Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1889)
- Date
- 1889-06-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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857 Cdlc Menschensteunde! Ein Brandnnglück ganz ohne Gleichen hat unsere drei Meilen entfernte Nachbarstadt Russisch-Erottingen betroffen. Am Nachmittag des 6. Juni hat eine Feuersbrunst die Stadt in wenigen Stunden von Grund aus zerstört. Fast nichts ist gerettet, fast nichts versichert. Die Vermögenden sind mit einem Schlage verarmt und die Aermeren Hunger und Elend überliefert. Die ganze innere Stadt, etwa 150 Häuser, darunter drei Synagogen, die lutherische Kirche, zwei große Krankenhäuser, sowie auch alle öffentliche» Gebäude sind ein Raub der Flammen geworden. Etwa 1500 Menschen haben ihr Obdach verloren und lagern am Tage und theilweise auch bei Nacht mit ihren Kranken und Kindern im Freien. Unsere Stadt, welche mit dieser Russischen Stabt in regstem Verkehr gestanden, thut alles Mögliche um die augenblickliche Noth zu stillen. Wir aber glaubten uns dieser Stadt ganz besonders annehmen zn müssen, nicht nur weil der bei weitem größte Theil der Bevölkerung aus Juden besteht, sondern vorzugsweise weil daselbst alle Nationalitäten und Religionen — Inden, Deutsche und Slaven, das israelitische, das lutherische, das römisch- und griechisch-katholische Bekenntniß — in schönstem, rein patriachalischen Frieden zusammen lebten. Die griechische Kirche, welche inmitten eines großen, freien Platzes gelegen, sowie die katholische Kirche und Klöster, welche außerhalb der Stadt sich befanden, sind gerettet. Eiil Comitö in der abgebrannten Stadt, bestehend aus dem Friedensrichter, dem Rabbiner, dem Popen, dem lutherischen Prediger, einigen deutschen Großgrundbesitzern aus der Umgegend (Herr von Stein, Herr- Friederici) und noch eine Anzahl anderer Personen, werden die Vertheilung der Spenden besorgen. Mitbürger und Mitbrüder! Wir appelliren an Eure Hülfsbereitschaft im Namen der Menschlichkeit und Brüderlichkeit, im Namen des Mitleids und der Barmherzigkeit. Erbarmet Euch der Elenden, ihr Männer und Frauen, ihrer Greise und Kinder» ihrer Schwachen und Kranken! Helfet und Euch wird geholfen werden! Memel, im Juni 1889. Das Rabbinat, der Vorstand und die Repräsentanten der Synagogen-Gemeinde zu Memel. Dr. I. Nülf, Rabbiner, S. Borchardt, Erster Vorsteher, I. Abelmann, Zweiter Vorsteher, M. Lurie, Vorsitzender der Rep., G. Friedländer, Schriftführer der Rep., L- Alexander, N. Altmann, S. Bloch, Moritz Eohu, A. Eisenstädt, L. Hillelsohn. M. Millner, H. Schleß, A. Wittenberg. Alle Spenden bitten wir zu richten an das Bankhaus Si eb er t u. Alexander (Inhaber: L. Alexander.) Auch die Expedition d. Bl. ist gern bereit, Gaben entgegeuzunehnlen und weiterzubesördern. Atis spätestens 1. August dieses Jahres soll die hiesige Cantorintb Religionslehrerstelle wieder besetzt werden. Musikalische, seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten melden. — Zugleich Schachet ist angenehm. Das fixe Gehalt, welches sich später steigern kann, beträgt 800 Mk., 30 Mk. Heizungsvergütung und freie Wohnung. Nebenverdienste 2—300 Mk. Die Schechita bringt jährlich 300 Mk. ein. Gau - O d e r n h e i m (Rheinhessen), im Juni 1889. 