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Der Israelit · 1889-06-17 · Heft 48 (17.6.1889) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 48 (17.6.1889)
Date
1889-06-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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819 498) Söhnchen des Hrn. Herrmann Weißmann in Schöllkrippen (mitgetheilt von Hrn. Mohel Leopold Rothschild in Hörstein). 499) Söhnchen des Hrn. Isaak Sterzelbach in Oberlauringen (mitgetheilt von Hrn. Mohel Louis Meyer). 500) Söhnchen des Hrn. Louis Maier in Gelsenkirchen (mitgetheilt von Hrn. Mohel L. Winter in M.-Gladbach). 501) Söhnchen des Hrn. Lazarus Herz in Berolzheim (mitgegetheilt von Hrn. Lehrer Hermann Rosenbaum). 502) Söhnchen des Hrn. Schemajo Rothschild in München. 503) Söhnchen des Hrn. Michel Marx in Kessenich (mitge- IHeilt von Hrn. Mohel Moses Baum in Endenich). 504) Söhnchen des Hrn. Herrmann Berliner in Wörth (mitgetheilt von Hrn. Mohel Em. Lindheimer in Miltenberg). 505) Söhnchen des Hrn. Jakob Schild jun. in Heßdorf. 506) Söhnchen des Hrn. H. Mecklenburg in Lübeck (mitgetHeilt von Hrn. Wolf Rosenthal). 507) Söhnchen des Herrn Baruch in Silsersdorf (mitgetheilt von Herrn Hirsch Mayer in Schönsee). Feuilleton. Schuld und Sühne. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Die Zeit verstrich den Liebenden wie im Fluge, nur Eines trübte zuweilen Leah's frohen Sinn, sie hatte von ihren Eltern noch immer keine Nachricht. Orloffski wußte sie jedoch zu beruhigen, hunderterlei Möglichkeiten rechnete er ihr vor, die die Antwort ihrer Eltern verzögert haben konnten, doch er selbst begann unruhig zu werden und ohne Leah's Wissen hatte er bereits ein zweites Schreiben an ihre Eltern gerichtet, in dem er dringend um umgehende Nachricht gebeten. Auf dieses Schreiben erhielt er noch in derselben Woche Antwort. „Gott sei Dank!" flüsterte er in sich hinein, als er die deutsche Postmarke erkannte. Schon war er im Begriffe, mit dem Briefe in der Hand sich zu Leah zu begeben, doch plötzlich besann er sich eines andern. Konnte er doch nicht wissen, ob Leah's Eltern nicht in ihrem Schreiben dessen erwähnt, was er Leah so gern für immer verschwiegen hätte. Er that daher, was er beim Schreiben seines Briefes an sie gethan. Bevor er das Couvert öffnete, in dem er ihren Brief vermuthete, schob er den Nachriegel vor seine Thür. Seltsam, wie sein Herz plötzlich so laut pochte. Langsam riß er die Enveloppe auseinander, zwei Briefe lagen in seiner Hand. Der erste, den er öffnete, war augenscheinlich an Leah gerichtet, diese seltsam krausen Schriftzüge vermochte er nicht zu entziffern. Er faltete den zweiten auseinander. Richtig, der war für ihn. „Sr. Wohlgeboren Herrn von Orloffski, Major a. D. —Aber die Hand, die diese Worte geschrieben, hatte stark gezittert. — Arme Leah! hatte Deine Ahnung Dich nicht betrogen? — war Dein Vater in Wirklichkeit leidend? — Der Major athmete tief auf, dann ließ er sich in seinen Lehnseffel gleiten und schickte sich an, das empfangene Schreiben zu durchlesen. Die Schrift war durchgehends zitternd und schwach. „Sehr geehrter Herr! Ich habe Ihr zweites Schreiben gestern erhalten — als ich zum ersten Mal aufgestanden war von dem Krankenlager — auf das Ihr erstes Schreiben mich geworfen. Dieses ist der Grund meiner verzögerten Antwort. Und nun — Herr Major — ich habe Sie immer für einen Mann von Charakter gehalten — und ich will Ihnen auch jetzt keinen Vorwurf machen — ich will mich ja überreden laffen, daß Sie in gutem Glauben gehandelt haben — daß Sie geglaubt haben, ich würde freudig Ihrem Thun zustimmen. — Aber nein! nein! nein! nein! — O, daß mein Schrei hinüberdringen könnte zu Ihnen! — Der Schrei des verzweifelnden Vaterherzens würde dringen in Ihr Herz — Sie würden sich beeilen, mir zurückzugeben, was Sie mir geraubt. — Großer Gott! — Nein! nein! — Sie können nicht vollständig zurückgeben, was Sie mir geraubt — es ist nicht mehr vorhanden! — Mein Kind war schuldlos, war rein, wie die Lilie des Feldes — und nun! — Doch, wenn auch mißleitet, wenn auch gefallen — es ist ja doch mein Kind! — mein Kind! — O, geben Sie mir es zurück! — geben Sie es zurück! — und ich will Sie segnen — will Niemanden anklagen — keinen Menschen — als mich — als meine unglückselige Verblendung — die — doch das gehört nicht hierher. — Geben Sie mir mein Kind zurück, Herr Major! — aus Erbarmen! — geben Sie mir mein Kind zurück! — Wenn Sie die Qualen ermessen könnten, die mein Herz durchwühlen — wenn Sie wüßten, wie oft — o, wie oft — ich jene Zeit zurückersehne, die ich im Kerker verbracht. — Wonnige Stunden waren es, als ich in Moder erfüllter Luft auf faulendem Stroh mich wälzte — denn ich wußte mein Kind rein — unschuldig. — Und nun — Doch Sie wußten nicht, was Sie thaten — nein — Sie wußten es nicht. — Hätten Sie es gewußt, ich halte mich überzeugt, Sie hätten es nimmer gethan.

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