Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-12-29 · Heft 102 (29.12.1890) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 102 (29.12.1890)
Date
1890-12-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448121--31291-2479085
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXXI. Jahrgang. M102. Israelit Jeschurun. Zrltstzüfl m Fördermijl D. deines ood jlö. fcöens io Mos. demeiolte ooü ZAle. GenLxat-Hrgan für das orLhodore ZudenLhum. Begründet von Dp. Lehmann in Mainz. Montag, den SS. Dezember 5651 (1*901. EtefflS**- Da mit dem 1. Januar 1891 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten WWW' Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Des Propheten HoboKuK WeWWg. Von Isaak Hirsch. (Fortsetzung.) Die Geschichte der Weltbeherrscher aller Zeiten verkündet laut und eindringlich die Ohnmacht der auf Gewalt und Unrecht sich stützenden Größe. Die blöden Thoren! Sie wähnen für die Ewigkeit die bis zum Himmel ragende Zwingburg gebaut zu haben und wissen nicht, daß der Atlas ihres gefürchteten und angestaunten Werks auf losem Flugsand ruht. ■pw U21P' ynb wbr\. Urplötzlich braust der Sturmwind heran und fegt den auf gemordeten Menschenleibern, zerstörtem Menschenglück sich erhebenden Riesenbau spurlos hinweg. *) Die gewaltige, von Nebukadnezar gegründete, babylonische Weltmacht fand in der Persischen ihren Meister. Der Sohn oder Enkel des großen Welteroberers, Belsazar, hatte keine Ahnung von dem über ihn unmittelbar hereinbrechenden Untergang. i!E-a \nrcra-& an cnV nay Er sitzt inmitten seiner tausend Fürsten und seiner Weiber beim festlichen Gelage und, Knon oyoa, in trunkener Weinluft läßt er die aus dem heiligen Zionstempel von seinem Ahn erbeuteten Geräthe bringen und zecht daraus mit seinen Genossen und verherrlicht die Götzen des Goldes und Silbers, des Erzes und Eisens, des Holzes und Steines. ipsj ww na t n da plötzlich werden Finger einer Menschenhand sichtbar, und sie schreiben unter dem Lichtglanze des Kronleuchters an die Wand des Prunkgemaches geheimnißvolle Zeichen, an deren *) R. David Kimchi weist in seinem Kommentar auf den plötzlichen Fall Belsazars hin. Entzifferung und Deutung die Chaldäerweisheit zu Schanden wird' Nur Einer sei im ganzen weiten Reiche, meint darauf die Königin-Mutter, von dem die Lösung dieser unheimlichen Züge zu hoffen wäre, von Daniel, dem jüdischen Weisen. Und dieser liest und deutet sie: pvisi bpn njd njd. „Gezählt, gezählt, gewogen und gebrochen." Gott hat Dich, König, gezählt, gewogen und zu leicht gefunden; gebrochen hat er Deine stolze Macht, Dein Königthum und dem Medo-Perser überantwortet. — In derselben Nacht erstürmen die Perser die Hauptstadt, Belsazar fällt und die Babylonische Weltherrschaft tritt vom Schauplatz der Geschichte ab. yriv niSi ■piw loip», ruft es allen Tyrannen zu: „Urplötzlich stehen da, die Dich vernichten und Dich hinwegfegen, Du fällst ihnen zur Beute. Wie Du viele Völker beraubt hast, so wirst Du allen übrigen zum Raube." rin Dem din 'LNO. Das ist der Fluch des an der Menschheit geübten. Mordes, des an dem Lande geübten Verbrechens, na »aar Pi nnp, der eingeäscherten Städte, der vernichteten Existenzen. Dem Moloch der Ruhmsucht und Ländergier werden Hekatomben von Menschenleben geopfert, den hochmüth gen Tyrannen rührt nicht das vergossene Meufchenblut, der erpreßte Seufzer der Elenden, er wähnt sich sicher und unüberwindlich in seiner Machtherrlichkeit. Da erreicht ihn das göttliche Strafgericht und zerstreut in jegliches Denkenden Brust jeden ausdämmernden Zweifel an die allmächtig wallende göttliche Gerechtigkeit, und befestigt die Zuversicht auf den endlichen, dauernden Sieg der Wahrheit, des Rechts und der Liebe und den endlichen, dauernden Untergang der Lüge, der Gewalt und des Hasses. yaa ysa nn. Wehe darum Jeglichem, der unredlichem Gewinn nachstrebl! Er meint damit seinen Besitz zu mehren und sein Haus fester zu grün-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.