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Der Israelit · 1890-09-11 · Heft 72-73 (11.9.1890) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 72-73 (11.9.1890)
Date
1890-09-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1334 .fragst nur danach, ob er in der hebräischen Stunde genügend „prositirt, deren Aufgaben Du selbst auch noch mit ihm wiederholst. Für die anderen Unterrichtsgegenftände aber, sowie für .das Betragen des Jungen zu Hause hast Du nicht das geringste „Interesse. Ob er zu laut spielt oder sonst ungezogen ist, „Du hilfst ihm noch in seinen Bubenstreichen. Man kann „fromm sein, wenn man auch nicht in aller Früh die Sh- „nagoge besucht, und wenn er nicht so viel hebräisch kennt „und statt dessen mehr französisch und englisch, so wird er „sicher in der Welt weiter kommen." „Laß es gut sein", war die Antwort des Ehemannes. „Man hört jedes Deiner Worte. Ein Herr wartet draußen!" Dieser Herr war ich. Ich hatte ein Thema für meinen rwn nxi-Aufsatz. _ D”nt> 11“OT „Gedenke unser zu leben." Diese Einschaltung bildet den Anfang des Rosch-Haschonoh-Gebetes. Wir beten um Leben und Lebensunterhalt für uns und unsere Familien, ja für alle unsere Mitmenschen. Am ersten Tischri gehen alle Bewohner der Welt an Gott vorüber einzeln und insgesammt. — . D'2 nfrjJDD wie die Stufen des Herrenhauses, d. h. so wie die, welche die Tempelstufen betreten, einzeln, reihenweise — und in n*2 ni^’TD so wie der Herr seine Truppen insgesammt überschaut — wie die Heere des Davidhauses. — Der Allgütige urtheilt dann, ob Leben uns ertheilt, ob Gnade uns beschieden wird. Wir selbst sind aber verpflichtet, die Verlängerung unseres Lebens vorzubereiten, uns für das von Gott beschienene Leben empfänglich zu machen und das von Gott ,"i"2 geschenkte Leben zu pflegen, crm mrai wir haben die Wahl, ob wir den Weg, der zum Leben führt, betreten wollen. — Es liegt in unserer Macht, die Mittel anzuwenden, die dazu führen, daß der Allgutige uns des Lebens würdig erklärt. — Es gibt nämlich Mittel, wodurch man das Leben verlängern kann und auch solche, durch die man Gefahren Vorbeugen und beseitigen kann. Wir wollen einige Mittel nennen. Wer will Lebensbalsam? rief ein Lehrer mit Namen Alexander (T"y Fol. 19 b), und eine große Anzahl Käufer traten an ihn heran. — Ich verkaufe diesen Balsam nicht, aber ihr selbst könnt denselben bereiten? Nehmet einige Löffel Enthaltsamkeit auf Eure Zungen und Lippen. Bewahre Deine Zunge vor Schlechtem und Deine Lippen vor trügerischen Reden. — Wenn das alles ist — dann werden wir uns schlafen .'egen, sagten die Leute. Nein, erwiederte der große Lehrer. Bei diesem Mittel ist Wachsamkeit Bedingung, denn außer der Enthaltsamkeit muß es mit Behutsamkeit und Thätigkeit gemischt werden, wenn sich das Mittel als wirksam erweisen soll. Haltet Euch fern von Schlechtem und übet Gutes ohne Zaudern. Suche Friede und verfolge ihn. Das ist Lebensbalsam. Womit kann man das Leben verlängern? Dafür gibt es ein merkwürdiges Miltel, und wenn die Dame, der ich mein Thema verdanke, zu den Leserinnen dieser Zeitschrift gehört, so bitte ich sie das folgende zu beherzigen. Man erzählte dem R. Jochanan (rvD"Q Fol. 8 a), daß es in Babylon so viele alte.Leute gebe. Da wunderte er sich. Es heißt doch HDlNn OD’ID 'Q'l DD’D’ D"V daß man nur im heiligen Lande ein hohes Lebensalter erreichen wird, und man antwortete ihm — aber in Babylon