Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 30-31 (15.4.1889)
- Date
- 1889-04-15
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. - 568 — Das will ich auch, Herr Major, und so muß ich aussagen, daß die Behauptungen des Sadagorers nicht richtig sind und daß ich ihm widersprechen muß. Wüthend blickte der junge Rekrut zu Lämml herüber, dieser aber stand erhobenen Hauptes da und sprach mit traurigem Tone: — Hättest Du die Würste nicht gegessen, so hättest Du keine Unwahrheit gesagt, wer Gottes Gebote hält, muß sie immer halten. Mit vibrirender Stimme erzählte uns der Major, der gegenwärtig an der Spitze eines in unserer Hauptstadt garnisonirenden Regiments steht, diese anspruchslosen Geschichten, die nichts Sensationelles an sich haben, doch mit voller Wahrhaftigkeit ein Menschenbild zeigen, das sich energisch abhebt von dem großen Troß des Alltäglichen; denn „Recht hat jeder eigene Charakter". (Pester Lloyd.) Eine anonyme Merleumdung. Napoleon Bonaparte befand sich einst während des Gottesdienstes in seiner Loge, als sich ihm plötzlich Fouchö näherte und dem Kaiser einige Worte in's Ohr flüsterte. Der dienftthuende Kammerherr und General Duroi erhielten sofort einen Befehl und beide verließen die Capelle. Nach wenigen Minuten wurden sie, von mehreren Grenadieren begleitet, in der Kirche wieder sichtbar und mit raschen Schritten begaben sie sich nach der großen Gallerie und nahmen bei den dort zur Andacht Versammelten sämmtliche Bücher in Beschlag. Die Veranlassung zu dieser unerhörten Haussuchung hatte ein anonymes Schreiben gegeben, welches Fouchä benachrichtigte, daß ein Jude auf der groben Gallerie Schmähschriften gegen die kaiserliche Familie in Form von Gebetbüchern ausgelegt hätte und dies zwar mit Hilfe eines Cappellendieners. Diese Angabe bestätigte sich nun zwar nicht, aber von den dreihundert vermeintlichen Gebetbüchern waren über hundert Romane, über fünfzig Theaterstücke — und über hundert unsittliche Werke. Da der Ausgang dieser Untersuchung, die nicht ohne Aufsehen stattgefunden hatte, dem Kaiser sehr ärgerlich war, erhielt Fouchä statt eines Lobspruches einen derben Verweis, der ihn in der Folge gegen anonyme Schreiben etwas behutsamer machte. Karl Wiesenthal. S e d e r - A,v en d. (Rösselsprung.) III. nj '7. ko | s'-> i 2 # | n$ j n & T \ u 32 Ü in n IV. 3C Kl? 18 H K,n «7*2 ys. CT lh~ n 1 Lehrer D. Hartmann, Twistringen. (Hebräisch.) 1 2 3 sei stets vermieden, 2 13 bringt £kß' und Frieden: 2 3 1 wird Dir beschieden Als das letzte Gut hienieden. David Schapiro, Memel. Unter den Einsendern der richtigen Lösung wird geloost und erhält der Gewinner: Aus Vergangenheit und Gegenwart. Jüdische Erzählungen von Dr. Lehmann. VI. Theil. in Prachtband, franco zugesandt. Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit und Jeschurun" Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei (Oscar Lehmann) in Mainz.