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Der Israelit · 1892-02-25 · Heft 16 (25.2.1892) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
33 (1892)
Issue
Heft 16 (25.2.1892)
Date
1892-02-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIII. Jahrgang. Zweite Beilage zu M 16 des «Israelit. Satomon Zuda (Löö) AapoporL. i'i' 8. Unser Blatt bringt heute das wohlgelungene Bild eines Mannes, der, wenn auch nicht der Begründer, so doch einer der Häupter der wissenschaftlichen Forschung in der jüdischen Wissenschaft genannt werden kann. Rapoport (in der jüdischen Literatur unter der Abbreviatur bekannt) ist zu Lemberg am I. Juni 1790 geboren. Einer reichen und gelehrten Familie angehörend, wurde seine Jugend dem Studium des Talmud gewidmet, ohne daß er gerade für den Rabbinatsberuf erzogen wurde; er sollte eben, wie es in früherer Zeit inwohlhabendenFamilien nicht selten vorkam, „lernen", um des „Lernens" willen. Da seine Eltern früh starben, und dle Vermögensverhältnisse zurückgegangen waren, mußte der schon im jugendlichen Alter Verheirathetefürseinen Lebensunterhalt selbst sorgen, und da wurde er nicht Rabbiner, sondern gründete ein kleines Ladengeschäft. Dies aber hielt ihn nicht ab, seinen Studien obzuliegen; er wußte vielmehr trotz vieler Nahrungssorgen Zeit für diese zu gewinnen und machte, wenn es nöthig war — und das war es meist immer — die Nacht zum Tage. Sein Forschungstrieb ließ es aber nicht bei dem Talmudstudium und der eigentlich jüdischen Literatur allein bewenden, und seine glänzenden Anlagen ließen ihn im Selbststudium der klassischen Sprachen schöne Erfolge erzielen. Seine Beiträge in Zeitschriften zogen die. Augen der gelehrten Welt auf ihn, so daß man ihn nach Tarnapol als Rabbiner berief, als der dortige Rabbinatssitz erledigt war und im Jahre 1840 als Oberrabbiner nach Prag, wo er 1867 starb. Zeigt auch jede kleine Gelegenheitsschrift die große Gelehrsamkeit und glückliche Kombinationsgabe R's., so sind es aber doch seine biographischen Beiträge in der Zeitschrift „Kerem Chemed" (Saadia Gaon, Hai Gaon, Nathan ben Jechiel, Elasar Kalir, Chananel Nissim ben Jakob), die seinen literarischen Ruhm weit hinaus trugen und ihn zu einer Autorität ersten Ranges machten. Sein encyklopädisch angelegtes Werk „Erech Millin" ist bis über dem Buchstaben Ales nicht hinausgekommen, ist abertrotzdemvonunverlierbaremWerth. Zu einer Reihe neu edirter Werke schrieb er gelehrte und lehrreiche Vorreden; eine unschätzbare Fundgrube für die Wissenschaft ist seine ausgebreitete Korrespondenz, von der in neuester Zeit ein Heft der an Luzzato gerichteten Briefe herausgegeben wurde. Er hatte mit dem heißblütigen Gelehrten von Padua oft einen schweren Stand, der zuweilen zu Verstimmungen führte, die aber bald wieder ausgeglichen wurden. Namentlich ist es die Ehrenrettung Aben Esras, die R. gegen L. versucht, welche zu scharfen Auseinandersetzungen führte. Besonders interessant sind die Untersuchungen über die Peschito und die Targumim. Es wäre zu wünschen, daß die Herausgabe dieses Briefwechsels, der aus den von Gräber herausgegebenen Briefen Luzzatos zu schließen, ein sehr umfangreicher gewesen sein

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