Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 44-45 (3.6.1889)
- Date
- 1889-06-03
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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788 da kenne ich keine Scheu mehr gegen Deine Glaubensgenossen. D, mein bester Moses, ich schäme mich, daß ich als Knabe so gering von der jüdischen Nation denken konnte. Ich will meine Lehrer heute nicht mehr verklagen; Du siehst, ich bin kein Schulmensch. Auch Deine Glaubensgenossen haben unvergänglichen Anspruch auf die Rechte der Menschheit. Kein Mensch, sei er Christ oder Jude, sollte jemals um seines Glaubens willen beschämt werden. Die Geistlichkeit, ich achte sie hoch, wenn sie human ist, diese also steht Deinen Glaubensgenossen überall im Wege. Bester Moses, es ist wahr, sehr wahr, daß sich die wenigsten Deiner und Deiner Nation Feinde, selbst als Moralisten bewährt hätten, sondern vielmehr wie die Erfahrung gelehrt, heuchlerisch das Anderen zum Vorwurf machien, was sie, die Moralprediger, selbst üben! — Wie traut ist es hier in Köthen in den jüdischen Familien, o, ich könnte ein beredter Zeuge sein von der Poesie des jüdischen Familienglückes. Ja, es ist wahr, wer klar und ehrlich über die Juden denkt, hat mit einem Schlage alle morschen Werke der Verleumdung seit Jahrhunderten in Trümmer geschlagen — und muß erkennen, daß Euer Gott, Eure Religion eine Säule ist, deren Fundament auf Felsen steht, das weder irgend ein Zeitalter noch eine Erscheinung vernichten könnte. In der Weltgeschichte wird Euer Glaube der große Markstein bleiben, der den höheren Geist und das reinere Streben einer kommenden Zeit versinnlicht. Moses,be st erFreund, sei stolz, daß Dich die Vorsehung gewürdigt hat, ein Jude zu sein. Dein Volk, ich glaube fest daran, ist einer großen Bestimmung unterworfen — und alle Feinde, die durch Jahrtausende das Häuflein Juden vernichten wollten, vernichteten sich selbst! — Wie kommt es, bester Moses, daß ich immer, wenn ich Dir schreibe, diese Angelegenheit berühre? Wahrlich, ich fühle das Unrecht, das man Jahrhunderte an Tausenden begangen — und fühle, daß es Dir und Deiner Nation zu Herzen gehen muß, wenn man heute noch fragt: Was für ein Recht hat der Jude? — Bald gedenke ich nach Dessau zu kommen, dann lieber Moses, werden wir nach Wörliß eilen, nm in der herrlichen Natur von der Zukunft aller Menschenkinder zu reden, das ist Gott gefällig! Lebe wohl; es grüßt: Dein Hahnemann. Hahnemann war ein guter Christ; er hat in diesen Zeilen etwas gesagt, was so einfach klingt, aber unendlich mehr werth ist, als heute die Rathschläge unserer scheinbaren Freunde. Diamant -Htaty sek. n i n n n n n n ' ' ’ n 1 n n j j d d d b ’ ' ' S D D D } J J 1 "1 1 "I ") t£f Vf V Vf Nach dem Muster obiger Figur und aus bereu Buchstaben sind zu bilden: 1) ein Buchstabe; 2) ein Raubthier; 3) ein mäunlicher Name; 4) Ein Fest: 5) Ein Zeitabschnitt im jüdischen Kalenderjahre; 6) ein apokryphischer Feldherr; 7) ein Vogel; 8) ein weiblicher Name; 9) ein Buchstabe. Die horizontale und vertikale Mittellinie ergeben das Gleiche, einen Zeitabschnitt im jüdischen Kalenderjahre. Elmshorn. S. M. B a ch r a ch. Hebr. O.uer-Charade. 2! 1 4 I 3 Wenn 1 und 2 durch s Schwert regiert die Massen, Wird 2 und 4 nur Liebe walten lassen. In 1 und 3 hüllt sich der Sünder ein, Wenn er ergriffen von der Reue Pein. Durch 3 und 2 stellt sich der Winter dar, 3, 4, Gewürze bracht' man zum Altar. A. H. in £}. Verantwortliche Rrdaetiou: Or. Lehmann in Mainz. — Expedition des ..Israelit" Schottstraste Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirih'schen Holbuchdruckerri (OSear Lehmann) in Mainz.