Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 46-47 (12.6.1889)
- Date
- 1889-06-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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802 Sulzdorf a. L. (Unterfranken.) Wenn der Greis unter der Last der Jahre zufammensinkt und der Natrlr den unverweigerlichen Zoll entrichtet, so ist seine Umgebung darauf vorbereitet, wenn aber der Blitz aus heiterem Himmel unter der nichtsahnenden Menge ein Opfer trifft, da zittert das Menschenherz in allen seinen Fasern und es empfindet den Schlag, der über die Familie uiederging, als ob es ihn selbst getroffen hätte. Von unserer Gemeinde wurde auch ein solch jugendliches, nichts ahnendes Opfer gefordert. Und wenn es in dem Buche Rut, das wir in der nächsten Woche lesen, von Noemi heißt, daß ihr Weggang tiefgefühlt wurde und eine schwer empfundene Lücke bildete, so können wir dies gewiß auch von dem Hinscheiden eines wahren Biederweibes eines ^>'N HK'N im vollen Sinne des Wories, von Frau Marie Tannenwald, n"y geb. Goldschmidt, die am vergangenen 'p rüttf ganz plötzlich in einem Blüthenalter von 31 Jahren in ein besseres Jenseits abberusen wurde. Schwer, ja unsäglich schwer waren die Verluste, die das vorige Jahr und namentlich der verehrten Familie Goldschmidt brachte in dem so rasch auf einander erfolgten Ableben der eben so frommen als wohlthätigen Eltern der Verstorbenen. So verlor die Familie „G." in diesem Jahre drei Glieder und den beiden Eltern sind voit 10 Kindern bereits 8 in die Gruft theils voraustheils nachgefolgt. Edelsinn und Wohlthun, Friedensliebe und Frömmigkeit zeichnete die Dahingeschiedene in hohem Grade aus und machten ihr Haus zur Friedensstätte, zum lieblichen Heim, zur gastlichen Einkehr. Denn gerade hierin zeigt sich ja die jüdische Frau und so galten auch ihr die Pflichten, die als Hausfrau und Jsraeliteir nachzukommen hatte, als Höchstes. Ihrem tiefbetrübten Gatten iTITS? war sie eine liebevolle Gefährtin: Thatig früh und spät in emsiger Rührigkeit, fand sie im häuslichen Wirken ihre größte Lust und Freude. Sie lebte auch für ihre Nebenmenschen. Die Klagen der Armen fanden bei ihr kein verhärtetes Herz und kein verschlossenes Ohr. Sie zeigte sich als würdige Schülerin ihres Lehrers und Onkel, des durch seine wohlthätigen Stiftungen bekannten seligen L. Hennebergers zu Würzburg, bei dem sie ihre Jugend verbrachte. Den Vorschriften und Lehren der heilige Thora zu leben, war immer ihr Streben. Die Verstorbene beweinen 4 kleine unmündige Kinder im Alter von 6 zu 11/2 Jahren und der tiesbetrübte Gatte, der nun zum wiederholten Male seine Gattin betrauert. Welcher Achtung und Ehre die Verstorbene genoß, zeigte sich recht, sowohl während der kurzen Krankheitsdauer als bei der Beerdigung derselben, wozu auch ihre Verwandten ans Frankfurt a. M., Fürth und Schmalnau herbeigeeilt waren. 3112 Mögen nun die trauernden Hinterbliebenen hierin und in dem süßen Bewußtsein der theuren Verstorbenen den Tribut der Liebe und Freundschaft im vollsten Maße stets entgegengebracht zu haben, Trost und Beruhigung finden. Die Heimgegangene aber möge in den Verband des ewigen Lebens ausgenommen sein. rrsain. 