Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1889)
- Date
- 1889-04-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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522 Hilferuf! Des Oefteren wird in diesen Blättern um Unterstützung und Hilfe gebeten, wenn es gilt, großer und plötzlich eingetretener Noth entgegenzutreten. Selten aber wird mit größerer Berechtigung an milde Herzen appelirt worden sein, als dies im Nachfolgenden der Fall ist. In dem 1 Stunde von hier entfernten Dorfe Weigenheim lebt ein Mann Namens Juda Forchheimer feit seiner frühesten Jugend in tiefster Armuth. Derselbe, jetzt 70 Jahre alt, hat trotz eines äußerst schwächlichen Körperbaues seine Familie, bestehend aus einer alten, kranken Schwester und einem taubstummen, stubiden Bruder, als Trödler unter Beihilfe wohlthätiger Glaubensgenossen ehrlich und redlich ernährt. Vor etwa 4 Wochen wurde nun dem Manne seitens der Behörde der Auftrag , sein baufälliges Häuschen, das nebenbei bemerkt, mit s/4 des Werthes hypothekarisch belastet ist, repariren zu lassen, widrigenfalls es polizeilich geschlossen würde. Wo aber soll der Genannte, der vollständig mittellos ist, die zur Reparatur nöthige Summe von circa 4 bis 500 Mark hernehmen? Die jüdische Gemeinde in Weigenheim kann das Geld nicht aufbringen, da sie aus nur 10 Familien besteht, wovon 6 notorisch arm sind und von den besser Situirten erhalten werden. Kann so der Mann dem erhaltenen Auftrag nicht Nachkommen, dann sieht er sich nebst seinen Geschwistern hilflos auf die Straße gesetzt und dem größten Elend preisgegeben. In dieser Lage wende ich mich daher an wohlthätige Glaubensgenossen und an edle Menschenfreunde mit der dringenden Brtte, dem Obengenannten möglichst rasch beizustehen und durch reiche Spenden in den Stand zu setzen., sich und seinen Geschwistern das dürftig ausgestattete Heim zu erhalten. Wer diese Zeilen liest, wird um so lieber sein Scherflein beitragen, als der Bezeichnen nicht nur der Unterstützung bedürftig, sondern auch im hohen Grade würdig ist, denn derselbe ist als braver und frommer Jchudi überall bekannt. Spenden wolle man gef. an die Unterzeichneten richten und wird seiner Zeit in diesem Blatte über die eingegangen Beträge quiltirt. Uifenheim (Mittelfranken), den 5. April 1889. E. Nr. 75. A. Strauß, Lehrer. Es wird hiermit amtlich bestätigt, daß die im vorstehenden Aufrufe geschilderten mißlichen Vermögensverhältnisse des Trödlers Juda Forchheimer von hier der Wahrheit vollkommen entsprechen. Derselbe ist der reichlichen Beihülse seiner Glaubengenossen höchst benölhigt und kann auch wegen seiner Würdigkeit der Mildthätigkeit dringendst empfohlen werden. Weigenheim, den 5. April 1889. Königl. bayer. Prot. Pfarramt: Weißbeck, Pfarrer. Auch die Exped. des „Israelit" ist gern bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. 2182 ^^^ie hiesige Kantor-, Schächteru. Religionslehrer-Stelle ist sofort zu besetzen. Das Gehalt beträgt 750 M. und circa 350 M< Nebeneinkommen. Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse melden. (2181 Rheden (Westpr.) Der Borstand. Herrath. 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