Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-11-06 · Heft 87 (6.11.1890) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 87 (6.11.1890)
Date
1890-11-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448106--31012-2478791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXXI. Jahrgang. Zweite Beilage?»M 87 d-s „Israelit & Irschumnk Zeitungsnachrichten urrd Correspondeuzen. Deutschland. Mannheim. Dahier starb kürzlich der einzige Sofer Namens Bähr; sein letzter Ausgang war in die Synagoge, wo ihn ein Schlaganfall traf. Vielleicht wird durch diese Mittheilung ein Sofer veranlaßt, hierher zu ziehen, da im ganzen Lande nur ein Sofer ist. O est err. -U ngar. Mona rchi e. Bukarest, 7. October. In Plonsti ereignete sich vorgestern ein Act der empörendsten Rohheit, der die Juden dieses Ortes in begreifliche Aufregung versetzt. In das im Centrnm der Stadt liegende Local des jüdischen Uhrmachers B r i n h a u er traten am Hellen Tage zwei Griechen und mißhandelten ohne allen Grund den Besitzer und dessen in gesegneten Umständen sich befindende Frau auf die roheste Weise. Vor dem Locale versammelten sich über 300 Juden und wagten nicht, den Bedrängten zu Hilfe zu eilen. Die Polizei erschien wohl am Thatorte, jedoch erst, als die beiden Griechen ihre Mißhandlungen eingestellt hatten. Letztere wurden zur Polizei gestellt und merkwürdigerweise sofort entlassen. Die Gattin Brinauer's mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und ist nach Aussage des Arztes eine Frühgeburt die unausbleibliche Folge der erlittenen Mißhandlungen. Der Rabbiner der Jaffyer Gemeinde, Herr Taubes, verbot an den jüngsten Feiertagen von der Kanzel herab den Genuß des Fleisches jener jüdischen Fleischhauer, welche sich weigern, eine bestimmte Abgabe an die Gemeinde zu entrichten. Bekanntlich sind die jüdischen Gemeinden Rumäniens nicht berechtigt, Steuern für Cultuszwecke einzuheben und müssen sich daher auf indirecte Weise ein Einkommen sichern. Die von Herrn Rabbiner Taubes angewendeten Mittel werden gewiß nicht ohne Wirkung bleiben, und Inden, welche kein Zusammengehörigkeitsgefühl und keinen Funken Opferwilligkeit für die Erhaltung ihrer Gemeinde besitzen, verdienen von ihren Glaubensbrüdern keine Unterstützung. (Oester. Wochschr.) Trieft. Wie der „Sar. List." mittheilt, hat Marco Freiherr von Morpurgo, Chef der Firma Morpurgo u. Parente in Triest und Präsident des Oesterrekchifch-ungarifchen Lloyd, anläßlich seiner Anwesenheit in Sarajewo der Landesregierung von Bosnien und der Herzegowina den Betrag von 10.000 fl. übersendet zum Zwecke der Gründung eines Armenhauses für Dürftige beiderlei Geschlechtes und ohne Unterschied der Confession in der bosnischen Hauptstadt. Der Chef der Landesregierung, Se. Excellenz G. d. C. Freiherr v. Appel, hat namens der Bevölkerung dem Spender den wärmsten Dank ansgedrückt. Rußland. In Kurland ist unlängst ein Jude, Namens Freimann, im Alter von 115 Jahren gestorben. Der Verblichene hat am Feldzüge 1812 theilgenommen und wurde für seine Tapferkeir durch Verleihung des Georgsordcns ausgezeichnet. Er hatte fünfmal gehcirathet und alle seine fünf Frauen überlebt. Griechenland. Korfu. Vor einigen Tagen haben in der hiesigen Hirsch'schen Mädchenschule, die von der Baronin gleichen Namens subventionirt wird und daher auch ihren Namen trägt, die üblichen Semestralprüfungen stattgefunden. Diese Schule wurde eigentlich von unserem verstorbenen Oberrabbiner Guiseppe Levi b'1'*' unter dem Namen „Pia scuola femminile“ (Fromme Mädchenschule)" gegründet, und durch Privatspenden erhalten. Da aber diese bald zu fließen aufhörten, so wendete sich unser Oberrabbiner an den ebenfalls schon verstorbenen Beneziani und ließ durch ihn auf die Baronin Hirsch einwirken, damit sie diese Schule unter ihre Obhut nehme, was diese edle Frau auch bereitwilligst zusagte. Die Schülerinnen dieser Anstalt erhalten nebst einer streng moraHfäsn and) eine eben solche religiöse Erziehung und werden sie auch in allen nö- Ihigen Handarbeiten unterrichtet, damit sie einst brave und tüchtige Frauen werden sollen. Als Direktorin dieser Schule fungirt jetzt Frau Levi Mordo und als Lehrerin Madame Regina Mordo und die beiden Damen Caciusi und Levi. Auch die diesmaligen Prüfungen haben klar gezeigt, daß Direktorin und Lehrerinnen von der Heiligkeit ihres Berufes durchdrungen sind und daß die Schülerinnen in ihnen wieder ihre Wohlthäterinnen und Freundinnen sehen. Fräulein Speranza Battino, rochier unseres Gemeindemitgliedes, des Herrn Raffael Vita Battino, hat soeben an unserem Mädchenlyeeum ihre Prüfung als Lehrerin mit Vorzug bestanden und wird dieselbe sich nun dem Jugendunterrichte in ihrer engeren Heimath widmen. Es wird gewiß schon manchem jüdischen Gelehrten ausgefallen sein, daß der Talmud die Stadt Athen consequent „Atuna" (wwn -an ’dod) nennt, obgleich doch dessen Eompilatoren die griechische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.