Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-03-27 · Heft 25 (27.3.1890) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 25 (27.3.1890)
Date
1890-03-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448050--29759-2477506
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

WWWW XXXI. Zweite feilagt ju M 25 im „Israelit' & „Jeschurun". Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Meisenheim, 4. März. Unter sehr zahlreicher Betheilignng der hiesigen Einwohner und der Lehrer des Konferenzbezirks Meisenheim fand gestern Nachmittag die Beerdigung des israelitischen Lehrers, Herrn Benjamin Unrich, statt. Herr Rabbiner Maier aus Zweibrücken, der früher lange Jahre an der hiesigen israelitischen Gemeinde thätig war, hielt am Grabe des im 78. Lebensjahre Dahingeschiedenen die Leichenrede. Der Verstorbene war im November 1887 krankheitshalber genöthigt, nach öOjähriger Wirksamkeit sein Amt niederzulegen. Bei jener Gelegenheit wurde er für seine große Treue und seinen Pflichteifer von unserem hochseligen König Wilhelm I. mit dem Adler des Hohenzollernschen HanSordens bedacht. Herr Unrich war bei seinen Mitbürgern durch seine gewissenhafte Amtsführung und sein freundliches Benehmen im Umgang allgemein geachtet und beliebt. Ehre seinem Andenken! Oesterreich. - Uug. Monarchie. Wien. Dem Jahres - Bericht ^der Wiener öffentlichen israelitischen Vereins-Volks-L-chule „Talmud-Thora" für das Schuljahr 1889 entnehmen wir: Den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr 1889 können wir wohl mit voller Berechtigung mit dem Motto einleiten: „Wo die Noth am größten, ist die Hilfe am nächsten". Bei Beginn des abgelaufenen Jahres sahen wir trüben Zeiten entgegen, und die Verhältnisse drohten unseren Verein, das mühevolle Werk mehrerer Decennien, zu zerstören. Wir sahen uns genöthigt, einen Aufruf an die Wohlthätigkeit unserer Glaubensgenossen zu richten und dieser fand vielstimmiges Echo in den Herzen derselben. Wir könnnen mit freudiger Genugthuung konftatiren, daß der Rechnungsabschluß für dasselbe ungeachtet des bedeutenden Deficites per 997 fl., das sich im Vorjahre ergab und im abgelaufenen Jahre bedeckt wurde, und ungeachtet bedeutender Capitalsrückzahlungen mit einem Saldo per 620 fl. schließt. Dieses überaus günstige und höchst erfreuliche Resultat verdanken wir in erster Linie den hochherzigen und bedeutenden Spenden, die unserem Vereine aus Anlaß des an unsere Glaubensgenossen ergangenen Aufrufes zugekommen sind. Wir erwähnen hier dankbar die hochherzigen spenden der löblichen „israelitischen Alliance" per 600 fl., des Herrn David R. v. Gutmann per 500 fl. und 220 fl., des Herrn Albert Baron Rothschild, der Herren Heinrich Klinger, Moritz Karpeles und der Herren Geschwister Kolisch. In zweiter Reihe verdanken wir dieses günstige Resultat noch der bedeutenden Zunahme der Vereinsmitglieder, wodurch die Jahresbeiträge von 1588 fl. im Vorjahre auf 2297 fl. im abgelanfenen Jahre gestiegen sind. Endlich trugen zu dem günstigen Resultate noch die namhaften Spenden in den Tempeln bei, welche bedeutende Beträge abwarfen, so erreichten die Spenden in den beiden Gemeindetempeln den Betrag per 1324 fl. gegen 303 fl. im Vorjahre. Zum Schluffe müssen wir noch des herben Verlustes gedenken, den unser Vorstand durch das Hinscheiden unseres wohlverdienten langjährigen Vorstandsmitgliedes Herrn Jakob Neurath erlitten hat. Auch der Lehrkörper unserer Schule hat einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des Herrn Wilhelm Neurath erlitten, der durch mehr als 30 Jahre in hingebender und pflichteifriger Weise seinem Lehrberufe an unserer Schule obgelegen ist, und sich um unsere Schule in thatkräftigster Weise verdient gemacht hat. Rußland. Petersburg, 15. März. Die kürzlich bekanntgewordenen Aeußerungen Gladstone's über die antisemitische Agitation in Frankreich und seine Ansichten über die Chancen eines solchen in England, machten auf die Russen, welche Gladstone hoch verehren, einen entschieden unangenehmen Eindruck; sie können nicht verstehen, daß er vor den Juden Achtung haben kann. Madame de Novikoff, die unter O. K. schreibende Correspondentin der „Pall Mall Gazette" versucht dieses Wunder dadurch zu erklären, daß sie meint, es gäbe zweierlei Juden und daß die englischen Juden einer anderen Secte angehörten, als diejenigen in Süd-Rußland. Sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.