Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1881)
- Date
- 1881-12-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1275 Aufruf Olt olle milde jüdische Herzen! Tod und Jammer' sind am 8. Dezember d. I. über einen großen Theil der Wiener Jndenschaft hereingebrochen. Der furchtbaren und grausenerregenden, Herz- und markerschütternden Katastrophe des Ring - Theater - Brandes sind viele Hunderte auch unsrer Glaubensgenossen zum Opfer gefallen. Es erstarrt uns das Blut in uusrem Herzen, es erstarrt uns die Feder in unsrer Hand, indem wir diese Zeilen schreiben. Denn nur wenige Stunden sind es, daß wir selbst mit wundem und gramzerrissenem Herzen hinausgingen auf das weite Leichenfeld, um die Leichname eines jungen, uns innig befreundeten Ehepaares zu sucheil, das ebenfalls in jener Schreckens- Nacht den gräßlichsten Tod in dem furchtbaren Feuermeere gefunden hatte. Doch vergebens. Wir fanden zumeist nur unkenntliche, vermoderte rmd verkohlte Fleischklumpen. Die armen Hinterbliebenen werden also nicht die Genugthuung besitzen, an dem Grabe ihrer theuren Verblichenen weinen, zu demselben von Zeit zu Zeit'wallfahrten zu können, um dort durch Thränenerguß ihrem furchtbaren Schmerze wenigstens einige Linderung zu bereiten .... Doch fahren wir nicht fort mit der Schilderung des unnennbaren Jammers. Genug davon. Doch helfen wir, wo zu helfen ist; retten wir, was zu retten ist. Der blutige Schmerz über den Verlust der so grausam und so plötzlich dem Leben Entrissenen kann nur durch die volle Ergebung in den unerforschlichen Rathschluß des Allmächtigen und durch das Vertrauen aus die alltröstende Gewalt der Zeit gelindert werden. Aber dem namenlosen Elende, das durch jene Katastrophe — wir sprechen hier zunächst von unfern Glaubensgenossen — in zahlreiche jüdische Familien Einkehr zu Hallen droht, dem kann und muß von Seiten unsrer jüdischen Glaubensgenossen nach Kräften gesteuert werden. Gewiß nun aber am furchtbarsten wurde eine jüdische Familie von dem Unglücke und Elende hcimgesucht: es ist die Familie des obere erwähnten Ehepaares.*) 'Run steheir sie da. die secbs armen, unmündigen Waisen, die älteste 11 Jahre, die jüngste 3 Monate alt, in einem Augenblicke ihrer Eltern beraubt, elend und hifllos' Hilflos, denn die Eltern besaßen kein Vermögen: der Vater war in einem fremden Gcschästshause bedienstet. Die Verwandten und Angehörigen der armen Waisen sind selbst theils arm. theils unbemittelt. Von dieser Seite kann mau also keiner wie immer gearteten Hilfe gewärtig sein. Darum, Glaubensgenossen, helfet, helfet! Oeffnet weit Eure Hand! Beweist auch diesmal die schon so oft erprobte Güte des jüdischen Herzens, das nicht mit ruhig ansehen kann, wie sein Bruder und Glaubensgenosse im Elend darbt und schmachtet! Ihr edlen Menschenfreunde, die Ihr durch Eure milden Spenden dem namenlosen Unglück und Jammer der armen Waisen nach Einen Kräften steuern werdet, Ihr errichtet Emb hiermit ein theures und unvergängliches Denkmal in den Herzen der Verwandten und 'Angehörigen der unglücklichen Familie; Ihr errichtet Euch aber auch hiemit ein ewiges Denkmal in den Herzen aller Bewohner der Hcimath, der die armen Verunglückten angehören! Mögen nun diese Worte, die Euch zum Erbarmen ruid zur werkihätigen Menschenliebe ausfordern, nicht ungehört verhallen! Die edlen Spender wollen ihre milden Beiträge entweder an die Expedition dieses geschätzten Blattes oder an den unglücklichen Großvater der armen Waisen, Herrn B. Adler, Wien, IX. Bezirk, Hahngasse Nr. 14, 1. St., senden. Der richtige Empfang der Summe wird auf Verlangen der Einsender sofort bestätigt. Wien, den 11. Dezember 188l. (4245 Isidor Singer, oanck. püil. Wir sind gern bereit, milde Gaben in Empfang zu nehmen und weiterzubefördern. Die Redaetion des „Israelit". Kaffee - Versandt. Ceylon grün . Java gelb . . . Java braun . . Afrika — Mocca Campinas ff. . Santos prima „? ~ — sämmtlich zollfrei und portofrei. , Kaffee - Import - Geschäft 4127) Louis Simen in Hamburg. M. 14. 20i£ „ }3. 50> § „ 12. —M „ 11. 7oj© „ 10. 50/ 10. -)£ Lehrern nnd Cantoren wird ein einträglicher, müheloser Nebenverdienst geboten. Offerten unter Nr. 4247 besorgt die Exped. d. Bl. ffyin lediger Schochet, Vorbeter, Kore und angehender Religionslehrer sucht zum I. Januar 1882 bei sehr bescheidenen Ansprüchen eine passende Stelle. Gute Referenzen stehen zur Seite. Näheres crtheilt Cantor Schocher 5258) m Ruh, Oftpr. MIan sucht für eine israel. junge Witt wer ohne Kinder - Auf. 30er > von angenehmem Aeußern eine entspr. Partie, everrt. mir etwas Mitgift. Offerten erbeten unter R. 8. 25 postlag Frankfurt a. M. (4252 Führung eines Haushalts auf smart gesucht. Franco-Offelten 8'ld R. 2555 an Haasenstcin & Vogler in Köln erbeten. (4255 ck>ür ein j. 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