3330 A. Stern, Lehrer. Lehrer-Gesuch. In hiesiger Gemeinde ist zum sofortigen Eintritt eine Lehrerstelle zu besetzen. Fixer Gehalt 700 Mk, nebst freier Wohnung mit Garten. Nebenverdienste ca. 2—300 Mk. Reflectanten wollen sich gefäll. unter Vorlegung der Zeugnisse an den Vorsteher Jakob Löwenstein in Schornsheim bei Mainz wenden. 3341 heirath. Suche für eine gebildete junge Dame aus respectabler Familie mit größerem Baarvermögen einen passenden jungen Mann. Gefäll. Off. sub T R Hauptpostlagernd Frankfurt a. M. 3293 Aür ein isr. Mädchen von 19 Jahren O aus guter Familie, das im Kochen und den häuslichen Arbeiten bewandert ist, wird entsprechende Stelle gesucht. Hauptsächlich wird auf gute, familiäre Behandlung reflectirt; Lohn ist Nebensache. Gefäll. Offerten unter G F 1056 an die Bnnoncen-Expedition yon G L. Daube u. Co., Frankfurt a. M., erb. 3336 ^Lür sofort suchen wir für unser Getreide- O u. Manufacturwaaren-Geschäst, welches v"'t r\2W geschlossen ist, einen kräftigen Lehrling mit guten Schulkenntnissen. 3014) Gebrüder Kahn, Göttingen. Z?ür Juda Fvrschheimer in Wiegenhain ö (Aufruf Nr. 28 d. Bl.) sind ferner beim Unterzeichneten eingegangen : I. Stahl in Würzburg 2, G. in AnSbach 3, durch G. Stark von der Gemeinde Ermetzhofen 28,50, durch Schwarz von der Gemeinde Egenhausen 17,50, durch den Unterzeichneten von der Gemeinde Weigenheim 40, durch K. Flamm von der Gemeinde Nenzenheim 16, durch den Unterzeichneten von der Gemeinde Uffenheim 45, Dr. Salvendi in Dürkheim 12, Jette Neuhaus in Sulzbürg 20, M. S. Landauer in Hürden 12, Heinemann in Hürden 1, durch S. Thalheimer in Scheinfeld 9, H. St. in Westerburg 2, Michel Sulzer in Jchenhausen 4, Gebrüder Stahl in Neustadt a. b. Aich 10, Max Friedberger in Jchenhausen 5, A. Rosenblatt in Regensburg 5. Mit den in Nr. 43 d. Bl. veröffentlichten M. 284,84, zusammen M. 516,84. Nachdem durch die reichlich eingegangenen Spenden, der in meinem „Hilferuf" angegebene Zweck gesichert ist, schließe ich hiermit die Sammlung und sage allen edlen Gebern im Namen des I. jForchheimer den herzlichsten Dank, trottf oto» rrnpn. U ffenh e im, 16. Juni 1889. A. Strauß, Lehrer. 3n unserer Gemeinde ist die Stelle als Schächter, Vorbeter und Lehrer vom 15. August cr. ab zu besetzen. Das Einkommen beträgt baar 600 Mk., und dürste das Nebeneinkommen sich auf mindestens 400 Mk. beziffern. Qualificirte Bewerber, die preußische Staatsangehörige oder naturalisirt sind, werden ersucht , ihre Meldungen schleunigst an mich zugehen zu lassen. 3469 Der Vorstand der Synag.-Gem.: D. Jonas. Ni kol ai ke n (Ostpr.), 20. Juni 1889. (\(n der hiesigen jüdischen Gemeinde ist <\j die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters zum I. Oktober d. I. zu besetzen. Bewerber wollen ihre Zeugnisse nebst Gehaltsforderungen an den Unterzeichneten Vorstand einsenden. Malchow i. M. 3359 R. E. Jacobsoh«. CVcJj suche für meine Tochter, die eine (\J gute Schulbildung genossen, eine Stelle zur Erlernung des Manufakturwaaren- Geschäftes und deS Haushalts. Samstage und Feiertage geschlossen. Familienanschluß erwünscht. Offerten unter Nr. 3361 des. die Exped. dss. Blattes. Ä>iit mein Ausstattungsgeschäft suche einen Lehrling mit guter Schulbildung. Kost und Logis im Hause. Samstags geschlossen. Leopold Gallinger, Großh. Hess. Hoflieferant, 3342) Worms a. Rh.