Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1890)
- Date
- 1890-03-03
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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324 Edle Glaubensgenossen! Ein hiesiger sehr geachteter, frommer und braver Familienvater ist durch ein schreckliches Mißgeschick zur gänzlichen Armuth herabgesunken und somit leider der öffentlichen Wohlthätigkeit prcisgegeben. Obgleich seit mehreren Jahren in kärglichen Verhältnissen lebend, gelang es ihm doch, da er im Vollbesitze seiner Gesundheit war und mit unermüdlichem Fleiße arbeitete, von sich und den Seinigen die äußerste Noch abzuhalten, dlun ist jedooh der Bedauernswerthe von einem schrecklichen Unglücke heimgesucht worden. Durch ein bösartiges Gesichtsleiden musste sich derselbe einer schweren und gefahrvollen Operation unterziehen, wobei ihm der rechte Ober- und Unterkiefer, sowie ein Theil des Gaumens herausgenommen wurde. Die Operation war in ihren Folgen furchtbar, da derselbe hierdurch ganz entstellt und der Sprache fast beraubt ist, auch das Augenlicht hat gelitten. In diesem Zustande wird es ihm voraussichtlich für alle Zukunft unmöglich sein, ein Geschäft zu betreiben, um sich und die Eeinigen ernähren zu können. Die unglückliche Familie von 8 Personen, welche einst bessere Tage gesehen, befindet sich in Folge dessen in einer unbeschreiblich traurigen Lage, denn es fehlt ihr an Nahrung, an Kleidung, kurz au Allem. Die hiesige Gemeinde, welche zwar nach Kräften zur Linderung der Noch beigetragen, ist leider nicht in der Lage, die Anforderungen für die Folge in genügender Weise zu bekämpfen. Angesichts dieser großen Nochlage richten wir an alle edle Menschenfreunde die herzlichste Bitte, sich der schwergeprüften Familie durch reichliche Unterstützungen gütigst annehmen zu wollen und wer ein Herz für Unglückliche hat, wird gewiß durch so viel unverschuldetes Mißgeschick zur raschen und thalkräftigen Hilfe veranlaßt werden. Wenn je eine Familie der Hilfe bedürftig und würdig, so ist es diese Familie. Die Unterzeichneten sind zur Annahme von milden Gaben dankbarst bereit, auch nehmen die Herren Rabbiner Wormser in Gersfeld und Or. Cahn in Fulda Gaben bereitwilligst entgegen. Wüstensachsen, 10. Februar 1890. Maier Nußbaum, Cultusvorsteher. David Schneeberger. 981) Maier Weiler, Lehrer. 3iro? |n*J HDN. Ueberzeugt, daß vorstehende Bittangabe nach ihrem ganzen Inhalte auf Wahrheit beruht, sowie, daß die leidende Familie der Unterstützung würdig, die betreffende Gemeinde aber nicht der Art situirt ist, dieselbe aus eigenen Mitteln zu unterhalten, vereinigt der Unterzeichnete seine Bitte mit den Obenstehenden. Gersfeld, 13. Februar 5650 (1890). Wormser, Districts-Rabbinrr. Gerne schließe ich mich der vorstehenden Bitte an und erkläre mich zur Entgegennahme und Weiterbeförderung der eingehenden Spenden bereit. Mögen sie recht reichlich fließen. Fulda, 20. Februar 5650. I>r. M. Cahn. Auch die Erpedition dss. Blattes ist gern bereit Gaben in Empfang zu nehmen und weitrrzubefördern. -_ __ Bitte. Ein in den besten Jahreu stehender, z. Zt. lehr schwer Leidender, doppelt gebrechlicher verheiratheter Mann (Israelit), der sich nicht auf das Betteln verlegen will, ersucht, um seine Familie ernähren zu können, seine Glaubensgenossen seiner bei freudigen sowie traurigen Familienangelegenheiten bedenken zu wollen. Adresse in der Expedition dss. Bl. unt. Nr. 1116. 3ch beehre mich, einem reisenden Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß ich meine allbekannte, besonders in der hiesigen jüd. orthodoxen Gemeinde anerkannte als IVI-Restauration vergrößert habe und werden vorzügliche Speisen, wie auch echte Hegyaljaer Naturweine, so auch Natur-Rothweine "YIDJ "IKOrD, verabreicht. Auch sind daselbst sowohl Gesellschaflswie auch einzelne Zimmer, mit allem Comfort ausgestaltet, zu haben. Oben benannte Weine in bester Qualität. auch nDD b)} werden sowohl in kleinen als auch in größeren Partien nach allen Richtnngen des In- und Auslandes, prompt und billigst berechnet, versendet. S. Blau, Weingeschäft, VI. Bezirk, Laudongasse Nr. 1, Ecke Königsgasse, Budapest. (1088 3n einem feinen jüdischen Hause in einer süddeutschen Universitätsstadt finden junge Leute von guter Familie (auch Ausländer) vorzügliche Pension und gute Beaufsichtigung. Nachhilfe bei Schularbeiten kann ertheilt werden. Besonders empfohlen kann dieses Haus für solche werden, die sich gediegene Kenntniß nKfllpn IJ’mirD erwerben zu wollen. Feinste Referenzen stehen zur Seite. Offerten unter Nr. 1097 befördert die Expedition dss. Bl. »»»»»»» Sämmtliche Colonialwaaren. — Specialität { /\j mJ selbstgebrannten extra I». Java-Kaffee—offerrre in vorzüglichen Qualitäten zu den billigsten Preisen. Wein-Niederlage der Firma Hugo Bondi & Cie. in Mainz. Preis-Verzeichnisse auf Verlangen postfrei. Fr. J. Muszkat, >».«.,> Cöln a. Rh., Agrippastraste 32. E Referenz: Herr Rabbiner Dr. Plato in Cöln. (1113 /Ein junges, gebildetes, isr. Mädchen, das französisch und englisch spricht und in allen weiblichen Handarbeiten gewandt ist, sucht Stelle zu einem oder zwei Kindern, oder auch zu einer Dame. Offerten unter Nr. 1085 an die Exped. dieses Blattes erbeten. C\n einer kleinen Familie findet ein or- <sj deutliches, properes Mädchen, welches sich aller Hausarbeit (incl. Wäsche) unterzieht . per Juni Stellung. Offerten mit Lohnansprücheu zu senden an Frau Banquier A. Frauken, 1117s Emmerich a. Rh. in junges Mädchen, welches längere Jahre den elterlichen Haushalt selbstständig leitete, sucht zur weiteren Ausbildung (1089 Stelle in einem feinen, Israel. Hause als Stütze der Hausfrau. Offerten an Jak. Frauken, Köln, Quirinstraße 24. süchtiges, properes Mädchen für alle Hausarbeit gesucht. Frau Jul. David, 1122s Wesel a. N.-Rh. Verantwortliche Redaclion: Dr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit und Jeschurun" Schotfftr. Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der I o h. W i rth'schen Hofbnchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.