haben wir ein Mittel dazu: Man geht dort Morgens in aller Früh nach der Syna- , goge und Abends weilt man lange in den Gott gewidmeten j Räumen. Man härtet sich auf diese Weise gegen die Einflüsse der Morgen- und Abendlust ab und kräftigt seine 1 Nerven durch ein regelmäßiges Leben, das jeder Verweichlichung abhold ist. Eine der gefährlichsten Krankheiten ist die Verführung und auch hiergegen ist ein Mittel vorgeschrieben. Dieses Miltel heißt Erregung, Erweckung, das Besinnen auf sich selbst. Das Gewissen soll man wach rufen, damit es nicht eher ruhe, bis der Mensch seiner Pflicht nachkommt und sich mit der heiligen Thora beschäftigt. Oft aber ist dieses Mittel nicht kräftig genug, denn das Gewissen schläft leicht ein, da muß man einige Tropfen „Erinnerung" dazu nehmen. — Memento mori. Denke daran, daß du sterben mußt. (nD“Q Fol. 5 a). Für Frauen gibt es eine andere Vorschrift. HDD D’Ktf wodurch können die Frauen das Glück des Lebens genießen? (DDm 17 a). Wenn sie ihre Kinder wecken zum Besuche des Gotteshauses, wenn sie ihre Männer anspornen mm zu lernen und geduldig auf ihre Männer warten, bis sie aus dem Lehrhause nach Hause kommen. Unsre Mutter Rahel wünschte sich Kinder. Dm 'b mn Bete doch, daß ich nicht kinderlos bleibe, flehte sie ihren Mann an. Wenn die Verführung zu mir kommen mochte, wollte ich doch durch fromme Erziehung mein Gewissen wach rufen — ’DJX Hfiö PX DX1 sonst muß ich an das Memento mori zu der Erinnerung an den Tod meine Zuflucht nehmen. Der Frau liegt es ob, dafür zu sorgen, daß ihre Kinder geweckt werden und geweckt bleiben für die jüdischen Bet- und Lehrhäuser, für das jüdische Leben. Am zweiten Tage des Neujahrsfestes wird in der Haftara das Bild von der weinenden Mutter Rahel. gezeigt nm mim 2m Rahel beweint ihre Kinder 2y Dran1? ruxc nm sie ist untröstlich der Kinder wegen UJ’N ’3, wenn sie dieselben da nicht findet, wo ihr frommes Herz dieselben sucht. — Vater und Mutter, Ihr alle betet B'TP irOT Gott möge uns zum Leben gedenken, ergreifet alle die Mittel, einer solch günstigen Erinnerung würdig zu sein! .|DN D'2D D”n “ISD2 D2PX oinm 3103’ srnn '"n Wochen - Kalender. Mvtttag, 15. September, 1. Tischri. n"*H 'X DV Dienstag, 16. September, 2. Tischri. n"m '2 DV Festes-Ausgang 6 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr). Mittwoch,, 17. September, 3. Tischri. H’HjJ DIS Samstag, 20. September, 6. Tischri. mm Pi 's 2 Sabbat-AnZgang 6 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Redaktion. Allen bekannten und unbekannten Freunden wünschen wir auf das Herzlichste mm nomni mTD- Herr R. F. in L. Wir können Ihrem Schreiben keine genügende Vertheidignng entnehmen. Die „jüdische Welt", vor deren Forum Sic nach Ihren eigenen Worten von Herrn T. E. citirt sind, wird Sie nicht eher freisprechen können, bis Sie erklärt haben, warum in dem vorliegenden Falle „np'T j'X nOD’H 2j? DD’" war. Einer geschätzten Nachricht nach dieser Seite hin sehen wir entgegen. K. in Loslau. Die Fragen, die in dem betreffenden Artikel aufgeworseu wurden, sind ja in dem darauffolgenden alle beantwortet. Chisire X. am Rhein. Bei Fleisch, welches vor Ablauf von 3 mal 24 Stunden nach der TlDTütf nicht begossen ist, hilft das Salzen nichts mehr und darf es weder gekocht noch im Topfe gebraten werden. Im Uebrigen vergleiche ^.mirad lebetb Jacob Anhang, Cap. 2, §. 9.

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