie, der Preßburger Oberrabbiner, diese neueste Mache der Neologie in das wahre Licht gestellt, und somit den an der Spitze der Bewegung stehenden ehrenwertsten Herren Judenbeglückern das Handwerk gründlich gelegt hat. Nicht eingeweihten, namentlich im Auslande, kann es für den ersten Anblick ungeheuerlich erscheinen, daß man der „Reception" d. i. der gesetzlichen Anerkennung der jüdischen Religion opponire. Es wird denn auch seitens der Neologen das in dieser Frage bekundete Verhalten der Orthodoxen wirklich ausgenützt, aber ohne jeden Erfolg. Denn die „Reception" als solche hat für die jüdische Religion absolut keine Erfolge, — höchstens daß nach erfolgter Reception (wenn diese in den allernächsten 10 Jahren überhaupt gar in Discussion kömmt) ein „jüdischer Bischof" im ungarischen Magnatenhause Sitz und Stimme haben könnte. Auch das ist noch sehr zweifelhaft, denn die hierländischen Protestanten mußten nach ihrer Reception noch hübsch lange warten, bis man ihren Bischof zum Pair ernannte. Aber gesetzt den Fall, daß man die Juden rascher „erledigt", so ist das wohl eine Sache, für die das jüdische Herz gewaltig warm schlagen kann (?), so viel ist aber der „jüdische Bischof" den Orthodoxen denn doch nicht Werth, daß sie hicfür ihre confessionelle Selbständigkeit auf's Spiel setzen. Lieber keinen „Bischof" als religiöse Unterdrückung — das ist das Losungswort. Dr. Daniel Veszi. vermischtes. < Xfrtutrtlniltc O. S., 0. März. Die hiesige isr. Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen. Dem Rathc der Vorsehung hat es gefallen, ein allgemein gcgcmein geachtetes Mitglied unsrer Gemeinde ins bessere Jenseits abznbernsen. In der stacht vom nsnn 'sp"iP, schied der .shnirummi, Herr Ierdinand Lachs von hier ans diesen: Leben. Einer der angesehensten jüdischen Familien Schlesiens entstammend, wirkte er hier seiner Ahnen würdig. Als Gründer und langjähriger Vorsteher der r;**,,_!p rron wie des Franenvereins, ebenso als Leiter des jüdischen Schulvorstandes hat er sich durch rastlosen Eifer und selbstloses Streben das Vertrauen seiner Mitbürger in höchstem Grade zu erwerben gewußt. Die Ächtung, die ihm auch von Nichtjuden gezollt wurde, erhellt ans der Dhatsache, das; er lange Jahre der Gemeindevertretung seines Wohnortes angehörte. Asti. Am 10. Februar starb Professor T c r r a e i n i, Oberrabbiner von Ästi und Aeltester der italienischen Rabbiner. Er war ein Verwandter des verstorbenen Tr. Artom, Ehacham's der ^efardim-Gemeinde in England. Vertreter der italienischen Jndenschaft sowie der Mnnicipalität nahmen an dem Leichenbegängnisse theil. New-Aork, 20. Februar. Der Baron Hirsch- Fond in Philadelphia hat 33 russisch-jüdische Familien als Farmer an der Woodbine-Bahn bei Eap. May angesiedelt auf einem 5000 Acres umfassenden Areal» von denen HOO bereits theilweise bepflanzt find. .Herr M a r k n s F euer st c i n ans Skala < Galizien) hat eine hebräische Ausgabe der Verordnung betreffend die Führung der Geburts-, Tranungs- und Sterbematriken der Israeliten in Galizien veranstaltet.

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