Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 44-45 (3.6.1889)
- Date
- 1889-06-03
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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sxx. I-Hrg-»,. Zweite Beilage M J\s 44 & 45 des „JsraM" & „Jeschurun". Leitender Artikel. Literarischer Bericht. öl. Das erste Quartalsheft des 16. Jahrgangs des „Magazins für die Wissenschaft des Judenthums" ist heute in etwas veränderter Form erschienen. In einem „an die Leser" gerichteten Vorwort theilt die Redaktion mit, daß die gesteigerte Theilnahme für die Zeitschrift in den verschiedensten Gelehrtenkreisen des In- und Auslandes stein den Stand setze, mit diesem Jahrgange eine Erweiterung im Inhalte und dadurch auch im äußeren Umfange eintreten zu lassen. Zuvörderst soll die schon seit längerer Zeit in Aussicht gestellte Aufnahme eines bibliographischen Theils zur Ausführung gelangen; besondere Sorgfalt wird den literarischen Analysen von selten gewordenen Druckwerken zugewendet werden; bedeutendes Material liegt der Redaktion bereits vor. Dieses endlich mit lateinischen Lettern gedruckte Heft enthält den ersten Theil einer grundlegenden Arbeit über „Das aramäische Verbum im jerusalemischen Talmud" von Dr. Schlesinger, ein Aufsatz „Antoninus und Rabbi" von Dr. Fürst, der in ersterem den Sohn und Nachfolger des Septimius Severus erkennt, „Hebräische Handschriften in Neapel" von Dr. Berliner, Bemerkungen „Zu den hebräischen Poesien" des Mett ben Elia aus Norwich von Prof. Kaufmann und neben anderen Einzelheiten eine längere Besprechung der Arbeit Lewy's „Ein Wort über die Mechilta des R. Simon" durch Dr. Margultes. Das Heft ist 4*/, Druckbogen stark. -i- * * Bl. In diesen Tagen verstarb in hohem Alter Rabbiner Wiesner in Nachod. Der Dahingeschiedene ist in weiteren Kreisen besonders durch seine leider nicht genug gewürdigten „Scholien zum Talmud" bekannt geworden, von denen nur drei Bände über die vier ersten Tractate gedruckt vorliegen. Wenn auch dem Vers, nur ein Theil der einschlägigen Profanliteratur zur Verfügung stand, so bergen die Scholien gleichwohl eine Fülle gelehrten und interessanten Materials. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Pretzdurg, 29. Mat. Die vor Kurzem in böswillig gehässiger Weise entstellte Geschichte von dem Verschwinden des achtjährigen Akrobatenkindes Wilhelm Scholz hat eine natürliche Erklärung gefunden. Da die erste Currentirung des vermißten Knaben resultatlos geblieben war, hatte die hiesige Polizei, um den böswillgen Gerüchten ein Ende zu machen, eine nochmalige scharfe Currentirung in der ganzen Monarchie angeordnet, welche binnen drei Tagen von Erfolg begleitet war. Laut einer Meldung des Bürgermeisters Ferdinand Richter aus Groß-Petersdorf bei Troppau vom 26. Mai befindet sich Scholz wohlbehalten bei der Akrobaten- Gesellschaft seines Vormundes Schübel, wo er sofort nach dem Verschwinden aus Preßburg eingettoffen war. Italien. Livorno. König Humbert hat dem Vicerabbiner von Turin, Felice Bachi, der auch seit fünf- und dreißig Jahren als Lehrer am dorttgen Colonna- Collegium wirkt, zum Ritter des ital. Kronenordens ernannt. Anläßlich dieser hohen Auszeichnung emfing der Vice-Rabbiner die herzlichsten Glückwünsche von Seite seiner Gemeinde und seiner Bekannten. Der belgische Senator George Montefiore-Levi hat, um das Andenken des verstorbenen italienischen Staatsmannes Quintino Sella zu ehren, der jüdischen Handwerkerschule in Biella, der Vaterstadt dieses Staatsmannes den Bettag von 500 Lire gespendet. Am vergangenen 7. April fand in Parma ein Volksbankentag statt, an dem zweiundzwanzig solche Geldinstitute durch ihre Vertreter theilnahmen. Zum Ehrenpräsidenten wurde dann der bekannte jüdische Nationalökonom und Parlaments-Deputirte Luzzatt und zum wirklichen Präsidenten Cav. Achille Sanyuinetti, gleichfalls ein Israelit, gewählt. Oberst Ottolenghi wurde zum General-Major, Cav. Giagoma Segre wieder zum Territorial-Direktor der Artillerie in Rom und Cav. Guiseppe Lattes zum Direktor der Waffensabrik in Brescia ernannt. Wie die Blätter Roms melden, haben die dortigen jüdischen Kinderasyle folgende Spenden erhalten; Von den Damen Virginia und Rostna Levi Alatri 1000 Lire, von der Banca Nazionale 350, von der sizilischen Bank und von der „Societä Generale immobiliere“ je 100 Lire. Da man hier ein neues Bürger-Spttal errichten will, so dachte man daran, im hiesigen Goldont- Theater von den vorzüglichsten Künstlern desselben,