1 gebild. Israel. Mädchen, welches das Kochen erlernt hat, sucht per sofort Stellung in eine größere Restaurant oder Hotel als zweite Köchin oder neben dem Chef. Offerten unter!P. H. 100 an Rudolf Mosfe, Wiesbaden. 3085 Tuch-Branche. Ein durchaus leistungsfähiges Tuch en gro8-Geschäft D"'! rottf geschloffen, sucht gegen Gehalt und Provision einen branchekundigen tüchtigen militärfreieu Reisenden. Offerten unter 3114 befördert die Expedition dieses Blattes. E sine Köchin gesucht. Seilerstraße 9, 1. Stock, Frankfurt a. M. 3082 /Lin junger Mann von achtbaren Eltern im Alter von 16—17 Jahren, der gute Schulbildung genossen, für ein Darm-, Gewürze- und Flcischergeräthegeschäft in die Lehre gesucht. Selbstgeschriebene Offerten unter 3088 bef. die Exped. dss. Bl. /Ein Fabrikgeschäft in Frankfurt a. M., nuff geschlossen, sucht per 1. Juli einen Lehrling mit schöner Handschrift. Zweijährige Lehrzeit bei Vergütung. Offerten unter Nr. 3123 befördert, die Expedition dieses Blattes. <^ür mein Manufactur- und Wäsche- O fabrikations-Geschäft suche ich zum baldigen Eintritt einige Lehrmädchen mit guter Schulbildung, welche Lust haben das Znfchneiden sämmtlicher Wäschegegenstände, sowie das Confectioniren derselben zu erlernen. Osserteu mit Photographie nebst Angabe des Alters erbittet 3119 L. M Stiebet, Wäsch econfe cti on, Stadtlengsfeld (Sachsen-Weimar.) lEin tüchtiges, streng religiöses Mädchen für Küche und Haushalt gesucht. Frau Clara Knoller 3128 in Crefeld. (Tvie hiesige isr. Gemeinde braucht für ihre neue Synagoge einen Kronleuchter aus Bronce für 12 Stearinkerzen. Offerten nebst Zeichnungen mit genauester Preisangabe erbitten an unterzeichneteu Vorstand zu richten. 3118 stk e ck a r st e i n a ch, 2. Juni 1889. Maier Simon Oppenheimer. hiesige Eantor-, Schächter- und Religionslehrerstelle ist bis zum 1. Juli zu besetzen. Der Gehalt beträgt nebst freier Wohnung fix M. 550 und M. 225 Nebenverdienst. Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnißabschriften an Unterzeichnete« Vorstand melden. Reisekosten werden nicht vergütet. 3116 N eckarst e i n ach, 2. Juni 1889. Der Isr. Vorstand Maier Simon Oppenheimer. O^ir suchen einen Chasan, Schochet und -vV Lehrer für unsere Gemeinde. Gehalt 1000 Mark und die stkebeneinnahme ca. 5—600 Mark. Bewerber wollen Abschrift ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten einsenden. Riesen bürg Wstpr. 5. Juni 1889. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. 3138 Julius Littmann. <^>ie Stelle ei" es Religionslehrer, Vorbeters und Schächters in der isr. Gemeinde Thiengen ist baldigst zu besetzen. Das fixe Gehalt beträgt bei freier Wohnung M. 1000 und das Nebeneinkommen M. 1000—1100. Geeignete Bewerber wollen ihre Gesuche mit Zeugnissen innerhalb 14 Tagen bei der Unterzeichneten Bezirks-Synagoge einreichen. Gr. Bezirks-Synagoge Gailingen (Baden.) Dr. Spitz. 3130 Selbstverläge des Unterzeichneten <\1 Verfassers wird demnächst erscheinen: „Spiegelbilder; aus dem Hannov. Seminarleben (78—83)." Osnabrück. S. Bachenheimer, 3132) staatl. gepr. Lehrer. Ein tüchtiger nnttitt tsrw ypw sucht eine Stellung, wenn auch in einer kleineren Gemeinde. Mit Vorliebe in Baden. Offerten unter E. 3140 an die Expedition dieses Blattes erbeten. /Ein tüchtiges israel. Mädchen auf 15. Juni gesucht von Frau Benedict Strantz, 3089 Wiesbaden.