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Der Israelit · 1891-03-26 · Heft 25 (26.3.1891) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
32 (1891)
Issue
Heft 25 (26.3.1891)
Date
1891-03-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXII. Jahrgang. AjIItzjje Beilage zu M 25 te „Israelit L Ieschurun" Zeitungsnachrichten und Correspon-euzen. Deutschland. Vom Niederrhein. Das israelitische Waisenhaus zu Dinslaken wird im Mai d. I. seine nach dreijährigem Turnus stattfindende Generalversammlung abhalten, bei welcher die Neuwahl der Hälfte der Curatoriumsmitglieder stattfindet. Eine recht zahlreiche Betheiligung aller Derjenigen, welche sich für die Unterbringung und Pflege der Waisen interessiren, wäre wünschenswerth. So viel wir hören, hat sich auch in dem nunmehr abgelaufenen Jahre die Waisenanstalt sehr gut entwickelt. Wenn auch die Beiträge, sowie die Zahl der Kaddisch-Stiftungen — über die errichteten zwei Freiplätze aus Worms ist bereits berichtet — eine ganz stattliche ist, so hören wir doch klagen, daß die Verwaltung so vielfach gezwungen ist, Anmeldungen armer Waisen abweisen zu müssen, da die Anstalt immer noch nicht die nöthige Stärke besitzt, um ihre volle Thätigkeit auf diesem Gebiete schönster jüdischer Nächstenliebe voll entfalten zu können. Es ist daher zu wünschen, daß immer weitere Kreise der Anstalt ihr Wohlwollen zuwenden und dieselbe bei freudigen wie bei ernsten Ereignissen bedenken. Die Verwaltung versendet auf Verlangen, sowohl an Gemeinden, wie an Hotels und Privatbureaus Büchsen zum Aufstellen. In Holland z. B. liefert der Ertrag der in Geschäftsbureaus aufgestellten Büchsen einen großen Theil der Mittel zur Unterhaltung wohlthätiger Anstalten und es wäre zu wünschen, daß auch in Deutschland diese schöne Sitte eine recht weite Verbreitung finden möge. Die Büchsen werden auf Adressenangabe von der Waisenhausverwaltung in Dinslaken kostenfrei und franco zugesandt. Münchweiler, b. Langmeil. Als Abonnent Ihrer geschätzten Zeitung lese ich oft von dem Rischuß gegen unsere Glaubensbrüder. Heute kann ich Ihnen Gottlob das Gegentheil berichten: Am 12. März war der Geburtstag des Prinzregenten von Bayern. Der hiesige Gemeinderath, welcher die Festlichkeit arrangirte, lud den 1. Vorstand und Herrn Lehrer Ehrmann zur Sitzung ein und wurde alles nach Angabe des Vorstandes Herrn Felsenthal veranstaltet. Am 12. März, Morgens versammelte sich die ganze Gemeinde am protestantischen Schulhause, wo die Aufstellung des Zuges stattsand. Derselbe bewegte sich zur Synagoge, von wo aus die Protestanten zur Kirche gingen. An dem Gottesdienste in der Synagoge nahmen sehr viele Christen Theil. Nach dem Einheben der Thora hielt Herr Lehrer Ehrmann eine ^stündige wohldurchdachte Rede und nachdem noch o^’nn recitirt worden, endete die erhabene Feier. Auf Anregung des Herrn Lehrer Ehrmann wurde noch ein Glückwunschtelegramm an den Prinzregenten abgeschickt. Hier in unserer Gemeinde iftG. s. D. von Rischuß nichts zu hören, und hoffen wir, daß der Allmächtige diesen günstigen Umstand weiter so erhalte. Oesterr. Ungar. Monarchie. Budapest, w tw 'a. Die hiesige, neugegrüudete orthodoxe isr. Chewra Kadischa hielt heute unter Vorsitz ihres Präses, Herrn SamuelAbeles, ihre erste ordentliche Generalversammlung ab, in welcher der vom Vereinssecretär Efraim Grünfeld verlesene Rechenschaftsbericht mit besonderer Befriedigung zur Kenntniß genommen und der Vereinsleitung das Absolutorium ertheilt wurde. Auf Antrag hervorragender Vereinsmitglieder wurde beschlossen der hiesigen orth. Gemeinde, an deren Spitze Herr Israel Perlmutter steht, für ihr freundliches Wohlwollen, welches sie dem Vereine gegenüber stets bekundete, protokollarisch den Dank zu votiren. Den Vereinsstatuteu gemäß, war der übliche nsDn tw 'i auf halb 6 Uhr Abends bestimmt, um 5 Uhr jedoch war der Tempel im Orczy'schen Hause so überfüllt, daß er kaum die Menge fassen konnte und nicht ohne Mühe es gelang, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nach dem?iwO-Gebete bestieg unser der allgemeinen Sympathien, ob seines großartigen Rednertalentes fich erfreuende Herr Oberrabbiner Reich die Kanzel, um den “idch zu halten. Redner schilderte eingehend die Errungenschaft, welche die Orthodoxen Budapests durch die Bewilligung einer Anlage zu einem separaten Friedhofe erlangten, zugleich auch auf die Hindernisse hindeutend, welche ihnen in den Weg gelegt, jedoch durch ihre Ausdauer und Opferwilligkeit beseitigt wurden. Auf den eigentlichen Zweck seiner Rede übergehend gedachte er jener großen Männer, durch deren in diesem Jahre erfolgten Ableben das Judenthum einen herben Verlust erlitten, der Rabbiner Etting e r, Lemberg, MenachemKatz, Deutsch-Kreuz, Stern, Földes, I. Rubin, Er-Mihalyfalva u. n. a. Alles war tiefgerührt und keiner der Anwesenden konnte sich der Thränen enthalten. Den Schluß bildete der Vortrag des oicm nVd tw, welchen Kantor Wol fgang in ergreifender Weise zum Ausdruck brachte. Abends Vs*9 Uhr fand die mann htvd untergroßer Betheiligung der Vereinsmitglieder statt

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