Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 40 (22.5.1890)
- Date
- 1890-05-22
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448063--30079-2477839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
WWWWWW rjj u y«;, 744 kau,*) wickelte eben die Thorarolle zusammen. Der Rabbi eilte hin und preßte seiueLippen aus die Rolle — aber siehe, unverwandt ruhte sein Auge auf der Rolle, er faßte nach ihr, zog sie an seine Brust. Glückseligkeit, Jugcndcrinncrungen, Freude — Alles wurde wieder lebendig, als er die Rolle im Arme hielt. Alle Andächtigen blickten erstaunt den Fremden an, der die Augen schloß und sich au die Wand *J ric5 muß entschieden tUioH'ö ^abaf gmu'kn sein, beim biefev handelte mit 'sitmeleu uub Uaiiume aus ,'iiafait. Tie Leipziger Bussen besuchte er -10 Fahre lang. Pas Fey öcs ittlbbl Zchiimin ln Smyrna. Am Lag Veomer (113. Cmev) feiert: bie Israeliten zu emtivna ein Jen, bas fast einen religiösen (Atarakter trägt. Man freut sich bei Gelegenheit bes lageS, an dem, zur Zeit bes Rabbi Akiba, bie Leuche zu Oubt ging. Dieser Ing ist gleichfalls ber I obestag von R a b b i S ch i tu o n B en- Vochai. Wie es scheint, hat dieser berühmte Rabbi letztwilligst angeorbnet, den lag seines lodes zu feiern, daher wirb derselbe zu einem Festtag gemacht. Die Feier an sich hat nichts Eigenthümliches, aber einige Einzelheiten darunter sind ganz merkwürdig. Die Straßen, welche foult zur Abenbilnnde ziemlich ruhig sind, zeigen sich an diesem rage sehr belebt. Einige Häuser sieht man mit Fahnen, Myrten, Lampions verziert. Gegen 9 Uhr versammelt mau sich in einem der zu dieser Gelegenheit hergcrichteten Häuser; sobald die erste lasse Easfce ansgetragen ist, steht der Synagogendiener aus und geht rund um den Saal. Er srägt singend „wie viel geboten wird für den Irog von Rabbi Schimon V" Sie werden nicht wissen, was dies für ein Trog iit, und warum er meistbietend versteigert wird? Mir ist Folgendes darüber mitgetheilt worden. Zwischen dem Grabe von Rabbi Schimon und dem seines Sohnes Rabbi Eleazar befindet sich ein Irog, der eine ziemliche Duamiiät D el auszunehmen vermag, und der Meistbietende darf an jenem Abend im Scheinbild dieser Riesenlampe die Flamme anstecken, Es scheint, daß nicht nur Dochte in diesem Irog gebrannt werden; es besteht eine lradition, wonach es Unglück bringend wäre, die ersten Haare eines Kindes in den Wind zu streuen, Man läßt sie unberührt wachsen bis zum 9. 4. Jahre. Um diese Zeit werden sie feierlich abgeschnitten und, in irgend ein kostbares Stück Zeug gehüllt, nach dem gelobten Lande gesandt, um in diesem selben Irog am Abend der Hochzeit von Rabbi Schimon (so heißt das Fest) verbrannt zn weiden. Os heißt, daß auch Schleier von Neuvermählten darin verbrannt werden, und sogar I heile von senen kostbaren Männergurten, die im Drient so geschäht werden. Natürlich sicht mau in Smyrna nur ein Scheinbild dieses Iroges. Eine der Freitag-Abendlampen muß ihn ersetzen. Wenn also diese Lampe verkauft it, so komiitt die Reihe an die pichte, d. h. das .Recht, sie anzuzünden. Wenn Alles, bis ans das Schlußkaddisch verkauft ist, vertheilt mau das Lesen des Sohar, der zu einem Dutzend kleiner Vrochüren zertheilt ist; mitunter lesen zwei in derselben Brochüre, der eine von oben, der andere von unten lesend. Alsdann liest einer der Rabbinen die Stelle vor, die sich aus die letzten lehnte und seufzend sprach: „Der Name des Ewigen sei gelobt!" — Der Rabbi war eine Leiche. Die Freude seine Thorarolle gefunden zu haben, hatte sein Ende beschleunigt. Glaubensgenossen brachten in der flacht feine Leiche nach Naumburg, wo ein jüdischer Begräbnißplatz war. Roch 1792 war das Grab des Unbekannten aufzufinden und an einer ans Stein gehauenen Rolle erkenntlich. In Krakau soll diese Gcsctzcsrollc noch vor wenigen Jahren Eigenthum eines Rabbiners gewesen sein. Karl W i e s c n t h a l. Augenblicke von Rabbi Schimon bezieht. Rach dem Kaddisch singen alle Anwesenden laut den „Bar-Vochai," ein Loblied zu Eh reit des berühinten Rabbi. Hernach gibt es Eonsiluren, Limonaden und allerhand Erfrischungen. Wettn die Leute bei (Leide sind, läßt matt Musikauten kommen, und bleibt sehrlange beisammen bei Gesang und Tanz. Und tvas geschieht mit dem Ertrag aller dieser Auktionen? Dersellle wird zn allerhand Wohlthätigkeitszwecken verwendet; denn im Ontuibe iit jeder Smyrniote von Herzen wohlthätig und gutmüthig; alle Vergnügungen bieten ihm eine Gelegenheit zur Wohühätigkeit, und vielleicht gehe ich nicht zu weit, wenn ich behaupte, daß das Vergnügen oft nur zum Vorwand dient, und daß der wahre Zweck dieser Versammlung nur die Wohlthäiigkeit ist. (Hebräisch.) Nicht nur meinen Vater Erkennest Du in mir; Nein, aitch eine Mutter Möchte benennen Dir. Auflösung des Arithmogriphs in Poriger Nummer: DTJlltf 11 (Rose) 111 112' p-r Dl» Nirtzkige Döfrrrrgerr fsutirfen ein: Eaittor VH. Kanslein, Zielenzig. Rabb.-Eand. Samuel Frey, D. Zerdahelv. Lehrer Schlesinger, Mergentheim. Rudolf Sulzbeck, Preßburg. A. Davidsohn, Eultnsb., Rastenburg (Dstpr.) Ernst Blachner, Kntlenberg < Ung.). R. Goldschmidt, Vacha. Bernstein, Gedern. Lehrer M. Salmann, Lechenich. N. 9k. van Perlslein, Deutichem (Holland). Samson Vieler situ., raruopol. S. M. Vachrach, Elmshorn. Karl Frischen, Mosony, Szt. Johann, Wieselburg (Ungarn). Sigmund Hirsch, Littau (Mähren,. Dszlany Moritz Link, okagy-Ugrocz (Ung.). Verantwortliche Redaction: Ds ea r Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" n. „Jeschttrun" Schottstraße Nr. 2, Mainz' Druck und Verlag der Job. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.