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Der Israelit · 1889-01-24 · Heft 7 (24.1.1889) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 7 (24.1.1889)
Date
1889-01-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXX. Jahrgang. Zweite Keilaar M.M7ües „Israelit" & „Ieschurim" Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzburg, 15. Januar. Wie weit fanatischer Haß gegen Andersgläubige einen Menschen bringen kanil, davon entwarf die heutige Sitzung des Schwurgerichts dahier ein bezeichnendes Bild. Angeklagt ist der verheirathete Wagner Joh. Rudolph Kohl von Platz, Bez.-A. Kissingen, wegen Brandstiftung. Derselbe hat seit 19. April 1885 zu verschiedenen Malen, besonders, um seinem Hasse gegen die Israeliten Befriedigung zu verschaffen, bei solchen Feuer gelegt, welches theils mehr oder geringeren Schaden verursachte. Auch seinen eigenen zerrütteten Bermögensverhältnifsen versuchte er bei einem der Brände, den er in seinem eigenen Anwesen gelegt, aufzuhelfen, indem er der Versicherungsgesellschaft gegenüber als verbrannt angegebene Gegenstände auf die Seite schaffte, die nach der Schadensregulirung wieder zum Vorschein kamen. Die Verhandlung, die einen ganzen Tag in Anspruch nahm, endete mit der Verurtheilung des Judenhass er s in eine Zuchthausstrafe von vier Jahren 3 Monaten, sowie 200 Mark Geldstrafe, event. 40 Tage Zuchthaus. Mannheim, 17. Januar. Der amtliche „General-Anzeiger der Stadt Mannheim und Umgend" schreibt heute: „Der Verein zur Erziehung armer Waisen und Kind er dürftiger Eltern israelitischer Konfession veröffentlicht soeben seinen Jahresbericht für 1887/88. Demselben zufolge betrugen die Einnahmen und Ausgaben 23,221 Mark, darunter M. 3974 Kapitalanlagen. Der Stand des Vermögens ist M. 111,313, wozu noch das Vermögen der Friedericke Traumann geb. Kaulla'-Stiftung mit M. 54,512, der Mina Jul. Marx geb. Dinkelspiel'-Stiftung mit M. 29,129 und der Grundstock zur Errichtung eines Waisenhauses mit M. 12,663 kommen, so daß das Gesammtvermögen des Vereins Mark 207,619 beträgt. An Geschenken und Vermächtnissen gingen dem Verein M. 7,410 zu, sowie den beiden erwähnten Stiftungen je M. 1,246 und M. 480 und dem Waisenhausfond M. 350. Es sind dieser Verein überhaupt und die durch ihn erzielten Resultate gewiß ein glänzendes Zeugniß für den Wohlthätigkeitssinn unserer israelitischen Mitbürger." Künzelsan, 16. Januar. Einem großen Theil unserer Glaubensgenossen ist es unbekannt, daß ein tb® ebensogut wie ein orw der Autorisation seitens eines gesetzestreuen Rabbinats bedarf, bevor er selbstständig in seinem Berufe arbeiten darf. Nur einem solchen, welcher von maßgebender Seite besitzt und der einen unbescholtenen Lebenswandel hat, dürfen wir das Vertrauen schenken, daß er die ihm ertheilten Arbeiten in gewissenhafter, religionsvorschriftmäßiger Weise ausführt. Sehr leichtfertig, ja unverantwortlich ist es, wenn man ,nmn und nrnra herumziehenden onsiD anvertraut, die man nicht kennt und sich von deren Zeugnissen täuschen läßt. Es liegt die Möglichkeit nahe, daß ein solch unberufener iejid mit einem Federstrich durch nicht vorschriftsmäßige Tinte, das ihm anvertraute ->bd 2c. ^idd macht. Gegenwärtig reist ein von ' Ort zu Ort, welcher dadurch, daß er vorgiebt, kein Fleisch zu essen, den nicht Eingeweihten Sand in die Augen streut, viele Leute, sogar mitunter diejenigen, welche in Religionssachen nicht unbewußt sind, durch falsche Vorspiegelungen auf sein ausgedachte Weise zu täuschen sucht. Vor diesem angeblichen ibid zu warnen, hält sich der Einsender verpflichtet. Man thut gut, ihm kein isd allem itt die Hand zu geben und keine mo von ihm Nachsehen zu lassen, da ihn Einsender für einen großen Schwindler hält und dafür Beweise hat. Bemerkt wird, daß derselbe vorgibt von Nancy zu sein, was jedoch sehr unglaublich ist, da er demnach nicht einmal seine Muttersprache sprechen kann. Bedauerlich ist, daß diesem unbefähigten Mann, welcher überdies weit mehr als der vorzüglichste für jede Kleinigkeit rechnet, von manchen religiösenRabbinenZeugnissegegeben wurden. Ich lasse es dahingestellt, ob nicht dasjenige, was dieser iBD ausgebessert, dadurch tos geworden, daß er nicht vorschriftsmäßige Tinte dazu verwendete. Man hat ferner von diesem Manne in Erfahrung gebracht, daß er moralisch so gesunken, daß er für ein o®» route, selbst wenn er so befähigt wäre, wie er nicht ist, durchaus untauglich und unbrauchbar ist. Ferner sucht er damit zu täuschen, daß er sehr schön geschriebene te mvtns vten mit sich führt und sie als seine Schrift hergibt, was aus dem Grunde unglaublich ist, weil er,

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